Schloss Auhof (Linz)

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Schloss Auhof
Schloss Auhof heute (Südfront)

Schloss Auhof heute (Südfront)

Entstehungszeit: 1350 (erste urk. Erwähnung), heutiger Bau aus der Mitte des 17. Jahrhunderts
Erhaltungszustand: renoviert, öffentlich genutzt
Ständische Stellung: Freisitz
Ort: Linz
Geographische Lage 48° 20′ 16,3″ N, 14° 19′ 18,5″ O48.33786833288214.321802020204Koordinaten: 48° 20′ 16,3″ N, 14° 19′ 18,5″ O
Schloss Auhof (Oberösterreich)
Schloss Auhof

Das Schloss Auhof in der österreichischen Stadt Linz ist ein aus dem 16. Jahrhundert stammendes Schloss im Ortsteil Katzbach. Eine erste Erwähnung fand Auhof im Jahr 1350. Das Anwesen diente unter anderem landwirtschaftlichen Zwecken und war Ort einer Brauerei. Besitzer waren von 1689 bis 1961 Angehörige des alteingesessenen Adelsgeschlechtes der Starhemberger. Heute ist es Eigentum der Republik Österreich und dient als Verwaltungsgebäude der Linzer Johannes-Kepler-Universität. Seit 2012 steht das Schloss aus dem Frühbarock unter Denkmalschutz. Dieses Schloss ist der einzige noch in Teilen erhaltene adelige Landsitz im Stadtgebiet von Linz.[1]

Inhaltsverzeichnis

Name

Im 14. Jahrhundert wurde das Schloss häufig Au genannt und bis ins 18. Jahrhundert Au oder Auhof. Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wird das Schloss nur mehr als Auhof bezeichnet.[2]

Geschichte

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde das barocke Schloss am 15. August 1350.[3] Zu beginn handelte es sich bei dem Schloss um einen Bauern- oder Gutshof.[4] Die Erhebung zum adeligen Sitz („gesazz“) erfolgte zwischen 1350 und 1386.[5] Zu dieser Zeit verlieh Jans von Capell, Herr auf Steyregg, seinem Diener Chunrad von Aw aus dem Geschlecht der Pergheimer und Landrichter im Machland, den Sitz zu Au zu einem Erblehen. Dieser gab den Besitz an Chunrad den Walich weiter (Landrichter in Österreich ob der Enns), welcher wiederum 1386 „dacz gesazz zw Aw“ an den Hauptmann ob der Enns Reinprecht von Wallsee gab. Der Besitz wurde aber wieder eingelöst, vermutlich unter Reicher dem Walch. Auf dem Erbweg kam der Sitz an die Tochter Agnes, welche mit Simon Volkra zu Dornach verheiratet war und dem sie den Sitz als Heiratsgut zubrachte. Steffan der Volkra verkaufte 1502 den Besitz an seinen Verwandten Georg Walch von Prandegg. Bei den Walchen verblieb der Sitz bis zu deren Aussterben 1545. Danach wurde er treuhänderisch von Leo von Hohenegg von Hagenberg verwaltet, dieser war der Vormund des unter Kuratel gestellten Christoff Walch.

Schloss Auhof bei Linz nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674

Ende des 16. Jahrhunderts scheint der Sitz als liechtensteinisches Lehen auf. 1575 wurde Jörg von Hoheneck mit den Walchschen Gütern belehnt. Josef Stangl (Stängl) zu Waldenfels erwarb 1589 den Sitz; dessen Sohn Jakob veräußerte ihn 1628 an Konstantin Grundemann von Falkenberg, der ihn 1639 an Mathias Kronpichler weiterverkaufte. Zu der Zeit der Grundemanns kann das Schloss samt Besitztümer wie folgt beschrieben werden: Das Gebäude ist viereckig, drei Stockwerke hoch und beide Seiten sind mit Weinhecken umgeben. Vier Gewölbe und ein Kellergewölbe befinden sich im ersten Stock. Im zweiten Stock sind drei Stuben und eine Küche und im dritten Stock sind zwei Stuben, eine Kammer, eine Tafelstube, Küche und eine kleine Kammer. Ebenfalls befindet sich in dem adeligen Sitz ein Platz zum Aufbewahren von Getreide. Der Meierhof schließt direkt an dieses Gebäude an, auf der einen Seite das Meierhaus, welches die Meierstube, die Küche, eine gewölbte Gesindenkammer und Stallungen für die Tiere, wie Pferde, Kühe, Kälber etc. umfasst.[6]

