Schloss Ebelsberg

Schloss Ebelsberg
Schloss Ebelsberg, Luftaufnahme

Schloss Ebelsberg, Luftaufnahme

Entstehungszeit: 12. Jh.
Erhaltungszustand: sehr gut
Bauweise: Wehranlage
Ort: Linz - Ebelsberg
Geographische Lage 48° 14′ 48,4″ N, 14° 19′ 40,9″ O48.24676814.328017350Koordinaten: 48° 14′ 48,4″ N, 14° 19′ 40,9″ O
Höhe: 350 m
Schloss Ebelsberg (Oberösterreich)
Schloss Ebelsberg

Das Schloss Ebelsberg ist eine Wehranlage im namengebenden Stadtteil der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz. Erstmals im Jahre 1154 erwähnt, war das Schloss über viele Jahrhunderte hinweg Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen deren Höhepunkt in den napoleonischen Kriegen das Gefecht von Ebelsberg darstellt. Gegenwärtig ist das Schloss in privatem Besitz und beherbergt eine wehrkundliche Ausstellung.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Anfänge

Über die Ursprünge des Schlosses Ebelsberg gibt es keine genaue Datierung. In der Mitte des 12. Jahrhunderts trachtete sowohl Bayern als auch von geistlicher Seite das Bistum Passau unter Bischof Konrad - Bruder Heinrichs II. - nach einem Ausbau des Einflusses in Oberösterreich. Gelegen an der Vereinigung der beiden Flüsse Donau und Traun, eignet sich der nahegelegene Hügel in ein flaches Land weiten Einblick zu nehmen und in weiterer Folge eine Verteidigungsanlage zu errichten. 1154 nannte Bischof Konrad diese Gegend urkundlich "Ebelesberc". Hiermit beginnt die Herrschaft der Passauer Bischöfe, welche bis auf wenige Unterbrechungen 600 Jahre dauern sollte.[2]

Ausbau des passauischen Einflusses

In den kommenden Jahrzehnten erwies sich Ebelsberg als besonders wichtig für die passauischen Bischöfe, die sich in Österreich fortan gerne aufhielten. Aus diesem Grund fand sich der Ort mitten in einem Herrschaftsstreit zwischen Bischöfen, den Otakaren, Babenbergern und den bayerischen Wittelsbachern.[2]

Ausgrabungen zu Folge (etwa aus dem 12. Jahrhundert) lassen vermuten, dass der südöstliche Torturm des Schlosses in dieser Zeit errichtet wurde. Diese legen auch die Annahme nahe, dass das Gebäude von Südosten her durch einen doppelten Graben geschützt und von einer mehrfachen Mauer umgeben war. Die Anlage bildete in der Mitte eine Art Hof, in welchem sich ein Brunnen befand.[1]

Die Burg war lange Zeit ein besonders beliebter Aufenthaltspunkt für die passauer Bischöfe, welche die Burg als Winter- bzw. Sommerresidenz nutzten und somit den gesamten Ort gegen Aggressionen absicherten. Erste Auseinandersetzungen zwischen Herzog Leopold VI. von Österreich und Bischof Manegold von Passau, vermutlich wegen des Mautrechts in Bezug auf die sich im Ebelsberger Gebiet befindliche Traunbrücke, verliefen ohne tragische Folgen für die Burg. Erst im Jahre 1242/44 wurde die Anlage durch konfliktreiche Meinungsverschiedenheiten zwischen Herzog Friedrich II. und Bischof Rüdiger verwüstet.[2]

Schloss Ebelsberg, Nordseite

Da die Burg von äußerst wichtiger Bedeutung für Bischof Rüdiger war, wurde diese im Jahre 1248 unter großem Aufwand wiederhergestellt. Kurz darauf - um 1250 - verstarb der Bischof, was die dringliche Klärung der Nachfolge erforderte. Die Entscheidung fiel abermals auf einen Geistlichen, welcher schon seine Kindheit hier verbrachte und die Gegend gut kannte – Otto von Lonsdorf. Sein Vater war seit geraumer Zeit Besitzer einer ähnlich großen Burg und genoss seit jeher hohes Ansehen im Namen des Hochstifts. Bischof Otto von Lonsdorf wurde als eine sehr entschlossene und zielstrebige Person bezeichnet. Genau aus diesem Grund wurde er gewählt, da die übergeordneten Instanzen in ihm die Hoffnung sahen den kirchlichen Besitzstand sichern zu können und die zerrüttete Herrschaft, vor allem in wirtschaftlichen Belangen, wieder neu zu organisieren. [2]

Nach dem Otto von Lonsdorf im Jahre 1254 die Dienste im Auftrag der Passauer Bischöfe antrat, wurde die Burg in Ebelsberg als wichtiger administrativer Punkt für ihre Verwaltungstätigkeiten auserkoren. 1255 übergab Otto alle Verteidigungsmaßnahmen der Burg an Konrad von Hartheim und im Jahr danach an Ulrich von Hartheim. Die Bemannung des Turmes wurde von einer Gruppe ausgebildeter Wächter sichergestellt, die unter dem Kommando von Herbord von Reut standen. Eine übliche Vorgehensweise auf Passauer Burgen war schon lange, die Bewachung des befestigten Turmes einer gesonderten Mannschaft zu überlassen.[2]

