Schönau im Mühlkreis

Schönau im Mühlkreis
Wappen von Schönau im Mühlkreis
Schönau im Mühlkreis (Österreich)
Schönau im Mühlkreis
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Freistadt
Kfz-Kennzeichen: FR
Fläche: 38,54 km²
Koordinaten: 48° 24′ N, 14° 44′ O48.39444444444414.73635Koordinaten: 48° 23′ 40″ N, 14° 43′ 48″ O
Höhe: 635 m ü. A.
Einwohner: 1.884 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 48,88 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4274
Vorwahl: 07261
Gemeindekennziffer: 4 06 19
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schönau i.M. 2
4274 Schönau im Mühlkreis
Website: www.schoenau-im.at
Politik
Bürgermeister: Herbert Haunschmied (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
5 SPÖ, 14 ÖVP
Lage der Gemeinde Schönau im Mühlkreis im Bezirk Freistadt
Bad Zell Freistadt Grünbach Gutau Hagenberg im Mühlkreis Hirschbach im Mühlkreis Kaltenberg Kefermarkt Königswiesen Lasberg Leopoldschlag Liebenau Neumarkt im Mühlkreis Pierbach Pregarten Rainbach im Mühlkreis Sandl St. Leonhard bei Freistadt St. Oswald bei Freistadt Schönau im Mühlkreis Tragwein Unterweißenbach Unterweitersdorf Waldburg Wartberg ob der Aist Weitersfelden Windhaag bei Freistadt OberösterreichLage der Gemeinde Schönau im Mühlkreis im Bezirk Freistadt (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Ortsansicht von Schönau
Ortsansicht von Schönau
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Schönau im Mühlkreis ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Freistadt im Mühlviertel mit 1884 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Pregarten.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Schönau im Mühlkreis liegt auf 635 m Höhe im Mühlviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,7 km und von West nach Ost 8,5 km. Die Gesamtfläche beträgt 38,6 km². 17,4 % der Fläche sind bewaldet und 19,7 % der Fläche landwirtschaftlich genutzt. Schönau ist eine großflächige Gemeinde, die im Norden von der Waldaist, im Süden von der Kleinen Naarn begrenzt wird.

Ortsteile

  • Fürling
  • Hinterhütten
  • Hofing
  • Kaining
  • Kollnedt
  • Niederndorf
  • Oberndorf
  • Pehersdorf
  • Prandegg
  • Schönau im Mühlkreis
  • Straß
  • Unterniederndorf
  • Wolfgrub

Nachbargemeinden

St. Leonhard Kaltenberg
Gutau Nachbargemeinden Unterweißenbach
Bad Zell Pierbach

Geschichte

Schönau ist eine Gründung der Herren von Machland, urkundlich um 1230. Die Pfarrkirche ist um 1230 erstmals erwähnt und dem hl. Jakobus geweiht. Zur Zeit der mittelalterlichen Fernwallfahrten führte ein Pilgerweg von Polen kommend nach Santiago de Compostela in Spanien durch den Ort.

Der Dreißigjährige Krieg und die Wiener Türkenbelagerung verschonten Schönau. Im Jahr 1536 kaufte der Protestant Hilleprant Jörger die Burg Prandegg von den Regensburgern. Der Jörger machte aus Schönau einen Stützpunkt der neuen Religion. Mit der Gegenreformation wurde auch die Schönauer Bevölkerung wieder mehrheitlich katholisch. Aus der Zeit 1660 bis 1730 hielt der Aberglaube Einzug und ein Fall eines Hexenprozesses ist überliefert. Bis 1848 war das Gemeindegebiet weiteren Herrschaften unterstellt, hauptsächlich der Herrschaften Prandegg, Schloss Zellhof, Schwertberg und Ruttenstein.

