Schlacht bei der Schosshalde

Schlacht bei der Schosshalde
Teil von: Schweizer Habsburgerkriege
Karte der heutigen Quartiere von Bern. Die Schlacht fand im östlichen Berner Quartier Schosshalde statt
Karte der heutigen Quartiere von Bern. Die Schlacht fand im östlichen Berner Quartier Schosshalde statt
Datum 27. April 1289
Ort Bern im Kanton Bern, Schweiz
Ausgang Österreichischer Sieg
Konfliktparteien
Austria coat of arms simple.svg Habsburg Berne-coat of arms.svg Bern
Befehlshaber
Herzog Rudolf II. von Habsburg Ulrich I. von Bubenberg

Die Schlacht bei der Schosshalde war eine militärische Auseinandersetzung zwischen Habsburg und der freien Reichsstadt Bern. Sie fand am 27. April 1289 bei der Schosshalde zwischen Bern und Ostermundigen im Kanton Bern in der Schweiz statt.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Im Jahre 1255 stellte sich Bern unter Schutzhoheit der Grafen von Savoyen. Bern hatte Habsburg die Reichssteuer verweigert und sich dem burgundischen Bund mit Savoyen angeschlossen, der sich der Expansion der habsburgischen Hausmacht widersetzten. Das Haus Burgund beschloss 1287 den Krieg gegen König Rudolf von Habsburg. Obwohl Bern reichsfrei und mit Habsburg verbündet war, betrachtete Rudolf Bern als burgundischen Vorposten. Er kam Burgund mit einem Angriff zuvor und belagerte im Jahr darauf Bern zweimal erfolglos, das sich in beiden Belagerungen und der Schlacht um Bern behaupten konnte.

Verlauf

Im April 1289 zog der Sohn Rudolfs, Herzog Rudolf von Schwaben (laut Tschudi war es Albrecht nicht Rudolf[1]), unbemerkt vor Bern. Mit 300 Reitern legte er sich auf der Schosshalde vor den Toren östlich von Bern in einen Hinterhalt, während ein Streiftrupp durch Plünderungen an den Rebbauern die Berner Bürger aus dem sicheren Schutz der Aare hervorlockte. Mit dieser List wollte er die Berner besiegen.

Unbesonnen stürmten die Berner am 27. April den Muristalden hinauf. Da sahen sie sich plötzlich von den österreichischen Reitern umstellt und wurden vor den Toren der Stadt überwältigt. Wen die Habsburger erwischten, wurde gefangen, und wer floh, wurde niedergemacht. Der Graf von Homberg aus der Familie Frohburg-Homberg, Ludwig I. der Tapfere, der aus Freundschaft auf Habsburger Seite mitkämpfte, fiel jedoch in diesem Kampf, was bei seinem Vetter Herzog Rudolf eine tiefe Verbitterung auslöste.

Folgen

Schild mit der ältesten Farbdarstellung des Berner Wappens, 14. Jahrhundert

Im Mai desselben Jahres folgten schwierige Friedensverhandlungen von Schultheiss Ulrich von Bubenberg und König Rudolf I. von Habsburg in Baden. Bern wurde erneut zum Reichsgehorsam gezwungen und musste neue Steuern und eine hohe Busse zahlen. Die Stadt blieb jedoch reichsfrei und wurde Habsburg nicht unterworfen.

Der Ausgang des Konfliktes mündete jedoch in eine innere Krise. Es gab Kontroversen um die Schuld der Niederlage sowie einen Machtkampf zwischen dem Adel und Bürgern der Stadt, die durch die entstehende Klasse der Kaufleute und Handwerker gefördert wurde. Diese konstitutionelle Krise befasste sich mit der grundlegenden Definition der Bürger und mit den diesem Status verbundenen Privilegien. Nach dem April 1294 wurde unter dem Vorwand, Juden hätten einen Knaben ermordet, ein Teil der jüdischen Bevölkerung Berns gerädert und der überlebende Rest aus der Stadt vertrieben. Der Knabe wurde später unter dem Namen Rudolf von Bern als Märtyrer verehrt. Eine unblutig verlaufene Verfassungsänderung entschärfte die Situation durch die Erweiterung der politischen Führung. Die Opposition der Handwerker und Händler bewirkten ein Mitspracherecht im neugewählten Berner Rat. Dieser politische Umsturz wirkte sich im Nachhinein eher stärkend aus, da wenige Jahre danach Berns Territorialbildung einsetzte, was in dieser Zeit unüblich war, sowie das Wachstum der später so genannten Burgundischen Eidgenossenschaft.

Das Berner Wappen

Das Berner Wappen heute

Die Schlacht an der Schosshalde wird auch als Begründungsereignis des Stadtwappens angesehen. Zuvor war der Bär im Wappen (Zugeschriebenes Berner Symbol der zähringischen Stadtgründer) auf weissem Grund und horizontaler, nicht aufsteigender Marschrichtung (erster urkundlicher Beweis von 1208). Nach dieser Schlacht hatte Bern den Bären in einem rot-weißen Feld zu führen, den Farben Österreichs. Das Rot im Wappen wird auch oft als das vergossene Blut der in der Verteidigung Gefallenen interpretiert. Der goldene Schrägbalken wurde wahrscheinlich erst während oder nach dem Laupenkrieg 1339 eingeführt, angeblich um im Kampfgetümmel mehr Übersicht bewahren zu können. Der aufsteigende Bär wird oft auch mit Berns Aufstieg gleichgesetzt, das sich ab dieser Zeit als Konkurrent Habsburgs zu betrachten begann. Die „lechzende“ Zunge wurde im Laufe der Zeit auch immer länger.

Das aktuelle Wappen ist ab spätestens 1365 belegt.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Aegidius Tschudi: Chronicon Helveticum, Band I., S. 197-198

Weblinks