Da die Passauer mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatten, verpachtete Otto von Lonsdorf 1256 das Ebelsberger Amt für eine zu entrichtende Summe im Wert von 60 Pfund Wiener Pfennigen im Jahr. Die Mautbrücke wurde ebenfalls in die Rechnung miteinbezogen und brachte eine Summe von 70 Pfund Wiener Pfennige über einem Zeitraum von vier Jahren, wobei der Bischof 10 Pfund Selbstbehalt hatte. Es flossen weitere Pachtungsbeiträge u. a. das Gericht in St. Pölten mit 80 Pfund und das Gericht in Eferding, 30 Pfund. Um einen besseren Einblick zu bekommen sollte man wissen, dass „…ein Pfund Wiener Pfennige aus 20.160 Pfennigen bestand und eine Mastsau damals etwa 40 Pfennige wert war…“, die Verpachtungen somit eine große Einnahmequelle für Passau darstellten. Es zeigte sich, dass Otto von Lonsdorf eine sehr erfolgreiche Wirtschaft führte, die ihm durch verschiedene Verpachtungen finanzielle Mittel aufbrachte um die Restaurationsarbeiten der Burg durchzuführen und deren Bewachung aufrecht zu halten.[2]

Nach der starken Beschädigung der Burg 1242/44, wurde diese 1256 wieder aufgebaut. Die notwendigen Bauarbeiten verursachten hohe Kosten, die der Bischof bei dem Gläubiger Ortolf von Volkenstorfer nicht begleichen konnte. Aus diesem Grund erlaubte sich dieser den Pfand des Schlosses einzubehalten, wodurch sich der Bischof gezwungen sah, den Betrag in Raten abzuzahlen. Dies dauerte an, bis Ortolf von Volkenstorfer den Fehler beging und einen hohen Amtsträger Ottokars II. tötete. Grund hierfür war, dass der neue Verwaltungsbezirk im Landes ob der Enns (Vorläufer des heutigen Oberösterreichs) gekrönt wurde. Es stieß gemeinhin auf Unverständnis, dass im Gegensatz zum prosperierenden Ebelsberg die vernachlässigbar kleine Nachbargemeinde Linz – da ein landesfürstlicher Besitz – die Verwaltungshoheit zugesprochen bekam. Ortolf von Volkerstorfer war nicht mit dieser Entscheidung des Königs einverstanden und hatte seine Wut zum Ausdruck gebracht, mit der er sich erstens den König zum Feind gemacht und seine Machtposition einen Niederschlag erlebte. Darin ergab sich die Möglichkeit für Otto von Lonsdorf das Schloss endgültig wieder zu bekommen, obwohl die definitive Regelung erst mit 1260 gelungen war.[2]

Im späteren 14. Jahrhundert wurde die Burg abermals verpfändet, diesmal an Hans von Liechtenstein, da eine nicht eindeutige Bischofswahl zwischen Rupert von Berg und Georg von Hohenlohe einen Krieg auslöste. Schon 1398 schaffte es Bischof Georg von Hohenlohe, die Burg wieder in eigenen Besitz zu überführen. Dieser verbrachte seine Zeit dort äußerst gern, somit wurde sie auch zu einem vielbereisten Ort der damaligen Prominenz. Einige davon waren Kölner und Weinsberger Bischöfe, sogar Kaiser Sigismund hielt 1419 bzw. 1422 in Ebelsberg an. Durch die große Anzahl hoher Besuche wurde genau bestimmt, wie sich die Bewohner Ebelsbergs in solchem Falle zu verhalten haben bzw. welcher was an das Schloss zu liefern habe – bis hin zu Abwaschgehilfen. Dies wurde einige Jahrhunderte beibehalten.[2]

Schloss Ebelsberg, Zeichnung Clemens Beuttler, 1670

1444 besuchte Kaiser Friedrich III. gemeinsam mit seinem Gefolge das Schloss, wobei einer davon ein Sekretär namens Äneas Silvio Piccolomini war, der die älteste Beschreibung des Schlosses auf Latein verfasste. Diese Schlossbeschreibung brachte Piccolomini große Vorteile: Ursprünglich für einen Freund des Sekretärs gedacht, wurde der Brief – voll des überschwänglichen Lobes für den Bischof – genau an diesen mit der Bitte zur Korrekturlektüre gesendet. Einige Zeit später lohnte sich dies für Piccolomini und er bekam die Pfarre in Aspach im Innviertel, wo er als Pfarrer diente. Am Höhepunkt seiner Karriere wurde Piccolomini später gar zum Papst gewählt und trug fortan den Namen Pius II.[2]


Brief vom 22. Juli 1444 aus Passau

Der Brief von Piccolomini beschrieb zum ersten Mal die genaue Lage des Schlosses und dessen Aufbau. Er war fasziniert von der Landschaft rund um das Schloss, beschrieb gar noch die Traun, ihren Lauf und Reichlichkeit an Fisch. Ein Abschnitt aus dem Brief gibt genaue Auskunft über das Bauwerk zu der Zeit von 1444. Das Schloss steht

„…drei Seiten hoch über der Ebene, und daher von Natur aus befestigt; an der vierten Seite hat es einen doppelten Graben und eine Brücke, die Gräben sind von beträchtlicher Tiefe. An dieser Seite ragt auch ein Turm gen Himmel; er ist ringsumher von Vorwerken geschützt, auf seiner Höhe haust ein Wächter, der mit Horn und Trompete beständig ruft und auch bisweilen ländliche Stückchen aufspielt. Die Mauer des Schlosses ist durchweg doppelt und an vielen Stellen dreifach. In der Mitte ist ein runder Platz, und hier fließt ein wundervoller Brunnen und lässt das Wasser aus zweimal sechs ehernen Röhren laufen. Der Brunnenrand ist marmorn und, von Säulen getragen, erhebt sich über ihm ein ehernes Zeltdach, eine wunderschöne Arbeit, die man dem Elcanor oder Polyklet zuschreiben möchte…[2]

Zu der Zeit Piccolominis befand sich das Schloss in einem sehr guten Zustand. Es gibt keine genauen Angaben über die ersten Jahre des 16. Jhs. Eine Inschrift, die sich neben dem Schlosstor auf der Marktseite befindet, lässt annehmen, dass in der Zeit zw. 1542 und 1546 das Schloss wiedererrichtet worden war. Casper Bruschius, der als wandernder Humanist bezeichnet wurde, erwähnte ebenfalls in seinem Werk "De Laureaco" 1553 die durchgeführten Bauarbeiten von Bischof Wolfgang Graf Salm. In 1586 wurde das Schloss gemeinsam mit dem Markt und der Traunbrücke wieder Opfer einer Zerstörung, dieses Mal durch Feuer. Damit das Gebäude wieder sein Aussehen erhalten konnte, wurden weitere drei Jahre in der Zeit von Bischof Urban von Trennbach notwendig es wieder in Stand zu setzen. Diese Information stammt aus der Inschrift neben dem marktseitigen Schlosstor. Im 17. Jahrhundert in der Zeit der oberösterreichischen Bauernkriege (1626) hatten die Bauern bei Ebelsberg ein Lager. Es gibt keine Auskunft, ob sich das Hauptquartier Stefan Fadingers im Schloss befand bzw. ob er dort verstarb, nachdem er nach Ebelsberg gebracht worden sein soll. Am 25. Juli 1626 wurde das Lager von den Bauern durch die Kaiserlichen unter Hans Christoph von Löbel angegriffen und somit Ebelsberg besetzt. Nach Angaben des Pflegers Hans Christoph von Thürheim wurden nach dem Schlossbesuch der Kaiserlichen geplünderte Getreidekästen und leere Weinkeller gefunden.[3]

Ende der passauischen Herrschaft

Schloss Ebelsberg nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674

Nach mehreren Jahrhunderten unter passauischer Herrschaft hatte sich das Schloss in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu einem kulturellen Zentrum entwickelt. Auch Wolfgang Amadeus Mozart wohnte 1783 hier einer Opernaufführung bei.[4] Im gleichen Jahr starb der Passauer Bischof Kardinal Firmian. Er konnte somit nicht mehr miterleben, dass Kaiser Joseph II. sämtliche Besitzungen des Hochstiftes Passau in Oberösterreich durch Landeshauptmann Graf Thürheim beschlagnahmen ließ. Die Beschlagnahme wurde zwar in einem Vergleich 1784 rückgängig gemacht, doch musste Passau auf sämtliche Diözesanansprüche verzichten. Im Gegenzug gründete man die Diözesen Linz und St. Pölten, woran sich Bischof Josef Graf Auersperg zu allem Übel noch finanziell beteiligen musste. Die Bedeutung des Schlosses Ebelsberg nahm schlagartig ab.[4] Die Säkularisierung der deutschen Kirche durch den Reichsdeputationshauptausschuss im Jahre 1803 besiegelte schließlich das endgültige Aus der Passauischen Herrschaft Ebelsberg.[4]

Die Schlacht von Ebelsberg 1809

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts findet sich Napoleon Bonaparte am Zenit seiner Macht. Mit dem Niedergang der 2. Koalition kurz nach der Jahrhundertwende und der Gründung des Rheinbundes 1806 bröckelte der Widerstand gegen die französische Vorherrschaft in Zentraleuropa - sehr zum Besorgnis Österreichs. Dieses war nicht unbegründet, denn schon neun Jahre zuvor stand Napoleon - beflügelt durch Erfolge in Norditalien - zum ersten Mal in den Kerngebieten Österreichs mit einem Frontverlauf bis kurz vor den Semmering wodurch es in weiterer Folge zum Frieden von Campo Formio und der Beendigung des Ersten Koalitionskrieges kam. Mit Argwohn wurde somit von österreichischer Seite der Ausbau der französischen Einflussnahme in deutschen Gebieten verfolgt unter der Auffassung, die letzte Entität innerhalb Zentraleuropas zu sein, welche Frankreich noch etwas entgegenzusetzen hätte. Dies zusammen mit den friedensvereinbarten Gebietsabtretungen im Osten Österreichs formt eine kollektive Ablehnung gegenüber den französischen Interessen und führt zur Herausbildung eines starken Nationalempfindens, welches ebenfalls bestärkt wurde durch die 1804 geschehene Proklamation des Kaisertums Österreich.[5]

Nach einigen Rückschlägen im bayrischen Landshut und besonders in Regensburg befinden sich die Österreicher im Abwehrkampf. Bis Anfang Mai hatte Napoleon seinen Gegner in den Raum Oberösterreich zurückgedrängt, wo Feldmarschallleutnant Hiller am 2. Mai in Linz eintrifft und seine mit den anderen Truppen eint. Als Verteidigungsstellung wird wie 1805 der Ort Ebelsberg auserkoren, da er im gesamt sehr ebenen Linzer Großraum einige taktische Vorteile bietet (aus Sicht Österreichs):

  • die Traun bietet mit ihren mitunter sehr steilen Böschungen ein für einen zügigen Angriff ein wesentliches Hindernis
  • nach ihrer Vereinigung mit der Donau nördlich Ebelsbergs deckt der breite, brückenlose Fluss in südostwärtige Richtung fließend im Wesentlichen die gesamte Flanke ab
  • der Schlossberg und die massiven Mauern des Schlosses halten einem feindlichen Steilfeuerbeschuss (Artillerie) gut stand
  • der dem Schloss benachbarte Gloriettehügel erlaubt gute Einblicknahme und die Möglichkeit den Bereich der Traunbrücke mit eigener Artillerie unter Feuer zu nehmen.[5]
Schlacht von Ebelsberg 1809

In der Nacht zum 3. Mai verlegen somit die österreichischen Teile ab 2 - 3 Uhr morgens von Linz in den Raum Ebelsberg - ein schier endloser Tross an Soldaten, Pferden, Wagen und Geschützen. Die Traunbrücke entwickelt sich dabei erwartungsgemäß zum Nadelöhr. Noch während die österreichischen Einheiten die Traun übersetzen entbrennen erste Gefechte bei Hart und Scharlinz. Eine Verspätung der Teile Schustekhs macht den Plan, die Traunbrücke hinter den Österreichern mittels einer schon vorbereiteten Sprengung zu zerstören, zunichte. Ein chaotisches, wildes Gefecht entbrennt bereits auf der Brücke, Franzosen und Österreicher kämpfen händeringend, die Artillerie feuert beiderseits in das Gemenge. Unter hohen Verlusten schaffen es die Franzosen über die Brücke. Am südlichen Traunufer angekommen blicken die Angreifer in einen leergefegten Marktplatz. Sie bemühen sich, eilig den geschaffenen Brückenkopf zu sichern. Nun rächt sich die Vernachlässigung des Schlosses als auf die vorrückenden Teile aus allen Fenstern flankierend Beschuss einsetzt, bald unterstützt durch in den Markthäusern verschanzten Soldaten und Artilleriefeuer auf der Brücke. Es vergeht einige Zeit, in der die Franzosen mit dem Marktplatz beschäftigt sind und dem Schloss noch immer kaum Aufmerksamkeit beimessen. Die dort postierten Truppen können beinahe ungehindert in die vorrückenden Feindreihen feuern. Erst als die im Schloss eingesetzten Teile zwei eilig herangebrachte französische Artilleriegeschütze mit gezielten Schüssen aus dem Gefecht nehmen, erkennt man die Lage und versucht erstmals den Sturm des Schlossberges. Es folgen einige vergebliche Versuche das Schloss in französische Hand zu bekommen, die Österreicher verteidigen es nicht zuletzt vehement, da es den Weg zu den dahinterstehenen Kanonen traunabwärts blockiert, welche nun in voller Stärke die nachrückenden Franzosen unter Beschuss nehmen können.[5]

Erst gegen Nachmittag - mittlerweile steht ein Gutteil des Ebelsberger Marktplatzes in Flammen - unternimmt Oberst Pouget mit unbekannter Truppengröße (mindestens bataillonsstark) einen ernsthaften Versuch. Die aus den Schießscharten des Schlosses feuernden Österreicher fügen den vordersten drei Kompanien empfindliche Verluste zu, Pouget lässt seine besten Schützen zu sich kommen, um mit gezielten Schüssen die unbeweglichen Österreicher niederzuhalten während Pioniere in diesem Schutz begannen, die Schlosstore zu bearbeiten. Zeitgleich zur Zerstörung der Schlosstore stiegen auch immer mehr französische Truppen durch Kellerfenster ins Schloss ein was einen gräßlichen Bajonettkampf in den Gebäuden nach sich zog. Im Angesicht der unaufhörlich nachkommenden frz. Einheiten ergeben sich die noch verbliebenen Österreicher. Das Schloss und somit wenig später der gesamte Markt Ebelsberg fallen in Napoleons Hände. Dieser wird die Nacht ebenda - entgegen einiger Quellen nicht in einem Haus, sondern im kaiserlichen Zelt - verbringen und am nächsten Tag den abrückenden österreichischen Truppen in den Raum Enns nachzustellen.[5]

Kauf durch Familie Kast 1825

Schloss Ebelsberg, Linzer Tor

Als das Schloss 1824 zum Verkauf angeboten wurde, interessierte sich vorerst niemand für die Ruine, die seit der Schlacht 1809 in ihrem kläglichen Zustand belassen worden war. Erst 1825 fand sich mit Baron Karl Theodor von Kast ein Käufer. Der vierdiente Diplomat machte sich sofort an die Renovierung. Nachdem sämtlicher Schutt der zerstörten Obergeschosse im Hof abgelagert worden war und sich dessen Niveau somit um etwa zwei Meter gehoben hatte, musste der ursprüngliche Haupteingang an der Marktseite geschlossen und stattdessen Richtung Schlosspark verlegt werden. Gleichzeitig wurde der Park nach "englischem Muster" neu angelegt.[2]

Ebelsberg begann sich langsam von den Kriegsschäden zu erholen und erreichte für die damalige Zeit, einen angesehen Wohlstand. 1848 hob Kast die bäuerlichen Untertänigkeitsverhältnisse auf. Dies führte natürlich zu einem gewissen Verfall der Herrschaft. Aber in den folgenden Jahren konnte Kast durch Ankauf von Grundstücken und Bauerngütern die Herrschaft Ebelsbergs und Siernings neuerlich zu einem bedeutenden Besitz erweitern. Karl Theodor Freiherr von Kast starb 1875 im Alter von 80 Jahren und hinterließ die Anlage seinem Sohn Llewellyn Baron Kast.[2]

Nach seinem Ableben 1885 übernahm dessen Witwe Sophie Baronin Kast den Besitz. Sohn Michael Baron Kast, ab 1903 Schlossherr, betätigte sich vor allem in der Politik.[6] Nachdem er ab 1897 das Amt des oberösterreichischen Landeshauptmannes bekleidet hatte, wurde Kast im März 1898 zum k.k. Ackerbauminister ernannt. doch bereits im Oktober trat die gesamte Regierung zurück, und so schied auch er aus dieser Funktion aus. Kast wurde noch im selben Jahr zum Ebelsberger Ehrenbürger ernannt. Die Besitzerreihe lässt sich mit Johann Baron Kast (Bruder von Michael; 1932 - 1955) und seinen Töchtern Baronin Anna Kast bzw. Baronin Sophie Morsey (1955 - 1974) fortsetzen. Das Bild der beiden Baronessen, welche sonntags in Gummistiefeln die Baronempore in der Pfarrkirche erklommen, ist so manchem Ebelsberger noch vor Augen. [2] Das Gebäude wurde ab Jahr 1978 zum letzten Mal generalsaniert.[1]

Dachschäden durch den Orkan "Kyrill"

Im Jahre 2007 hinterließ der Orkan "Kyrill" seine Spuren am Schloss Ebelsberg und beschädigte das Dach des über 600-jährigen Gebäudes sehr stark. Da die Allee mit den Kastanienbäumen besonders gefährlich war, stellten die Bewohner des Schlosses ihre Autos im Hof ab. In der Nacht wurde ein lautes Geräusch gehört und es wurde vermutet, dass einige der Bäume beschädigt wurden. Kurz darauf stellte sich heraus, dass die Bedachung des Schlosses mit dem gesamten Gebälk in den Hof stürzte. Einige Zeit später stürzte im Westtrakt der restliche Teil des Daches ab. Ebenfalls wurden Teile des Nordturmes beschädigt. Unbeschädigt blieben der Brunnen in der Mitte des Hofes und der Holzerker. Die Dächer auf der Nord- (2005) und Westseite (Ende 2005) wurden zur Gänze erst kürzlich renoviert. 2007 kamen die Dächer der Süd- und Ostseite sowie das Pförtnerhaus an die Reihe.[7]

Architektur

Die Lage des Schlosses auf einem Hügel macht es möglich, den einheitlichen Baukörper über dem Stadtgebiet zu erkennen. Die Anlage bildet ein Viereck und ist auf zwei Geschosse platziert, der Innenhof bildet ein Trapez und lässt mit den heutzutage vorhandenen Fronten kaum die ursprüngliche Bauform erahnen. Der Bau hat zu einem großen Teil die anfängliche Größe – zur beginnenden Neuzeit – behalten, wobei dieser um ein Stockwerk verkleinert wurde. Er enthält auch Baureste, die auf das erste Drittel des 13. Jahrhunderts deuten und die früheste Bauphase des Schlosses belegen. Die Türme und Fassaden wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut.

Äußere Charakteristika

Das Schloss Ebelsberg hat eine ungleichmäßige Form, dessen Südfront leicht schräg steht. Am meisten werden das Linzer- und Ennser Tor betont. Das Ennser Tor bildet innerhalb der Ostfassade einen einachsigen Vorsprung. Über dem korbbogigen, mit Keil- und Kämpfersteinen versehenen Steingewände ein waagrechtes Sims, dort sind drei Wappensteine ersichtlich. Links ist zusätzlich durch die verbreitete Fensterachse dar ehemalige Wehrturm ersichtlich. Das Linzer Tor befindet sich im Westflügel und hebt sich vom der Rest des Gebäudes von der Höhe her ab und endet mit einem Zinnenkranz. Dieser wird unterhalb der Höhe des Flachdaches von Blendbögen vollendet.[8]

Einfahrten: Die Einfahrt des Ennser Tores ist mit einem Kreuzgewölbe zwischen Gurten (nach 1826). An der Südwand ist das mittelalterliche Mauerwerk des Torturmes sichtbar. Vom heutigen Niveau des Hofes fällt das Linzer Tor im Westflügel zum äußeren Portal um mehr als einen Meter ab (Hof nach 1825 mit Bauschutt erhöht). Die Toreinfahrt zeigt eine Tonne mit gratigen Stichkappen (16. Jahrhundert).[8]

Schloss Ebelsberg, Balkon

An der Südwand des Hofes über zwei granitenen dorischen Säulen befindet sich ein hölzerner verglaster Balkon als quadratischer Vorbau des 1825 errichteten Treppenhauses. Über einem geraden hölzernen Gebälk sind luftige Holzkonstruktion mit schmalen Flachbogenfenstern und durchbrochenem Sockel und Blechdach. Unter dem Verandenvorbau ist das wappenbekrönte Portal zur Hauptstiege, das bis 1987 von je zwei kannelierten Stuckpilastern mit Kapitellen gerahmt. [8]

Im Schlossinneren, in der Mitte des Hofes prägt ein Delphinbrunnen aus dem 19. Jh. das Bild. Das breite und runde Brunnenbecken hat in der Mitte eine mittleren quadratischen Balustersäule mit einer flachen muschelförmigen Schale darüber, welche von drei wasserspeienden Delphinen getragen wird.[8]

Keller

Der Keller besteht heute nurmehr aus dem zweigeschossigen Geviert im Süd- und Westtrakt. Der überlieferte Bierkeller im Nordtrakt ist heute verschüttet, und im Osttrakt gibt es keine Unterkellerung. Nur die Kellerräume sind heute zur Gänze unverputzt. Dort ist die originale Mauerstruktur deutlich erkennbar. Im quadratischen "großen Weinkeller" trägt ein viereckiger aus Hausteinen gebildeter Mittelpfeiler vier spitzbogige Kreuzgewölbe aus Ziegeln. Die Seitenwände zeigen unterschiedliche Strukturierung und Material. Die Nordwand enthält in ihrem oberen Abschnitt das grobe, leicht vor die Wandflucht tretende Sockelmauerwerk des ehemaligen Torturms, darunter liegen helle Ziegel und ein Bruchsteingemisch. In der westlichen Ecke dieses Kellers befindet sich eine rundbogige Portalöffnung mit anlaufenden Steinstufen, von hier führte eine breite Stiege zum Hof hinauf, welcher heute vermauert ist. Süd- und Nordmauer des Kellers bestehen aus einem Mischmaterial mit größeren, wohl als Spolien verwendeten, hellen, glatten Sandsteinquadern anderer Provenienz als diejenigen des ehemaligen Wehrturmes. Der Kellerboden ist mit Kieseln belegt (aus dem 16. Jahrhundert vermutet). Der kleine Weinkeller ist vom ehemaligen Durchgang zwischen Hof und Zwinger her zu betreten. An seinen oberen Zugang ist eine marmorne gotische Spolie eingebaut. Im Keller trägt eine Mittelstütze mit abgefasten Kanten vier geziegelte Kreuzgratgewölbe aus leicht zugespitzten Tonnen. Zum angrenzenden tonnengewölbten Nebenraum ist ein rundbogiges, abgefastes Steingewände. Als Baumaterial der Wände wurde meist dunkle Bruchsteine (Granit) mit Ziegeln untermischt. In der unteren Wandzone (Nordwestecke des Schlosses) wurden hellere Ziegel verwendet. Der Keller wird in das 15. bzw. in die 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts zu setzen sein - spätgotisches Zwickelmauerwerk. In allen übrigen Kellerräumen sind Ziegeltonnen über leicht geböschten Sockelzonen, wohl ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert[9]

Treppentürme

Die beiden Treppentürme des Schlosses besitzen jeweils im Dachstuhl noch die originalen Gratgewölbe des 16. Jhs., der südöstliche ein Kreuzgratgewölbe, der nordwestliche ein achtteiliges Stichkappengewölbe. Die Türme sind gekennzeichnet durch Wendeltreppen mit Stufen aus Untersberger Marmor. Im Obergeschoss des südöstlichen Treppenturms sind Portal, Holztüre mit Schmiedeeisenbeschlägen, Akanthus- und Maskendekor, welche dem 16./17. Jh. zuzuschreiben sind. Das Südstiegenhaus besitzt einen repräsentativen Einbau des 19. Jhs. (nach 1826). Es ist ein steiler einläufiger Anlauf, der sich nach oben verjüngt, teilt sich in zwei halbrunde Arme, die im Obergeschoss in ein großzügiges Vestibül münden. Der ebenfalls halbrunde Abschluss des Vestibüls gegen den Treppenhausschacht ist von theatralischer balkonartiger Wirkung. Dies wird durch die geschwungene Balustrade mit vier figürlichen Aufsätzen betont. Die Balustrade des unteren Treppenlaufs besitzt ebenfalls mit vier Aufsätzen - je zwei klassizistische Vasen am Anfang und am Ende des Anlaufes. Der Zugang vom Hof zum Treppenhaus ist über eine vierstufige dreiseitige Freitreppe unter der Veranda, aus der Achse nach Norden gerückt. Der untere Treppenlauf ist überwölbt von preußischen Kappen, am Fuß gibt es eine Arta Triumphbogenmotiv: zwei toskanische Granitsäulen verbunden durch einen Gurtbogen. Am Gurtbogen sticht schmiedeeiserne Ampel mit Blumendekor hervor. Seitlich der Treppe befinden sich zwei rundbogige verglaste Fenster zum Treppenhausschacht. Der oberer Anschluss des Anlaufes ist ein stichbogenförmiges Portal mit verglasten Flügeln und an der hofseitigen Wand ist ein monumentaler Spiegel mit einer sowohl inneren Rahmung durch Ätzglas (Murano) und auch einer äußeren Rahmung durch aufwendige Schnitzerei.[10]

