Schladming–Dachstein

47.413.6833333333332687Koordinaten: 47° 24′ 0″ N, 13° 41′ 0″ O

Karte: Österreich
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Region Schladming–Dachstein
Bundesland: Steiermark
Fläche: 1.283,12 km²
Seehöhe: 640 bis 2.996 Meter
Höchste Erhebung: Hoher Dachstein (2.996m)
Einwohner: 31.148

Schladming–Dachstein ist eine Urlaubsregion im oberen Ennstal im Bezirk Liezen in der Steiermark.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Region umfasst das obere Ende des Ost-West-laufenden steirischen Ennstals und seine Nebentäler – unterhalb des am Mandlingpass angrenzenden salzburgischen Ennspongaus und südlich anschließend an das Salzkammergut. Nach Süden erstrecken sich die Täler der Großen und Kleinen Sölk (Naturpark Sölktäler), Untertal (Talbachklamm, Riesachfälle) und Obertal, und Preuneggtal in die Schladminger Tauern der Niederen Tauern. Ein nördliches Nebental der Enns ist die Ramsau. Den Nordrand bildet das Dachsteinmassiv der Kalkhochalpen, UNESCO-Welterbe. Mit 300 Bergseen, 1000 Quellen und 100 Wasserfällen ist die Region eine der wasserreichsten Regionen Österreichs.

Erreichbar ist die Region über die Ennstal Straße (B 320), die Verbindung von Tauern Autobahn (Knoten Ennstal bei Altenmarkt im Pongau) zur Pyhrn Autobahn (Knoten Selztal), und die entsprechenden Bahnlinie, die Ennstalbahn von Salzburg über Bischofshofen-Liezen nach Graz.

Geschichte

Bergsteigen und Schilaufen haben eine lange Tradition in der gesamten Region Schladming-Dachstein. Bereits früh entdeckten Touristen die landschaftlich reizvolle Bergbauernregion für sich. Vereinfacht wurde dies durch den Bau einer Eisenbahnlinie durch das Ennstal und deren Eröffnung 1875.

Der Hohe Dachstein, höchster Gipfel der Steiermark, wurde bereits 1834 erstbestiegen. Weitere Berge der Region sind der Grimming, der lange Zeit durch seine wuchtig vom Ennstaler Talgrund aufragende Gestalt als der höchste Berg der Steiermark galt oder auch der Hochgolling, höchster Berg der Niederen Tauern.

Mit der Popularisierung des Schisports begann für die Region der touristische Aufschwung. 1908 erfolgte die Erbauung der Krummholzhütte am Hauser Kaibling und auf der Planneralm konnten in der Plannerhütte zum ersten Mal Schitouristen untergebracht werden. In Schladming wurde 1908 bereits ein Schiverband gegründet und im Jahre 1920 mit der Hochwurzenhütte die erste Schihütte eröffnet. Die ersten Schilifte entstanden 1953 und 1954 in Schladming und auf der Planneralm.

Schladming entwickelte sich zur Schimetropole der ganzen Region. Auf der Planai wurde 1973 das erste Schiweltcuprennen in der Region ausgetragen. 1982 gipfelte die touristische Entwicklung vorerst in der Austragung der Alpinen Schiweltmeisterschaften. 2013 wird Schladming wiederum Austragungsort einer Schiweltmeisterschaft sein. Diese findet von 4. - 17. Februar 2013 statt. Schladming war 1993 der erste Austragungsort der Special Olympics World Games außerhalb der USA.

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es auf Grund des beginnenden Tourismus zur Gründung von Verkehrsvereinen und Tourismusvereinen in vielen Orten der Region. Diese Vereine waren eng mit den einzelnen Orten verknüpft, es gab kaum ortsübergreifende Aktivitäten. Seit den 1980er und 1990er Jahren wurde die Zusammenarbeit der einzelnen Tourismusvereine verstärkt und es kam zu der Gründung von Tourismusverbänden die mehrere Orte betreuen und die Mittel und Kompetenzen bündelten. Als Dachorganisation der Tourismusverbände wurde die Region Dachstein-Tauern gegründet. Diese sollte die Zusammenarbeit der einzelnen Tourismusverbände koordinieren und Optimierungspotentiale nutzen.