1848 folgte die Verwaltungsänderung und Schönau wurde eine Gemeinde. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Im Jahr 1920 gab die Gemeinde ein Notgeld heraus, um die wirtschaftlichen Belastungen zu mindern.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum „Gau Oberdonau“. Nach 1945 lag Schönau in der sowjetischen Besatzungszone und nach 1955 erfolgte ein Aus- und Neubau der Infrastruktur. Die Gemeinde gehörte bis Ende 2002 zum Gerichtsbezirk Unterweißenbach und wurde per 1. Jänner 2003 dem Gerichtsbezirk Pregarten zugeteilt.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung[1]
Jahr Einwohner   Jahr Einwohner
1869 1.667   1951 1.589
1880 1.700   1961 1.629
1890 1.683   1971 1.708
1900 1.703   1981 1.736
1910 1.700   1991 1.823
1923 1.770   2001 1.818
1934 1.800   2008 1.885
1939 1.677

Entwicklung und Struktur

Im Jahr 1869 wohnten im Gemeindegebiet 1667 Menschen. Bis 1971 schwankte die Bevölkerungszahl um diesen Wert und wuchs kaum. Im Jahr 1991 hatte die Gemeinde 1823 Einwohner, bei der Volkszählung 2001 nur 1818, was einem Rückgang von 0,3 % entspricht. Am 1. Jänner 2008 verzeichnete die Gemeinde 1885 Einwohner, den höchsten Stand in der Geschichte und es zeigt sich eine Zunahme der Bevölkerung.[1] Die Bevölkerung entwickelt sich aufgrund der Erschließung neuer Baugründe weiter positiv. Durch die immer besser werdenden Verkehrswege rückt Schönau näher zu Linz: in einer halben Autostunde erreicht man die Stadteinfahrt im Norden.

Bei der Volkszählung 2001 betrug der Anteil der Einwohner, die 60 Jahre und älter waren, 18,3 %; 20,6 % waren unter 15 Jahre alt. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung lag bei 49,8 %.[2]

Von den 1443 Bewohnern Schönaus, die 2001 über 15 Jahre alt waren, hatten 1,9 % eine Universität, Fachhochschule oder Akademie abgeschlossen. Weitere 5,4 % hatten eine Matura absolviert, 46 % hatten einen Lehrabschluss oder eine berufsbildende mittlere Schule besucht und 46,6 % aller Schönauer hatten die Pflichtschule als höchsten Abschluss.[3]

Herkunft und Sprache

Der deutsche Dialekt, der im Raum Schönau sowie in Oberösterreich allgemein gesprochen wird, ist das Mittelbairische. 99,7 % der Schönauer gaben 2001 Deutsch als Umgangssprache an. Weitere 0,1 % sprachen hauptsächlich tschechisch, der Rest sprach andere Sprachen.

Der Anteil der Schönauer mit ausländischer Staatsbürgerschaft lag 2001 mit 0,9 % weit unter dem Durchschnitt Oberösterreichs. Dabei hatten 0,1 % der Schönauer Bevölkerung eine Staatsbürgerschaft aus Bosnien-Herzegowina, 0,4 % eine aus Deutschland und 0,4 % entfielen auf sonstige Staatsbürger. Insgesamt waren 2001 etwa 0,8 % der Schönauer in einem anderen Land als in Österreich geboren.[2]

Politik

Die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen finden alle sechs Jahre, zeitgleich mit der Landtagswahl statt. Ab dem Jahr 1945 erreichte die ÖVP bis 1997 immer die absolute Mehrheit. Zweitstärkste Partei wurde jeweils die SPÖ. Die FPÖ wurde immer die drittstärkste Partei, trat aber nur 1991 und 1997 an. 2003 wurde die ÖVP mit 62,3 % stimmenstärkste Partei und regierte mit absoluter Mehrheit.[4] 2009 konnte die ÖVP diese absolute Mehrheit auf 71,3 % ausbauen.[5]

Die Gemeinderatswahl 2009 mit einer Wahlbeteiligung von 87,8 % ergab folgendes Ergebnis:

Partei / politische Gruppierung Stimmen-
anteil
Verän-
derung
Sitze im Gemeinderat Verän-
derung
ÖVP 71,3 % +9,0 % 14 +2
SPÖ 28,7 % -9,0 % 5 -2

Bürgermeister der Gemeinde ist Herbert Haunschmied von der ÖVP. Der Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern.

Die nächste Gemeinderatswahl wird turnusmäßig 2015 abgehalten.

Schönau ist Mitglied des Verbandes für Regional- und Tourismusentwicklung Mühlviertler Alm.

