Schützenkompanie "Major Josef Eisenstecken" Gries

Schützenkompanie "Major Josef Eisenstecken" Gries
(SK Gries)
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Zweck: gesellschaftspolitische,gesellschaftlich-soziale und kulturelle Aufgaben
Vorsitz: Josef Oberkofler
Gründungsdatum: 1959 (Wiedergründung)
Mitgliederzahl: 38
Sitz: Gries bei Bozen, Südtirol
Website: www.skgries.com
Standschützen der Marktgemeinde Gries bei Bozen bei der Aufstellung zum Abmarsch zur Dolomitenfront im Jahre 1915.
Erste Ausrückung der Schützenkompanie Gries nach der Wiedergründung. 10. Mai 1959 in Meran

Die Schützenkompanie "Major Josef Eisenstecken" Gries oder auch SK Gries ist eine Schützenkompanie aus Gries (Bozen) in Südtirol.

Geschichte

Erste Erwähnung der Tiroler Grieser Schützen im Jahre 1410 bei der Belagerung der Burg Greifenstein, der heutigen Burgruine oberhalb der Ortschaft Siebeneich bei Terlan mit 100 Mann. Bei der Schlacht von Calliano bei Rovereto, im Jahre 1487 kämpften sie gemeinsam mit anderen Tiroler Schützenkompanien und Schweizer Söldner gemeinsam gegen das venezianische Heer. 1504 kämpften die Grieser bei der Belagerung von Kufstein an vorderster Front. Im Jahre 1759 waren die Grieser Schützen bei der Überführung der Reliquie des seligen Heinrichs von Bozen mit dabei.

Bei der Feier zu Ehren der Kaiserin Maria Luise waren sie auch anwesend. Bereits damals trugen die Grieser ihre blauen Strümpfe. In den Jahren 1796/1797 sind die Grieser bei den Kämpfen in Lavis dabei. Die Franzosen konnten damals ein Jahr lang aufgehalten werden bis dann, am 2. Oktober 1797, anlässlich der letzten „Schlacht bei Lavis“ 40 Grieser den Heldentod fanden. Im selben Jahr wurden die Grieser, zusammen mit den vereinigten Kompanien der Bozner Umgebung mit vier großen und 16 kleinen Tapferkeitsmedaillen ausgezeichnet.

Der „Badlwirt von Gries“ Major Josef Eisenstecken, nach dem die Kompanie heute benannt ist, war einer der engsten Vertrauten Andreas Hofers. Er wird am 1. Mai 1827 in Gries zu Grabe getragen. Es begleiten ihn die Grieser Schützen mit ihrer Musikkapelle.

Im Mai 1915 zieht das Grieser Schützenbataillon an die wieder bedrohte Landesgrenze ins untere Etschtal. Im Juni desselben Jahres kämpfen sie in Folgaria (Vielgereut) und in Lavarone (Lafraun) und 1916 sind sie bei der großen Maioffensive im Etschtal im Einsatz.

Nach der Eingliederung Südtirols in den Staat Italien im Jahre 1920, wurden alle Schützen und alle Südtiroler Vereine von den Faschisten verboten. Dieses Verbot dauert bis zum Jahre 1958. Im Herbst des Jahres 1958 gingen der damalige SVP Ortsobmann von Gries, Josef Mair-Jenner daran, in Gries wieder eine Schützenkompanie zu gründen. Bereits am 3. Jänner 1959 wurde die Grieser Kompanie im Gasthof „Lamm“ in Gries wieder gegründet und es wurde eine provisorische Kommandantschaft ernannt.

Die Schützenkompanie von Gries war die 1. Südtiroler Kompanie die in voller Stärke in Tracht und mit Kompaniefahne am 20. Februar 1977 zum Gedenktag für Andreas Hofer nach Mantua fuhr. Die Kompanie wurde von den höchsten Behördenvertretern der Stadt Mantua empfangen und der Bürgermeister der Stadt entbot den Gruß Mantuas und überreichte dem Hauptmann eine Statue des Hl. Antonius als Geschenk.

Persönlichkeiten

Weblinks