Das obere Treppenpodest und Vestibül umfassen einen Deckenspiegel, einen Lüster, einen olivenfarbenen Ofen und einen Wandspiegel. Der Rahmen besteht aus kleeblattförmige sich überschneidende Leisten, gerahmt von einfacher Rundleiste mit Rosettenfries, in den Ecken etwas üppigere Sternrosetten und in der Spiegelmitte ebenfalls kreisförmigen Rosetten. Der Lüster besteht aus schmiedeeisernen Ketten mit Glasleuchtern. Der Wandspiegel hat eine Holzrahmung und das sich daneben befindende Tischchen mit Messingapplikationen stammt ebenfalls aus der spätbiedermeierlichen-frühhistoristischen Zeit. [11]

Trakte

Der Südtrakt des Erdgeschosses war einmal eine Küche, welche heute als Salon dient. Er ist dreiachsig mit einem Vorraum und Tonnengewölbe mit Gurtenbögen. Die heutige Ausstattung stammt aus dem Jahre 1925 und wurde seither mehrere Male leicht verändert. Im restlichen Teil des Erdgeschosses befinden sich die Ausstellungsräume des Museums.[12]

Der Westtrakt des Obergeschosses ist durch eine Enfilade von fünf Räumen geprägt. Die ersten drei (von Norden) sind mit jeweils böhmischen Glaslustern (etwas aus dem Jahre 1825) und mit Türbeschlägen aus Messing (stammen aus der 1. Hälfte des 19. Jhs.) ausgestattet. In den beiden ersten Räumen befinden sich weiße schwedische Etagenöfen. Der vierte Raum ist der sogenannte Konzertsaal. Diesen schmückt ein Radluster als Holz (ebenfalls aus der 1. Hälfte des 19. Jhs.). Dieser Saal ist weiteres ausgestattet mit einem großen weißen Ofen mit Rokokodekor auf Eisenfüßen, einem Spiegel mit einer Goldrahmung und seitliche Wandappliken zum Luster passend. Der fünfte Raum, das sogenannte Chinazimmer ist ein Turmzimmer. Er hat einen Empireofen über den quadratischem Grundriss, eine Bronzetür mit Lyradarstellung sowie Diana- und Apoll-Reliefs. Weiteres sind die Keramikreliefs erwähnenswert, welche in der Front des Ofens einen weiblichen Genius im Löwenwagen mit Putten darstellen. Die spätbiedermeierlichen seitlichen Kränze mit Pfeilen ergänzen den Raum. Die Chinoiserien dienen als dekorative Ausstattung des Raumes.[12]

Der Zugang zur Veranda ist vom oberen Vestibül. Es handel sich um eine Holzkonstruktion mit einem Zeltdach. Im Scheitel befindet sich eine gusseiserne Ampel. Das Ecktischchen auf Löwenkonsolen steht auf einem einfacher Riemenboden.[12]

Der Südtrakt des Obergeschosses ist ein kleines Speisezimmer mit einer Stuckdecke in frühhistoristischen Formen. Anschließend befindet sich das Eckzimmer neben dem Turm und über dem Linzer Tor Hier befindet sich ein walzenförmiger weißer Empireofen mit Aufsatzvase über Greifvogelfüßen. Das Südöstliche Eckzimmer bestitzt einen schwedischen Etagenofen mit späthistoristischne barockisierendem Dekor in Weiß (aus der 2. Hälfte des 19. Jhs. stammend).[12]

Nebengebäude des Schlosses

Zum Besitz des Schlosses, welcher heute von der Kast'schen Gutsverwaltung administriert wird, gehörte ursprünglich eine Vielzahl an Nebengebäuden, die im Laufe der Zeit entweder abgetragen oder eine anderen Verwendung zugeführt wurden. Das so genannte "Dienerhaus" am steilen Aufgang vom Markt zum Schloss übernahm bei seinem Bau 1815 die Konskriptionsnummer 45 vom herrschaftlichen Mairhof, der im jetzigen Park stand und 1809 der Schlacht zum Opfer fiel. Der ehemalige "Saustall" (Ebelsberg 19), der eigentlich ein schon 1526 erwähnter Meierhof war und seine Bezeichnung von dem dort ansässigen landwirtschaftlichen Betrieb des Schlosses erhielt, wurde renoviert und umgebaut, so dass später u.a. ein Fahrradhändler und heute Mietwohnungen darin Platz finden. Das benachbarte "Häusl in der Leiten" - 1839 von Marianna Kast angekauft - besteht heute nicht mehr, genauso wie dieses mit dem unterirdischen Mostkeller verbundene Presshaus im Schlosspark, das 1986 abgetragen wurde. Der dekorative Pressstein fand neben dem östlichen Schlosstor seine neue Verwendung. [2]