Im Herbst 2007 startet schließlich die Umgestaltung der Dachstein-Tauern Region in Tourismusmarketing GmbH Schladming-Dachstein.

Die Urlaubsregion Schladming-Dachstein teilt sich heute in folgende acht Regionalverbände mit 21 Gemeinden auf:

Gesellschafter der Tourismusmarketing GmbH Schladming-Dachstein sind alle diese Tourismusverbände, sowie die Bergbahnen Hauser Kaibling, Riesneralm, Planneralm, PlanaiHochwurzen und Reiteralm.

Kritik

Die massentouristische Nutzung der Region im Winter ruft bei Umweltschützern Protest hervor. Die Region wird durch die Schifahrer extrem belastet; die große Zahl an Liften und Abfahrten führt zu starker Flächen- und Umweltbelastung. Ebenso sind die Probleme der künstlichen Beschneiung zu erwähnen.

Tourismus-Daten

Eckdaten[1]
Beherbergungsbetriebe: 1.791
Bettenkapazität gesamt: 28.042 (2008: 26.423)
Bettenkapazität 3* 6.576 (2008: 4.948)
Bettenkapazität 4* 4.099 (2008: 2.181)

Die Region Schladming-Dachstein ist nach Nächtigungen und Ankünften die größte Tourismusregion der Steiermark. Die wichtigsten Märkte sind nach wie vor der Inlandsmarkt (Österreich) und Deutschland. Eine starke Steigerung ist bei den Gästen aus Osteuropa spürbar.

Nächtigungen[1]
  Winterhalbjahr Winter 2008/09
(November bis April)
Sommerhalbjahr Sommer 2008
(Mai bis Oktober)
Gesamt: 1.747.286 1.071.360
Davon Österreich: 0 683.792 (39 %) 0 456.504 (42 %)
Davon Deutschland: 0 593.009 (36 %) 0 430.255 (42 %)
zum Vorjahr: 1.722.033 (− 1 %) 0 991.305 (+ 1 %)
Ankünfte[1]
0 344.076 0 207.332

Touristische Angebote

Ein Angebot im Sommer wie im Winter ist die Dachstein-Südwandbahn von Ramsau am Dachstein mit dem Dachstein Sky Walk, einer Aussichtsplattform[2] – mit 196.317 Besuchern im Jahr 2007[3] gehört sie zu den bestbesuchten Attraktionen des Landes Steiermark.

Winter

Gesamtlänge Pisten: 223 km
Liftanlagen: 109
Gesamtförderleistung/Lifte: 103.500 Personen/Stunde
Beschneiung der Pisten: ca. 99 % der Pisten beschneibar
Langlauf Loipen: 472 km (Klassisch und Skating)
Höhenloipe: Dachsteingletscherloipe (2.700m) 7-15 km

Skifahren / Snowboarden / Freeride

  • Das Herz der Skiregion Schladming-Dachstein ist die Schladminger 4-Berge-Schischaukel mit 4 Einstiegsstellen. Sie umfasst 109 Liftanlagen, darunter 9 Seilbahnen, 25 Sessellifte, 57 Schlepplifte und 18 Kinderlifte. Die Pisten haben eine Gesamtlänge von 223 Kilometer, wovon 79,2 leicht sind, 112,1 mittel und 30,3 Kilometer schwer. Die längste Talabfahrt ist die Hochwurzen FIS Talabfahrt mit 7,7 Kilometer.
  • Skigebiet Dachsteingletscher mit dem Schigebiet Ramsau, und der Edelgrießabfahrt am Dachsteingletscher, eine 18 Kilometer lange Offpisten-Abfahrt. Bei der Dachsteinüberquerung überquert man auf 25 Kilometern den Gletscher von der steirischen Seite bis nach Oberösterreich nach Obertraun.
  • die kleineren Schigebiete Fageralm, Galsterberg und Stoderzinken mit Familienprofil
  • Der Dachstein verfügt mit dem Atomic Superpark im Frühjahr und im Herbst für Snowboarder über Halfpipes, Corner, Kicker und Rails, ebenso wie die Snowvally Planneralm sowie der Park auf der Planai in Schladming.
  • Kindern und Erwachsene, welche das Skifahren erlernen oder verbessern wollen, stehen 18 Schischulen, davon 11 mit Kinderschigarten zur Verfügung.

