Schinderjackl

Als Schinderjackl (oder auch "Zaubererjackl") wurde im Volksmund der Salzburger Jakob Koller genannt, der ab 1675 zum mythifizierten Zentrum einer der spätesten und blutigsten Hexenjagdkampagnen in Europa wurde.

Nachdem seine Mutter, Barbara Koller, 1675 unter Hexereiverdacht inhaftiert und im August desselben Jahres hingerichtet worden war, wurde ein ständig wachsender Finderlohn auf den Sohn Jakob ausgeschrieben, der, Legenden nach, die Fähigkeit gehabt haben soll, sich in einen Wolf zu verwandeln. Im Sog dieser Ereignisse wurden einige Buben, fast immer aus dem Landstreichermilieu Salzburgs und des angrenzenden Bayerns, der Hexerei beschuldigt. Um ihren Kopf zu retten beschuldigten sie weitere Kollegen. Durch dieses Schneeballsystem wurden im Laufe der Zeit 133 Menschen nach Anwendung der Folter hingerichtet, unter ihnen ca. die Hälfte Kinder und Jugendliche. Die Grausamkeit dieser Kampagne und die - aus heutiger Sicht - Absurdität der Vorwürfe sind insbesondere vor dem Hintergrund, dass dies so spät stattfand, ungewöhnlich: Der Höhepunkt der Hexenverfolgungen in Europa war das späte Mittelalter und das 15. Jahrhundert gewesen.

Literatur

  • Felix Mitterer: Die Kinder des Teufels Theaterstück, beschäftigte sich mit dieser Thematik

Medien und Rezeption

  • Henrike Leonhardt: Es geschah im Rupertiwinkel ...: Geschichte vom Schinderjackl und den Zaubererbuben in Zeiten des Hexenwahns, Bayer. Rundfunk, 2003

Einzelnachweise

  • Heinz Dopsch: Kleine Geschichte Salzburgs: Stadt und Land. Pustet, Salzburg 2001, S. 131 f.