Schloss Aichberg (Oberösterreich)

Schloss Aichberg um 1674, Stich von Georg Matthäus Vischer
Schloss Aichberg: heute Schlossbauer
Schloss Aichberg: historisches Foto von 1900

Das Schloss Aichberg ist ein ehemaliges Schloss in der Ortschaft Aichberg, Gemeinde Waldkirchen am Wesen in Oberösterreich. Das Schloss ist, seit der Hauptturm im Jahre 1940 abgetragen wurde, kaum noch als solches erkennbar, und dient jetzt als Bauernhof (Schlossbauer).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Aichberg wird erstmals im Jahr 1140 urkundlich genannt, seine Erbauer und damaliger Besitzer war der den Herren von Wesen dienstbare Ritter Heinrich von Aichberg. Nach dem Aussterbern der Herren von Weser vermachte deren Nachfolger Hadmar von Waldeck die Burg Wesen mit allen dienstbaren Leuten dem Bistum Passau. Dadurch wurde Ulrich von Aichberg, zuerst unfrteier Dienstmann der Wesener, 1325 Passauer Ministeriale. Die benachbarten Oeder, ebenfalls Ministeriale des Passauer Bischofs, konnten 1446 in den Besitz des Schlosses Aichberg gelangen. Die Aichberger starben 1455 aus. Von 1572 bis 1844 ist das Schloss in Besitz der Grafen Salburg, die bis zum heutigen Tag im Besitz des nahe gelegenen, jenseits der Donau befindlichen Schlosses Altenhof sind. Die Salburger blieben bis 1814 im Besitz von Aichberg und bauten die frühere Wasserburg zu einem Schloss um. Maria Angelika Gräfin Salburg, die den Grafen Ludwig von Sprinzenstein geehelicht hatte, erhielt den Besitz als Hochzeitsgut. Nach dem Toide ihres Gemahls verkaufte sie 1844 Aichberg an den Grafen Albert von Saint Julien. Dieser verkaufte 1848 als die Gutsuntertänigkeit aufgehoben und der Ertrag aus dem Anwesen wesentlich reduziert war, an einen Josef Reischauer. Danach erfolgte ein rascher Besitzerwechsel. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts ließ der Gastwirt Fischer, das fast bis zur Ruine herunter gekommene Schloss ohne Rücksicht auf den historischen Bestand renovieren. Heute ist der Besitz ein stattlicher Bauernhof (Schlossbauer) im Besitz der Familie Wildauer.

Schloss Aichberg heute

Der Edelsitz bildete mit diversen Nebengebäuden, z. B. der Schlosstaverne, eine geschlossene Einheit. Das Schloss war früher ein Wasserschloss. Darauf weisen heute nur mehr die starken Stützmauern (vier an der Längs- und drei an der Schmalseite) hin, die verhindern sollten, dass das Gebäude in den umgebenden Wassergraben abrutschen konnte. Die früher ungleich hohen Fenster (z. T. schießschartenähnlich) sind heute auf eine einheitliche Größe gebracht. Die Ecktürme, wie sie noch aus einer Aufnahme um 1900 erkennbar sind, sind verschwunden. Das granitene Eingangsportal erinnert noch an frühere Zeiten.

Die etwas abseits gelegende Hoftaverne ist zwar auch heute noch ein Gasthaus (nun mit angebautem Feuerwehrhaus), macht aber einen sehr heruntergekommenen Eindruck. Hier ist aber noch das ursprünglich spitzgiebelige Dach, wie es früher auch auf dem Schloss war, vorhenden, ebenso die starken Stützpfeiler, die - da kein Wassergraben mehr vorhanden ist, nicht von selbst verständlich sind.

Bildergalerie

Literatur

  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.
  •  Herbert Erich Baumert & Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich, Band 2: Innviertel und Alpenvorland. Birken-Verlag, Wien 1985, ISBN 3-85030-049-3.

Weblinks

48.44527777777813.809722222222Koordinaten: 48° 26′ 43″ N, 13° 48′ 35″ O