Der Meierhof besaß drei sehr ertragreiche Felder mit über 30 Tagewerk, wobei ein Drittel Zehent zur Herrschaft Riedegg und zwei Drittel zur Herrschaft Steyregg gehörten. Weitere Besitztümer des Meierhofes waren 18 Tagwerk Holzgründe und zahlreiche Obstbäume. Der Sitz hatte auch eine Ziegelstatt, als Ofen, Stadel und Lehmgruben.[7]

Zu dieser Zeit hatte das Landgut Auhof auch das jährlich besuchte Reißgejaid.[7]

Um 1660 kaufte Graf Christoff Ernst von Schallenberg Auhof. Die Schallenberger betrieben hier einen großen Meierhof und seit dem Ende des 16. Jahrhunderts auch eine kleine Brauerei. Sein Sohn Christoff Dietmar verkaufte 1689 das „Schlosz und Landgut Au im Wildberger Landgericht“ an Reichsgraf Gundacker von Starhemberg. Dieser Verkauf am 2. Jänner 1689 fand aufgrund von Schulden statt.[8]

Das Schloss blieb bis 1961 im Besitz der Starhemberger, jedoch mit einer Zwangsunterbrechung von 1938 bis 1952.[9]

Während der Franzosenkriege im Mai/Juni 1809 fanden auf dem Schlossareal Gefechte zwischen Österreichern und Württemberger/Sachsen unter Vandamme und Bernadotte statt. Dabei wurde besonders die Einrichtung des Schlosses durch das sich dort befindende Militär stark beschädigt. Am Anfang des Ersten Weltkrieges stellte Ernst Rüdiger Fürst von Starhemberg, Abgeordneter der Wählerliste des oberösterreichischen Großgrundbesitzes, einige Räume des Schlosses zur Pflege verwundeter und kranker Soldaten zur Verfügung.[10]

Nach Aufhebung der Grundherrschaft 1848 verlor der Auhof an Bedeutung und verfiel (wie auch die im damaligen Besitz der Starhemberger sich befindlichen Freisitze Freisitz Hagen und Schloss Auberg); der Meierhof (der heutige Gasthof „Auhof“) und das Brauhaus waren verpachtet. Von 1945 bis 1955 diente das Schlossgebäude den russischen Besatzungstruppen als Unterkunft, die dort schwere Schäden anrichteten. Das Schloss wurde auch für die russische Militärverwaltung verwendet. Die umliegenden Kasernen nutzten die Russen ebenfalls als Wohnmöglichkeit. Seit 1960 können diese als Wohnungen gemietet werden.[11] 1961 verkaufte Heinrich Rüdiger Starhemberg das Schloss mit dem umliegenden Park (110.000 m²) an die Stadt Linz um 8,6 Millionen Schilling, welche das Areal und das Schloss für die Johannes-Kepler-Universität zur Verfügung stellte.[12] Auf diesem Stich von Georg Matthäus Vischer ist auch die an das Schloss eingebundene barocke Schlosskirche zu sehen.

Architektur

Außen

Das Schloss ist heute ein hakenförmiger Bau mit unterschiedlicher Geschosshöhe. Die hinter dem Schloss gelegenen Wirtschaftsbauten sind abgebrochen worden.

Im 17. Jahrhundert wurde der Freisitz Auhof schlossähnlich ausgebaut.[11] Das Schloss selbst stammt aus dem 16. Jahrhundert, Fassaden und Mansardendach sind aus dem 18. Jahrhundert. Der nach Süden weisende Haupttrakt besitzt drei Geschosse, ein gebrochenes Mansardendach und ein einfaches Granitportal von 1630. Der Anbauflügel ist zweigeschossig mit einem turmartig gestalteten barocken Eingangstor (1689). Das am Torturm straßenseitig betonte Einfahrtsportal stammt aus dem 4.V.18.Jh., Korbbogenportal mit klassizistischer Zopf- und Rosettenornamentik flankiert von Vollsäulen mit klassizistischen Kapitellen, darüber ein deutlich verkröpftes Gebälk, seitlich klassizistische Vasen tragend. Das Quadratfenster umfasst ein gebrochener Rundbogen (1905).[13]

