Schloss Bodendorf (Katsdorf)

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Schloss Bodendorf
Schloss Bodendorf nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674

Schloss Bodendorf nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674

Alternativname(n): Schloss Pottendorf
Entstehungszeit: 1270 (erste urk. Erwähnung)
Erhaltungszustand: abgekommen, Meierhof renoviert
Ständische Stellung: Edelsitz
Ort: Bodendorf, Gemeinde Katsdorf
Geographische Lage 48° 19′ 28,3″ N, 14° 29′ 10,5″ O48.32453573307914.486258983088Koordinaten: 48° 19′ 28,3″ N, 14° 29′ 10,5″ O
Schloss Bodendorf (Oberösterreich)
Schloss Bodendorf

Das Schloss Bodendorf befand sich im gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Katsdorf im Bezirk Perg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im landesfürstlichen Urbar wird um 1270 ein „Chötzhler vicillus in Pottendorf“ (vicillus = Dorfbewohner, Verwalter eines Gutes) als Meier genannt. Um 1284 werden die Gebrüder Ulrich und Konrad von Kapellen als Besitzer von Bodendorf genannt. Ab 1314 ist Bodendorf ein Edelsitz unter dem Inhaber Rueger der Pernauer. 1409 kommt der Besitz durch Heirat der Witwe des letzten Kapellers, Anna (geborene von Tybain), den Hans von Potendorf. 1437 wird Hand Flußhart Besitzer von Schloss und Herrschaft. 1635 wird dem Grafen Wenzel Reichardt von Sprinzenstein die Verlassenschaft der Flußharts übertragen, nachdem diese wegen des Bekenntnisses zum Protestantismus das Land verlassen mussten. 1729 kauft Freiherr Anton von Riesenfels die frei gewordene Herrschaft Bodendorf. 1774 erwarb diese Graf Christoph von Türheim. 1801 verlegten die Tochter der Türheims, Maria Franziska, und deren Gatte, Graf Michael Max Althan, den Sitz der mit Hagenberg vereinigten Besitzung nach Hagenberg und Bodendorf ließ man verfallen. Das Schloss wurde 1805 abgetragen. 1884 erfolgte die Löschung des adeligen Gutes in der Landtafel.

Der erhaltene Meierhof (Erbhof Moar) befindet sich seitdem im Besitz der Familie Falthansl.

Schloss Bodendorf heute

Von dem Schloss, wie es auf dem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674 zu sehen ist, ist nur mehr der Brunnen aus dem Schlosshof vorhanden. Der Brunnenaufbau ist abgekommen, der Brunnen selbst aber gibt heute noch das Wasser für den Hof.

Zudem ist der Meierhof erhalten, der zu einem modernen Betrieb umgestaltet worden ist. Ein Eingangstor (Jahreszahl 1525) und ein danebenliegendes Fenster sind original erhalten; der rechte Teil ist neu gebaut worden. Im Bauernhof befindet sich auch ein Raum mit Tonnengewölbe, der zu einem Wohnraum umgestaltet wurde. Die Steine eines vermutlich früheren Weinkellers (als Flurname gibt es noch die Bezeichnung „Weinberg“) wurden für einen Freisitz vor dem Meierhof verwendet. Die danebenliegenden Wirtschaftsgebäude sind nach mehreren Bränden neu aufgebaut worden.

Das rechts danebenliegende Gebäude (Buchdruckerei Ernst Denkmayr) wird als Schlosstaverne bezeichnet.

Bilder

Literatur

  •  Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.