Schloss Dachsberg

p3

Schloss Dachsberg
Schloss Dachsberg heute

Schloss Dachsberg heute

Alternativname(n): Daxberg, Dahsperg
Entstehungszeit: 1215 (erste urk. Erwähnung), 1672 heutige Gestalt
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: renoviert, heute Gymnasium Dachsberg
Ort: Dachsberg, Gemeinde Prambachkirchen
Geographische Lage 48° 17′ 57,7″ N, 13° 55′ 39,8″ O48.29935796552913.92772436142Koordinaten: 48° 17′ 57,7″ N, 13° 55′ 39,8″ O
Schloss Dachsberg (Oberösterreich)
Schloss Dachsberg

Das Schloss Dachsberg befindet im Ortsteil Dachsberg der Gemeinde Prambachkirchen im Bezirk Eferding im Hausruckviertel von Oberösterreich. Seit 1921 ist darin das Gymnasium Dachsberg untergebracht.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Es gibt bzw. gab zwei Anlagen Dachsberg, die ältere Burg ist die „Veste Tachsperg“, welche etwa 200 m unterhalb des heutigen Schlosses auf einem steil abfallenden Felsvorsprung gegen das Gallsbachtal stand, und das heutige Schloss Dachsberg, das nach einem Brande 1672 neu erbaut wurde.

Erstmals wird die Adelsfamilie Daxberger (Dachsberger, Schreibweise wechselt) um das Jahr 1200 erwähnt. Die Dachsberger waren eine Nebenlinie der hochfreien Herrn von Prambach und besaßen ihren Besitz als freies Eigen. Nach dem Aussterben der Hauptlinie der Prambacher mussten sich die Dachsberger unter den Schutz den Schaunberger stellen und wurden deren Ministeriale. Der 1218 genannte Ulricus de Dahsperch war bereits ein schaubergerischer Lehensmann. Die Dachsberger gelangten im Laufe der Jahrhunderte zu großem Besitz, zumeist in Niederösterreich gelegen. Im 14. Jahrhundert ließen die Dachsberger ihren Besitz von Burggrafen verwalten. Der Burggraf Renwart der Salchendobler bewohnte die Burg 1366. 1315 wird die Kapelle auf der damaligen Burg der Familie von Friedrich Clingwurm gestiftet. Der letzte der Dachberger war Jörg von Dachsberg, verheiratet mit der Erbtochter Wilburg des letzten Kapellers und gestorben 1423 zu Wien. Noch zu seinen Lebzeiten vermachte er den Besitz Dachsberg seinen Großneffen Kaspar und Gundacker von Starhemberg. Rüdiger von Starhemberg verkaufte Dachsberg 1463 seinem Vetter Ulrich von Starhemberg. 1493 kam Dachsberg von Gotthard von Starhemberg pfandweise an die Ursula Pernecker († 1547). Nach deren Tod wurde der Besitz wegen aufgekommener Erbstreitigkeiten zuerst öffentlich verwaltet. Sodann ging Dachberg als Heiratsgut der Tochter Elisabeth des Matthias Pernecker 1579 an Wolfgang von Oedt (Oeder) über. Er begann mit dem Bau des neuen Schlosses Dachsberg, wobei Großteils das Baumaterial der Burg Dachberg verwendet wurde. Von ihm erbte sein Sohn Georg aus erster Ehe Dachsberg; dieser erhielt von Erzherzog Karl 1570 die Erlaubnis, das Wappen der Pernecker in sein Wappen aufzunehmen. In zweiter Ehe war Matthias Pernecker mit Susanna von Neuhaus vermählt, die dem Matthias Pernecker sechs Töchter gebar.

Schloss Dachsberg um 1674, Stich von G.M.Vischer

Die Tochter Martha Oeder († 1616), die sich mit Georg Schiefer († 1600) aus Eferding vermählte, erhielt 1585 den Besitz als Heiratsgut. Unter den Schifers wurde das Schloss 1626 während des oberösterreichischen Bauernaufstands geplündert. Deswegen und wegen eines verheerenden Brandes von 1672 wurde das Schloss neu erbaut.

1713 verkaufte Theodosius Freiherr von Schifer den Besitz dem Grafen Josef von Manstorff (Mannstorf). 1775 erbte Johann Baptist Freiherr von Pilati von Tassul das Schloss von seiner Mutter Maria Theresia, einer geborenen Manstorff, der sich nun zu Daxberg nannte. 1827 wurde das Schloss verkauft und es folgte ein rascher Besitzerwechsel, der vor allem zu einem Verkauf des Gutsbestandes führte. Als Besitzer sind zu nennen Franz Bernklau (1827), Leopold Ichzentaler (1833) und dann an die Familie Riederer (1868-1911). Dann wurde Dachsberg von der Deutschen Sparkasse in Wien ersteigert.

Am 8. Dezember 1920 wurde die Ordensgemeinschaft des hl. Franz von Sales Besitzer des Schlosses und des noch verbliebenen Gutsbestandes. Diese richteten hier eine Internatsschule ein. [1] Während der Wirren des Zweiten Weltkrieges wurde das Gymnasium Dachsberg (auch manchmal "Daxberg" genannt), trotz Widerstand durch den Schulleiter Karl Eisenbarth, zeitweilig durch den NS-Stillhaltekommissär (Albert Hoffmann) gesperrt.[2] Grund sei ein "Zerwürfnis" bezüglich der Gegenreformation Ferdinand II. und eines Plädoyers für ein Toleranzpatent Josephs II. gewesen.[3] 1945 wurde Dachsberg von amerikanischer Artillerie beschossen und auch getroffen.

Baulichkeiten

An der Stelle der Veste Tachsberg ist unter Verwendung älterer Mauerreste eine Lourdesgrotte und ein Totenehrenmal errichtet worden.

Das Schloss Dachsberg ist heute ein rechteckiges dreigeschossiges Gebäude mit einem danebenstehenden vierflügeligen Wirtschaftshof. Die Fassade stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die auf dem Stich von Georg Matthäus Vischer aus dem Jahre 1674 zu sehenden vier Ecktürme sowie das doppelt eingewalmte Dach sind verschwunden, ebenso die ausgedehnten Gartenanlagen.

Das Schloss wurde 1954 grundlegend umgestaltet, wobei bereits 1950 das in den Schlosskomplex einbezogene Schulgebäude errichtet wurde. In dem danebenliegenden Meierhof ist heute u.a. eine Theaterspielstätte untergebracht. 1981 wurde das neue Internatsgebäude eingeweiht.

Literatur

  •  Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich, Band 2: Innviertel und Alpenvorland. Birken-Verlag, Wien 1964.
  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.
  •  Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt.. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. [http://www.dachsberg.at/ Homepage des Gymnasium und ORG Dachsberg der Oblaten des hl. Franz von Sales
  2. "Aus der Geschichte von Dachsberg. Website des Gymnasiums Dachsberg.
  3. "Über den Herausgeber"; Klosterneuburger Zeitung.