Schönberg-Höhlensystem

Schönberg-Höhlensystem
Lage: zwischen Oberösterreich und Steiermark
Geographische
Lage:
47° 42′ 5,5″ N, 13° 46′ 20,4″ O47.70152513.772336111111Koordinaten: 47° 42′ 5,5″ N, 13° 46′ 20,4″ O
Schönberg-Höhlensystem (Oberösterreich)
Schönberg-Höhlensystem
Schauhöhle seit: Nein
Gesamtlänge: 130 kmdep1
Niveaudifferenz: 1.060 mdep1
Besonderheiten: Längste Höhle der EU, viertlängste Höhle Europas

Das Schönberg-Höhlensystem bei Bad Ischl im Grenzgebiet zwischen Oberösterreich und der Steiermark entstand durch den Zusammenschluss des Feuertal-Höhlensystems mit ungefähr 33 km und der Raucherkarhöhle mit rund 86 km. Es ist somit mit einer Länge von 130 km (Stand: August 2009) die längste Höhle Österreichs und der Europäischen Union. Der darüber liegende Schönberg ist für das Höhlensystem namensgebend.

Die weitverzweigte Höhle mit 34 Eingängen liegt im Toten Gebirge. Das Gebiet um das Schönberg-Höhlensystem wird vom Landesverein für Höhlenkunde Oberösterreich erforscht, kartographiert und vermessen.

Das Schönberg-Höhlensystem liegt an Platz 12 der Liste der längsten Höhlen der Welt.[1] Innerhalb Europas befinden sich auf dem Gebiet der Ukraine (Optymistytschna Petschera) und der Schweiz (Hölloch, Siebenhengste-Hohgant-Höhle) längere Systeme.

Inhaltsverzeichnis

Geologie

Das Schönberg-Höhlensystem liegt in einem großen Block des Dachsteinkalks der Nördlichen Kalkalpen. Diese wurden bei der alpidischen Gebirgsbildung in mehreren tektonischen Teildecken nach Norden über die Gesteine des europäischen Kontinentalrandes überschoben. Die Gesteine wurden dabei stark beansprucht, zum Teil gefaltet und geklüftet. Entlang dieser Klüftung drang Niederschlagswasser in das Gestein und führte zur Ausbildung von Höhlen als typische Karsterscheinungen. Die bevorzugte Orientierung der Klüftung im Gestein verläuft von Südwesten nach Nordosten, so dass auch die entstehenden Höhlensysteme diese Orientierung aufweisen.[2]

Geschichte des Zusammenschlusses

Alljährlich etwa in der ersten Augustwoche findet auf der Ischler Hütte eine Forschungswoche statt. Im Rahmen der Forschungswoche 2007 gelang es den teilnehmenden Höhlenforschern, den lange gesuchten Durchgang zwischen den beiden Höhlensystemen zu finden.

Diesen Zusammenschluss der beiden Höhlensysteme machten einige vorangegangene Touren möglich. So führten einige zwei- bis dreitägige Biwaktouren im Feuertal-Höhlensystem in ein neues System das parallel zum großen Horizontalgang immer näher an die Raucherkarhöhle führte. In drei großen Touren wurde 1.500, 1.800 und 2.300 m vermessen und die Überdeckung, also der Abstand zwischen Fels und Oberfläche, immer geringer.

Während der gesamten Forschungswoche wurden Versuche gestartet, die Verbindung zu finden, jedoch stellten sich die meisten Gänge in Richtung Raucherkar als Sackgassen heraus. Am vorletzten Tag wurde noch ein vielversprechender Gang („Feuchter Tropfsteingang“) gefunden und vermessen. Am 3. August 2007 wurde noch einmal ein letzter Versuch in diesem Gang unternommen, um die zwei unerforschten Gänge noch zu untersuchen. Der erste Gang stellte sich wiederum als Sackgasse heraus. Der zweite, ein 20 m tiefer Schacht, führte durch ein eng verzweigtes Gangsystem („Konstante Inhumanität“) direkt Richtung Raucherkarhöhle, wo schließlich der Zusammenschluss durch die Höhlenforscher Gerhard Wimmer, Clemens Tenreiter und Gabriel Wimmer stattfand.

Einzelnachweise

  1. Bob Gulden: Worlds longest caves. In: GEO2 Committee on long and deep caves. NSS, 15. Oktober 2011, abgerufen am 3. Dezember 2011 (englisch).
  2. Schönberg-Höhlensystem. Landesverein für Höhlenkunde Oberösterreich

Weblinks