Die Schigebiete bilden die Skiregion Schladming–Dachstein der Ski amadé. Sie zählt zu den Top 5 Skiregionen Österreichs, und ist durch die Ausrichtung von jährlichen Weltcup-Skirennen (seit 1973) bekannt, im Besonderen das Nightrace, den Nachtslalom, mit etwa 50.000 Besuchern eine der bestbesuchten Schiveranstaltungen der Welt. Sie ist Austragungsort der Weltmeisterschaften in Ski Alpin (1982, und 2013, wie auch der Special Olympics 1993, Ski-Junioren-WM 1997 und der Weltmeisterschaft im Skibergsteigen 2012.

Langlaufen

Das Langlaufzentrum Ramsau[4] und die umliegende Region bieten 472 Kilometer an Loipen an - klassisch und skating. Zu den Touren gehören die Kristall Loipe im Untertal (hin und retour 32 Kilometer) und die Donnersbachwalder Talloipe (1.000 Höhenmeter) mit 16 Kilometer Loipe. Höhenloipen findet man auf dem Dachsteingletscher (Dachsteingletscherloipe), der Almregion Dureggweg sowie auf der Planneralm. In Aigen-Irdning gibt es eine Nachtloipe.

Ramsau war Austragungsort Nordische Skiweltmeisterschaft 1999 und Special Olympics 1993, und richtet Weltcupereignisse und österreichische Staatsmeisterschaften aus.

Weitere Freizeitangebote

  • 288 Kilometer Winterwanderwege in der gesamten Region.
  • Dachstein Eispalast mit Blick in eine Gletscherspalte

Sommer

Markierte Wanderwege 1000 km
Rad- und Moutainbikerouten: 930 km
Lauf- und Nordic Walking Strecken: 45
Golfplätze: 4
Klettersteige: 14
Sommer-Schilauf: Dachsteingletscher (2.700m)

Wandern und Klettern

1000 Kilometer ausgeschilderte Wanderrouten stehen zur Verfügung, darunter der Schladming-Tauern-Höhenweg, der Panoramaweg 100 sowie der Dachstein Rundwanderweg, welcher durch 3 Bundesländer führt; außerdem der Erlebnisweg Wilde Wasser, welcher zum Riesachsee entlang des größten Wasserfalles der Steiermark führt. Für Kletterer gibt es 14 Klettersteige, welche sich am und um den Dachstein befinden.

Mountainbike

Mountainbikern stehen gesamt 930 Bikekilometer zur Verfügung mit 25.000 Höhenmetern. Darüber hinaus verfügt die Region über 3 Downhillstrecken sowie einem Dirt Park. Ein jährliches Highlight in der Region ist der UCI Mountainbike Weltcup.

Laufen und Nordic Walken

Für Läufer und Nordic Walker stehen 45 ausgeschilderte Strecken zur Verfügung. Nebenbei wurde das größte vernetzte und von der Nordic Walking Organisation (NWO) zertifizierte Nordic Walking Gebiet in den Alpen eröffnet.

Weitere Angebote

  • Golf & Country Club Schladming/Haus, Schloss Pichlarn - Irdning, Golfclub Radstadt, Golfclub Weißenbach/Liezen
  • Rafting, Canyoning, Paragleiten, Segelfliegen, Reiten, Hochseilklettergärten, Kajak

Einzelnachweise

  1. a b c Winter 2008-2009 in Zahlen in der Region Schladming-Dachstein. Planai-Hochwurzen-Bahnen Gesellschaft m.b.H., Schladming-Dachstein Tourismusmarketing GmbH, abgerufen am 10. November 2009 (pdf).; Der Winter 2007-2008 in Zahlen in der Region Schladming-Dachstein. Abgerufen am 10. November 2009 (pdf).
  2. Sky Walk und Eispalast, ramsau.com
  3. Österreich Werbung, zit. nach  Wirtschaftskammer Österreich Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft (Hrsg.): Tourismus in Zahlen. Österreichische und internationale Tourismus- und Wirtschaftsdaten. 45. Ausgabe, März 2009, Tabelle Besucherzahlen von Sehenswürdigkeiten in Österreich 2007, S. 63 (pdf 2,1 MB).
  4. Langlaufen in Ramsau am Dachstein, Steiermark, Langlauf in Österreich, ramsau.com