Die in den 1960er Jahren erneuerten Fassaden besitzen im Prinzip vier gleich gestaltete Fronten. Die Fensteraufteilung folgt strengen, jedoch nicht ganz regelmäßig gesetzten Achsen. Durch das rustizierte Sockelgeschoss werden die Obergeschosse betont. Die Fenster im ersten Geschoss sind durch ein profiliertes Abschlussgesims herausgehoben, die Fenster im nächsten Geschoss sind hochrechteckig. Die Fenster des „piano nobile“ besitzen eine gerade Verdachung. An der Ostfassade sind die Fenster im rechten Teil als Doppelfenster ausgebildet. Der vierzehnachsige Osttrakt ist vermutlich aus dem ehemaligen Meierhof hervorgegangen. Der Torbau ist etwas aus der Mitte gerückt. Dieser Flügel ist mit neobarock dekorierten, kleinen runden Blechgaupen ausgestattet.

Innen

Alle drei Stockwerke des Gebäudes besitzen dieselbe Raumaufteilung, bis auf den Eingangsraum hinter dem Südportal. Auf dem Vischer-Stich sieht man auch die Zweiteilung der Längsachse. Das älteste Gewölbe, eine Stichkappentonne mit gekreuzten Gratenden aus dem Jahr 1560/70, befindet sich im nordöstlichen Erdgeschossraum. Das Tonnengewölbe im Erdgeschoss des Südteils stammt wahrscheinlich aus dem späten 16. bis 1. D. 17. Jh., es wäre jedoch auch möglich, dass die Stichkappen mit ihren geknickten Anläufen Ende des 17. Jh. verändert wurden. Die Stichkappentonnen mit gekreuzten, an den Anläufen geknickten Stichkappen der anderen beiden nördlich liegenden Räume stammen aus dem Jahr 1689. Die Ecke für den begehbaren Brunnenschacht im Nordwestraum ist wahrscheinlich 1689 zugebaut worden(heute Abgang zu Heizungskeller). Die Mauern des Südteils besitzen eine Dicke von 110 bis 115 cm und werden nach oben schmäler. Auch im Obergeschoss findet man Stichkappentonnen mit Kreuzgratkompartimenten (E.16./1.H.17.Jh.). In den übrigen Räumen und im gesamten dritten Stockwerk befinden sich leicht gekehlte Flachdecken.[14]

Im Inneren befinden sich darüber hinaus noch zahlreiche Prunkportale.[15]

Die Raumaufteilung im Inneren des Schlosses, besonders der südliche Bereich, der auf den Meierhof des 17. Jh. zurückgeht, wurde 1960 stark erneuert. Im nördlichen Teil ist die Aufteilung von 1905 in Ställe mit Traversengewölben und Wohnungen darüber noch teilweise erhalten.[16]

Die tiefgreifende Umgestaltung 1961 erfolgte, um den Bedürfnissen der Johannes-Kepler-Universität Rechnung zu tragen.

Schloss Auhof heute

Heute befinden sich im Schloss die Universitätsverwaltung, die Büros des Rektors und der Vizerektoren, der Sitz des Senats, die Rechtsabteilung und das Uni-Marketing. Mit den großen Parkanlagen und dem rechteckigen Schlossteich ist das Schloss heute das Wahrzeichen der Universität und beliebtes Ziel für Spaziergänger. Heutiger Eigentümer ist die Republik Österreich (Linzer Hochschulfonds).

Schlosspark Auhof

Der Schlosspark besitzt zwei Parkteile und einen großen Teich mit Insel. Zu der Zeit, wo das Schloss im Besitz der Starhemberger war, besaß der Park eine Orangerie, Obstspaliere und auch Früchte, wie Melonen, Ananas und noch vieles mehr. Weiters standen im Park und im Brunnenhof über 150 Kübelpflanzen, deren Einwinterung Probleme bereitete. Als Besonderheiten sind hier auch noch der „Türkische Weizen, Tartouffel (Kartoffeln) und Tabak“ zu nennen.[17] Die 1730 genannte Orangerie und die 1743 genannte Eremitage am Ende des Gartens wurden von Gundemar Graf Starhemberg erbaut, sind aber nicht mehr vorhanden.[18]

Um den großen Teich mit der Insel waren sieben Parzellen, sechseindrittel Hektar groß, als „Englischer Garten“ angelegt. Es gab da Pflanzensammlungen in Gewächshäusern und Gartenbeeten von fremden Ländern, sodass 1812 dieser Garten als sehenswert beschrieben wurde und in Folge viele Besucher anlockte. Auf Grund des großen Besucherandranges wurde vieles zerstört, deshalb wurde 1824 der Zutritt nur mehr mit Einlasskarten gestattet.

Im Jahre 1832 kam es zu einer weiteren Neugestaltung des Parks und im Zuge dessen wurden noch mehr exotische Pflanzen und Blumen gepflanzt. Der Garten wandelte sich zum Biedermeier-Garten mit vielen Blumen und elf verschiedenen seltenen Rosensorten (Moosrosen, Teerosen, Remontantrosen, Bourbon- und Noisetterosen etc.). Den ersten Weltkrieg überstand der Park ohne große Schäden und man konnte sogar noch eine selten blühende Agave bewundern, deren Alter auf 120 Jahre geschätzt wurde.

Mitte der zwanziger Jahre verfiel der Park immer mehr und auch der Teich wurde nicht mehr gepflegt. Der Park wurde zu Ende des Zweiten Weltkrieges als Übungsgelände für Kampftruppen genutzt. Erst als das Schloss samt Park 1961 an Linz zum Bau der Hochschule verkauft wurde, kam auch dem Park und dem Teich wieder Pflege zu.[19] Der Teich mit der Insel ist 11.500 m² groß.[20]

Teile des Schlossparkes können als erster Botanischer Garten von Linz erwähnt werden, der Park verfügt auch über einen beeindruckenden Gehölzebestand (Platane, Blutbuche, Geschlitztblättrige Rotbuche, Mammutbaum, Kanadische Hemmlocktanne etc.).[21]

Im Park stehen vier Platanen die das Amt der Oberösterreichischen Landesregierung im Februar 1994 unter Naturschutz stellte.[22] Weiters steht im Park ein Mammutbaum, der seit 1975 mit Bescheid des Magistrates Linz unter der Nummer 72 als Naturdenkmal anerkannt ist.[23]

Schlosspark – Universitätspark heute

Im Park befinden sich seit den 1990er Jahren zahlreiche Skulpturen von verschiedenen Künstlern und Künstlerinnen.

Spirit of Linz wurde von Helmuth Gsöllpointner kreiert und ist eine Dauerleihgabe des Museums Nordico in Linz. Hergestellt wurde diese Skulptur von der Voestalpine. Ursprünglich handelte es sich um ein Auftragswerk des Schuhkonzerns Puma und sollte einen jagenden Puma darstellen. Im Jahr 1993 kaufte die Stadt Linz diesen Gegenstand und aufgrund seiner Symbolkraft als Zeichen der Verbindung von Wissenschaft, Technik und Kunst wurde es auf der Johannes-Kepler-Universität Linz am Teicheck zum Managementzentrum aufgestellt. [24]

Werke, die von dem Künstler Alfred J. stammen und von seinen Eltern nach dessen Tod im Jahre 1995 als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurden:

  • Granatamphibolit ohne Titel ist 160 cm lang. Wann dieses Werk entstanden ist, ist unbekannt.[25]
  • Granitskulptur "Wächter " ist 2,1 m hoch. Entstehung ebenfalls unbekannt. 1998 wurde diese Skulptur gegenüber dem Schlosseingang aufgestellt.[26]
  • Marmorskulptur ohne Titel ist 1,1 Meter hoch. Entstehungszeit ebenfalls unbekannt. 1998 wurde sie am Forumplatz errichtet.[27]
  • Steinskulptur ohne Titel eine 2,2 Meter hohe Granitskulptur. Entstehungszeit nicht bekannt. Platziert 1998 am Forumplatz.[28]
  • Lichttor / Kepler-Tor:
Diese Skulptur stammt von Hiromi Akijama. Das Objekt besteht aus Schwedischem Granit und ist 3 Meter hoch. Entstanden ist sie 1970 beim Bildhauersymposium in Mauthausen und im Jahre 1971 wurde diese Skulptur vom Land Oberösterreich der Hochschule Linz geschenkt und steht nun links neben der Mensa.[29]
  • Metallobjekt "Gigant":
Dabei handelt es um ein sechs Meter hohes Eisenobjekt von Makoto Miura. Diese Leihgabe, welche 1991 geschaffen wurde, befindet sich seit 1993 auf der Teichwiese.[30]
  • Metallobjekt "Turm":
Ein 3,5 Meter hohes Stahlobjekt von Josef Baier. Entstehung 1992 und 1993 als Leihgabe am Forumplatz aufgestellt.[31]
  • Stein-Skulptur:
Die Stein-Skulptur stammt von Gabriele Berger. Elf behauene Granitblöcke, die zu einer Mauer angeordnet sind. Als Leihgabe 1993 am Campus platziert.[32]
  • Telefon:
Riesiges Telefon aus Granit, geschaffen von Gottfried Höllwarth 1972. Als Leihgabe des Oberösterreichischen Landesmuseums 1992 auf der linken Alleezufahrt im Schlosspark aufgestellt.[33]

Brauerei Auhof

Zur Zeit, als das adelige Landgut im Besitz der Grundemanns war, ergab eine Brau, 32 Eimer. Der jährliche Reinertrag wurde von 400 auf 3000 Gulden geschätzt.[7]

Im Jahr 1795 braute das Landgut Auhof 7.305 Eimer Bier, die größte Menge davon kaufte Linz.[34] Im Jahr 1900 wurde die Brauerei abgerissen.[11]

Brunnen

Brunnen Schloss Auhof

Der Brunnen des Schlosses wird bereits 1628 erwähnt. Um 1628 war der Brunnen von einem Brunnenhaus umgeben, welches mit einer ansehnlichen Kuppel von Holz und Schindel gedeckt war und acht Fenster mit versperrbaren Gittern hatte. Die Kosten dieses Brunnens betrugen über 500 Gulden. Das Wasser kommt aus einer Entfernung von 40 Klafter. Das Brunnenwasser ist auch für das Brauhaus, Meierhof und anderes verwendet worden.[7]

Der achteckige Brunnen ist von zwei Steinstufen umgeben und das Becken erscheint in barockem Stil. Der Obeliskaufsatz stammt aus dem 19. Jahrhundert.[35]

Der Brunnen ist bis heute in sehr gutem Zustand erhalten und frei zugänglich.

Schlosskapelle

Ehemaliger Hochaltar der Schlosskapelle; 1969 in die Filialkirche Oberthalheim übertragen

Die barocke Kapelle schloss direkt an das Schloss Auhof an.[7] Im Zuge der Sanierung und des Umbaus des Schlosses für die Universität wurde die barocke Schlosskapelle mit Steinsäulen im Jahr 1965 abgerissen. Der Hochalter wurde 1969 in der Filialkirche Obertalheim aufgestellt. Dieser Mamoraltar mit blockförmigen Altartisch stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1738. Das Hochaltarbild stammt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts von Johann Carl von Reslfeld und stellt die Kreuzigung Christi dar. Im Krieg wurde das Bild aus dem Altar gerissen. Danach übergab Graf Starhemberg das Hochaltarbild dem Stadtmuseum Linz. Im Auftrag des Museums wurde das Bild von Theodor Bohdanowicz restauriert, der auch Kleinigkeiten ergänzte (Mantel der Magdalena). Das Oberbild Gott-Vater mit Weltenkugel und Zepter in Vierpaßrahmen stammt wahrscheinlich vom Ende des 17. Jahrhundert, der Maler ist jedoch nicht bekannt.[36]

Sage

In den Oberösterreichischen Heimatblättern aus dem Jahr 1967 findet sich folgende Saga zum Schloss Auhof:

„Kaiser Joseph II in Auhof. Bei einem Aufenthalt in Linz kam Kaiser Josef II. auch in das Schloß Auhof und las dort ober der Sonnenuhr die Worte:
„Mach es wie die Sonnenuhr,
Zähl die heit’ren Stunden nur!“
Da verfinsterte sich das gütige Antlitz des Monarchen und er sagte: „Ich bin nicht so glücklich wie ihr; ich muß auch viele trübe Stunden mitzählen. Wenn ihr aber nun einmal so klug seid, so gebt mir in drei Tagen, wenn ich wiederkomme, Antwort auf die drei Fragen:
Wie tief ist das Meer?
Wie hoch ist der Himmel?
Was denke ich mir eben?“
Da war nun guter Rat teuer. Auch der Schloßkaplan, sonst um einen Ausweg nie verlegen, fand zunächst keinen. Da blies der allzeit lustige, pfiffige Schweinehirt seine Herde auf der Flöte durchs Tor herein. Das brachte den Geistlichen endlich auf einen guten Gedanken. „Heda“, rief er den Burschen zu sich und erzählte ihm das Vorgefallene. „Wenn du dich getraust, dann steh du dem Kaiser Rede und Antwort!“ „Ei, das getraue ich mich wohl“, lachte der Hirt, „aber ihr müßt mir dazu eure Kutte borgen!“ Als nun der Kaiser nach drei Tagen wirklich erschien und Antwort auf seine drei Fragen begehrte, trat der Schweinehirt im Gewand des Kaplans keck hervor und meinte treuherzig: „Das Meer ist gerade einen Steinwurf tief; der Himmel ist nur eine Tagereise hoch, denn es ist nur ein Himmelfahrtstag; Ihr denkt, der Kaplan stehe vor Euch, es ist aber nur der Schweinehirt!“ Dem Kaiser gefielen die klugen und witzigen Lösungen, er lächelte und sagte: „Ich kann Leute deines Schlages gut gebrauchen!“ Er ließ den Burschen ausbilden, der es zu Rang und Würde brachte.[37]

Literatur

  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.
  •  Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich, Band 2: Innviertel und Alpenvorland. Birken-Verlag, Wien 1964.
  •  Rudolf Hirschmann: Österreichische Kunsttopographie, Band LV Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz, III. Teil. Horn, Verlag Berger, Linz 1999.
  •  Herfried Thaler, Willibald Katzinger: Der Garten Auhof. In: Eröffnungsschrift Hochschule Linz. Linzer Hochschulfonds, Linz 1966.
  •  Georg Grüll: Aus der Geschichte des adeligen Landgutes Auhof bei Linz. In: Eröffnungsschrift Hochschule Linz. Linzer Hochschulfonds, Linz 1966.
  •  Herbert Erich Baumert: Vom adeligen Landsitz zum Universitätsrektorat. Das Schloss Auhof bei Linz. In: blickpunkt Oberösterreich Kulturzeitschrift. Jg.41 (1991), Heft3, S. 3.
  •  Eva Berger: Historische Gärten Österreichs:Garten- und Parkanlagen von der Renaissance bis um 1930. Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg, Kärnten, Steiermark, Tirol. Böhlau Verlag, Wien 2003.

Weblinks

 Commons: Schloss Auhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Herfried Thaler, Willibald Katzinger: Österreichische Kunsttopographie, Band LV Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz, III. Teil. Linz 1999, S. 327f.
  2. Georg Grüll: Aus der Geschichte des adeligen Landgutes Auhof bei Linz. In: Eröffnungsschrift Hochschule Linz. Linz 1966, S. 111.
  3. Georg Grüll: Aus der Geschichte des adeligen Landgutes Auhof bei Linz. In: Eröffnungsschrift Hochschule Linz. Linz 1966, S. 111ff.
  4. Herfried Thaler, Willibald Katzinger: Österreichische Kunsttopographie, Band LV Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz, III. Teil. Linz 1999, S. 327.
  5. Georg Grüll: Aus der Geschichte des adeligen Landgutes Auhof bei Linz. In: Eröffnungsschrift Hochschule Linz. Linz 1966, S. 111ff.
  6. Georg Grüll: Aus der Geschichte des adeligen Landgutes Auhof bei Linz. In: Eröffnungsschrift Hochschule Linz. Linz 1966, S. 114ff.
  7. a b c d e Georg Grüll: Aus der Geschichte des adeligen Landgutes Auhof bei Linz. In: Eröffnungsschrift Hochschule Linz. Linz 1966, S. 115.
  8. Georg Grüll: Aus der Geschichte des adeligen Landgutes Auhof bei Linz. In: Eröffnungsschrift Hochschule Linz. Linz 1966, S. 116.
  9. Herbert Erich Baumert: Vom adeligen Landsitz zum Universitätsrektorat. Das Schloss Auhof bei Linz. In: blickpunkt Oberösterreich Kulturzeitschrift. Jg. 41 (1991), Heft 3, S. 3.
  10. Herbert Erich Baumert: Vom adeligen Landsitz zum Universitätsrektorat. Das Schloss Auhof bei Linz. In: blickpunkt Oberösterreich Kulturzeitschrift. Jg. 41 (1991), Heft 3, S. 3.
  11. a b c Linzer Kulturstadtteile heute; abgerufen am 22. Oktober 2012
  12. Herbert Erich Baumert: Vom adeligen Landsitz zum Universitätsrektorat. Das Schloss Auhof bei Linz. In: blickpunkt Oberösterreich Kulturzeitschrift. Jg. 41 (1991), Heft 3, S. 4.
  13. Herfried Thaler, Willibald Katzinger: Österreichische Kunsttopographie, Band LV Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz, III. Teil. Linz 1999, S. 332.
  14. Herfried Thaler, Willibald Katzinger: Österreichische Kunsttopographie, Band LV Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz, III. Teil. Linz 1999, S. 331f.
  15. Herfried Thaler, Willibald Katzinger: Österreichische Kunsttopographie, Band LV Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz, III. Teil. Linz 1999, S. 332.
  16. Herfried Thaler, Willibald Katzinger: Österreichische Kunsttopographie, Band LV Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz, III. Teil. Linz 1999, S. 332.
  17. Rudolf Hirschmann: Der Garten Auhof. In: Eröffnungsschrift Hochschule Linz. Linz 1966, S. 120ff.
  18. Eva Berger: Historische Gärten Österreichs:Garten- und Parkanlagen von der Renaissance bis um 1930. Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg, Kärnten, Steiermark, Tirol Wien 2003, S.80.
  19. Rudolf Hirschmann: Der Garten Auhof. In: Eröffnungsschrift Hochschule Linz. Linz 1966, S. 120ff.
  20. Johannes Kepler Universität: Öffentliche Gebäude; abgerufen am 6. Dezember 2012
  21. Eva Berger: Historische Gärten Österreichs:Garten- und Parkanlagen von der Renaissance bis um 1930. Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg, Kärnten, Steiermark, Tirol Wien 2003, S.79f.
  22. Eintrag des Denkmals auf linz.at; abgerufen am 3. Dezember 2012
  23. Eintrag des Denkmals auf linz.at; abgerufen am 11. Dezember 2012
  24. Eintrag des Denkmals auf linz.at
  25. Eintrag des Denkmals auf linz.at
  26. Eintrag des Denkmals auf linz.at
  27. Eintrag des Denkmals auf linz.at
  28. Eintrag des Denkmals auf linz.at
  29. Eintrag des Denkmals auf linz.at
  30. Eintrag des Denkmals auf linz.at
  31. Eintrag des Denkmals auf linz.at
  32. Eintrag des Denkmals auf linz.at
  33. Eintrag des Denkmals auf linz.at
  34. Hans Sperl: Materialien zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Mühlviertels. Ehemalige Brauereien im Bezirk Urfahr-Umgebung. In: „Oberösterreichische Heimatblätter“, Linz 1987:4, S. 323. Abgerufen am 15. November 2012
  35. Herfried Thaler, Willibald Katzinger: Österreichische Kunsttopographie, Band LV Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz, III. Teil. Linz 1999, S. 332.
  36. Herfried Thaler, Willibald Katzinger: Österreichische Kunsttopographie, Band LV Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz, III. Teil. Linz 1999, S. 333.
  37. Hans Commenda: Sagen in und um Linz; Oberösterreichische Heimatblätter, JG 21, Heft 3/4, 1967, S. 45. Abgerufen am 7. Dezember 2012.