Partnerschaften

Die Gemeinde führt eine Partnerschaft mit der polnischen Gemeinde Gizalki. Gizalki ist Teil des Landkreises Plescew, welcher wiederum Partnerlandkreis des Landkreises Ammerland ist.

Wappen

Wappen Schönau

Das Gemeindewappen ist in Gold zwei schwarze, schräggekreuzte Brände, darunter eine rote Muschel. Die Brände sind ein Wappenbild des Ministerialengeschlechtes der Pranter, die Anfangs des 13. Jahrhunderts die erste Burg Prandegg errichteten. Die rote Muschel steht für den heiligen Jakobus der Ältere, dem Kirchenpatron, und symbolisiert eine Pilgermuschel. Die Gemeindefarben sind Rot-Gelb.

Die Verleihung des Gemeindewappens und der Gemeindefarben erfolgte am 24. April 1972.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche St. Jakobus

Jakobskirche in Schönau

Die Pfarrkirche St. Jakobus wurde um 1230 erstmals urkundlich erwähnt, ursprünglich eine Filialkirche von Naarn. Die Mauern des Langhauses sind noch romanisch, der niedrige, gedrungene Kirchturm stammt aus dem 13./14. Jahrhundert. Um 1516 kam es zur gotischen Umgestaltung des Langhauses (Netzrippengewölbe). 1968 Erweiterung der Kirche: Abbruch des gotischen, barockisierten Chores und der gotischen Westempore durch Anton Zemann, Entfernung der neugotischen Einrichtung. Der moderne Erweiterungsbau ist asymmetrisch an das alte Kirchenschiff angefügt, darin der Altarraum, die Taufkapelle, die Sakristei und die neue Orgelempore. Die Einrichtung ist aus verschiedenen Einzelteilen zusammengestellt. Die Orgel (1993) mit 2 Manual und 18 Register stammt von der Oberösterreichischen Orgelbauanstalt St. Florian. Im Kirchturm hängen 4 Glocken (g, b, d, h).

Prandegg

Die Burgruine Prandegg ist eine mächtige Burgruine im Gemeindegebiet.

Naturdenkmäler

  • Herrgottsitz: Ein Schalenstein und angeblich eine frühchristliche Kult- und Opferstätte.

Musik

  • Musikverein

Sport

Schönau verfügt über ein kleines Schigebiet Stoaninger Alm mit einem Schlepplift und zwei Pisten. Im Sommer steht eine Speed-Gleit-Bahn zur Verfügung.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Schönau im Mühlkreis wird von der Riedmark Landesstraße (L 576) von Nordosten Richtung Südwesten durchquert. Durch das Gemeindegebiet führt der überregionale Wander- und Pilgerweg Johannesweg.

Öffentliche Einrichtungen und Bildung

Im Ort stehen ein Kindergarten, eine Volksschule und eine Bücherei zur Verfügung. Weiters gibt es einen Allgemeinmediziner in der Gemeinde.

Im Gemeindegebiet existieren drei Freiwillige Feuerwehren, in: Schönau, Oberndorf und Prandegg.

Persönlichkeiten

  • Hans Viehböck (* 1953): Schriftsteller, Musiker

Einzelnachweise

  1. a b Statistik Austria: Einwohnerzahl und Komponenten der Bevölkerungsentwicklung (download als pdf)
  2. a b Volkszählung 2001: Demografische Daten (download als pdf)
  3. Volkszählung 2001: Wohnbevölkerung (download als pdf)
  4. Gemeinderatswahlen Prozentanteile: Gemeindewahl Schönau (abgerufen am 29. Oktober 2008)
  5. http://wahl.land-oberoesterreich.gv.at/whlp/WHLPErgebnisEingelangtNEU.jsp?BezirksListe=6&GemeindeListe=40619&cmdAktualisieren=&bezirkAlt=6&wahlKreisAlt=&wahlNameKurz=G09&gemeindeNummerLink=
  6. Land Oberösterreich, Landesgeschichte: Wappen der Gemeinde Schönau (abgerufen am 29. Oktober 2008)

Literatur

Weblinks

 Commons: Schönau im Mühlkreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien