Schloss Aich

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Schloss Aich
Schloss Aich um 1674, Stich von G.M.Vischer

Schloss Aich um 1674, Stich von G.M.Vischer

Entstehungszeit: 1220 (erste urk. Erwähnung)
Erhaltungszustand: zu Bauernhof umgebaut
Ort: Bad Zell
Geographische Lage 48° 22′ 11″ N, 14° 40′ 42″ O48.36972222222214.678333333333Koordinaten: 48° 22′ 11″ N, 14° 40′ 42″ O
Schloss Aich (Oberösterreich)
Schloss Aich
Das ehemalige Schloss Aich

Das Schloss Aich ist ein ehemaliges Schloss in Oberösterreich. Es liegt rund 1,5 Kilometer nordöstlich des Ortes Bad Zell im Mühlviertel. Das Schloss gehörte um 1220 zur Herrschaft Zellhof, war ein kleines Landschloss und ist heute ein Bauernhof, Mair in Aich mit Hofnamen. Es steht unter Denkmalschutz.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Um 1220 gehörte das Schloss zur Herrschaft Zellhof. Im 13. Jahrhundert wurde die Burg abgetragen und ein Schloss stattdessen errichtet, nur der Wehrturm blieb erhalten.

1422 werden als Besitzer die Herrn von Tannpeck (auch: Tannbacken) genannt. In der Folge kauften die Kapeller das Schloss und den dazugehörenden Maierhof, den Tannpeckhof, und wurden die Lehnsherren der Tannpecks. Kaspar Tannpeck und sein Sohn Hans übergaben während des Ungarnkriegs (um 1477) ihre beiden Schlösser Aich und Windhaag den Feinden Kaiser Friedrichs III. kampflos. Daraufhin wurden sie gefangen genommen und 1485 des Hochverrats angeklagt. Ihre Besitzungen wurden beschlagnahmt und das Lehen als Verfallen erklärt. Ab 1485 gehörte das Schloss den Herrn Laßla Prager und Ulrich von Starhemberg. Regina Tannpeck, die Tochter von Hans Tannpeck, vermählte sich mit Laßla Prager. 1492 verzichtete der Lehnsherr der Kapellen, Christoph von Lichtenstein, zugunsten von Regina auf das Schloss. Laßla Prager wurde vom Kaiser mit der Burg Windhaag belehnt. Die Ehe der beiden vereinte die alten Besitztümer wieder.

1597 wurden die Herrschaften Aich und Windhaag von Freiherr Friedrich von Prag an Lorenz Schütter verkauft. Dessen Sohn, Lorenz Schütter, verkaufte 1630 das Schloss Windhaag an Joachim Enzmilner und das Schloss Aich an Michel Pernauer zu Pernegg. Letzterer verkaufte das Schloss Aich bald an Hilleprant Jörger. Als bekennende Protestanten mussten die Jörger schließlich 1631 ihren gesamten Besitz (Prandegg, den Markt Zell, Schloss Zellhof, Pranthof (Gemeinde Gutau), Schloss Habichrigl, Schloss Aich und alle anderen Höfe und Zehente) an Gotthard von Scherffenberg (auch: Schärfenberg), Herr auf Spielberg verkaufen. Dieser verstarb aber relativ bald darauf und seine Witwe heiratete 1636 Hans Reichard von Starhemberg. Die Witwe von Scherffenberg verkaufte die Schlösser Aich, Habichrigl und Zellhof 1645 an ihren Schwiegersohn Georg Siegmund von Salburg, dem Besitzer von Prandegg. Nun blieb das Schloss länger im Besitz dieser Familie.

Ab 1823 wurde das Schloss aus dem Herrschaftsverband ausgegliedert und an Bauern verkauft. Der neue Besitzer ließ den Turm und die Kapelle abtragen und der Palas wurde umgebaut bzw. auf einen bäuerlichen Hausstock reduziert. 1885 kaufte es Georg Kranawitter und vererbte es seiner Tochter (1920). Im Jahr 1952 ging es durch Heirat an die Familie Mayr, deshalb nennt man das ehemalige Schloss heute Mayrhof.

Bau

Trotz der Umbauten zu einem Bauernhaus ist die Grundstruktur eines Schlosses noch immer erkennbar. Der Wehrturm wurde zwar abgetragen, aber über dem Wohneingang befinden sich zwei Wappensteine der Schattauer. Der Palas wurde um ein Stockwerk gekürzt und zum Hausstock umgebaut. Anstelle der ehemaligen großen Schlosskapelle befindet sich heute die Hofmauer. Die Kapelle bildete die Verbindung vom Wohn- zum Wirtschaftstrakt. Der ursprüngliche Eingang des Schlosses befand sich beim Torturm, der heute noch steht. Das ehemalige Außentor ist heute zugemauert, jedoch in der Mauer erkennbar. Hier kann man auch den ehemaligen Wassergraben als sumpfige Eintiefung noch erkennen, ansonsten wurde er aufgeschüttet. Der Torturm war früher nur mit Mauern mit der Kapelle und dem Palas verbunden. Die westliche Mauer wurde abgerissen und ein Stadel anstelle errichtet.

Siehe auch

Literatur

  • Oskar Hille: Burgen und Schlösser von Oberösterreich, Wilhelm Ennsthaler, Steyr, 2. Auflage 1992, ISBN 3850683230

Weblinks