Beim Eingang zu jener Parkanlage fallen des Weiteren zwei Gebäude auf: Das erste direkt beim Tor ist das unlängst erneuerte Pförtnerhäusl. Das zweite ist das etwas südlich gelegene "Gärtnerhäusl" oder "Gartenhäusl", das seine Bezeichnung u.a. der in den 1970ern hier ansässigen "Schlossgärtnerei Sandner" (heute: Stiftsgärtnerei Sandner) bzw. seiner Lage verdankt. Es wurde allerdings zu Wohnzwecken adaptiert, denen es schon früher als Haus des Amtmannes gedient hat. Gegenwärtig lebt Prinz Auersperg darin. Die Stiege, welche von dort in den Markt führte, existiert heute nicht mehr. Im Markt selbst ist nur mehr das Haus 39 als eines von mehreren in Kast'schem Besitz verblieben. Der außerhalb gelegene Kremsmairhof gehört ebenso dazu, wie die in den 60er Jahren errichtete Reitsportanlage sowie das Ziegelhubgut. [2]

An Grundeigentum sind nach Veräußerung der großen Besitzungen für Wohnbauzwecke noch ca. 30 ha Auland, mehrere verpachtete landwirtschaftliche Nutzflächen und Fischwässer vorhanden. [2]

Wappen und Bauinschriften

Die Wappen von Schloss Eebelsberg wurden aus Legitimationsgründen des passauischen Rechtsanspruchs auf die Herrschaft Ebelsberg augenscheinlich auch bei Umbauten immer wieder weitertradiert. Bei der letzten Grunderneuerung 1825 wurden die als "Bauinschriften" geltenden Wappen nur teilweise neu angeordnet und durch zwei barockisierende Steine des Barons von Kast erweitert, der das heutige Ennser Tor und die Haupttreppe neu anlegen ließ. [13]

Wappen Baron v. Kast

Außen oberhalb des Ennsertores ist das Wappen von Baron v. Kast (nach 1825) als querovaler Wappenstein mit floraler, barocker Rahmung. Das erste Geviert stellt eine stehende Figur in langem Gewand mit einer Blume in der Hand dar. Die 2. und 4. sind gespalten und stellen vorne einen von drei Sternen begleiteten Tierkopf dar und hinten ein Schrägkreuz. Das dritte Geviert stellt einen Sparren von drei Rosen begleitet dar. Weiters enthält dieses Wappen 2 Helmziere. Das Rechte ist ein Bügelhelm mit oberhalb linksgewandten Löwen. Die 2. Helmzier ist eine Figur mit einem Attribut in Rechtern zwischen zwei Hörnern (= Baron v. Kast, ein ganz ähnlicher Wappenstein befindet sich im Hof über dem Stiegenportal).[14]

Im Hof des Schlosses prägt das Doppelwappen von Bischof Georg von Hohenlohe das Bild. Auf dem südöstlichen Treppenturm im zweiten Geschoss befindet sich das Doppelwappen aus zwei glatten, zusammengesetzten und hochrechteckigen Platten. Die Wappen zeigen als unteren Abschluss eine reine Rundform, Stechhelme in Helmzier und ein gotisches Zaddelwerk. Auf dem 1. Wappen ist ein steigender (naturalistischer) Wolf mit waagrechtem Schweif. Am 2. Wappen sind 2 übereinander schreitende, hersehende Löwen mit untergeschlagenem Schwanz. Als Helmzier ist ein Adler oberhalb, mit einem weit über dem Kopf gezogenen Flug (=Hohenlohe). Die Helmzier übertrifft die Größe der Schilde. Das Wappen befand sich auch 1668 an dieser Stelle.[14]

Bauliche Entwicklung des Schlosses

Die Baugeschichte des Schlosses teilt sich in sechs Bauphasen ein:

Bauphase Beschreibung
I. Um 1200 bis 1. D. 13. Jahrhundert (Torturm)
II. nach Zerstörung von 1242/44 bis A. 16. Jahrhundert
III. ab 1540 Bischof Wolfgang Graf von Salm
IV. Brand von 1586, 1589 Wappenstein Bischof Urban von Trennbach
V. unter Bischof Wenzel (1667) bis zu der Beschreibung des Urbans
VI. Die Erneuerung des Schlosses von Baron von Kast nach 1826[8]

Bauphase I: Tortum

Die älteste Bauphase des Schlosses stellt der Stumpf des ehemaligen "Torturms" dar, der nach der archäologischen Untersuchung an dieser Stelle das erste Bauwerk auf dem gewachsenen Lößboden des Schlossberges war. 1255 erfolgt eine Ersterwähnung des Turmes. Piccolomini beschrieb in 1444 in seinem Brief die schon damals existierenden Obergeschosse, wo auch ein umlaufender Wehrgang gewesen sein soll. Erwähnt wurde auch, dass auf der Spitze sich eine Spähposition befand. Der Turm wurde im 15. Jahrhundert in den Obergeschossen umgebaut, um wohnlichere, hellere Zimmer zu gewinnen, nach den Beschreibungen des Urbars zu schließen war der Turm sechs Geschosse hoch.[1]

Bauphase II: Zerstörung von 1242/44 bis A. 16. Jh.

Diese Bauphase erstreckt sich zwischen der Zerstörung der Burg nach dem verlaufenden Konflikt zwischen Friedrich II. und Bischof Rüdiger von Passau in den Jahren 1242-44 bis ins 16. Jahrhundert In dieser Phase wurde die Burg wiederaufgebaut und wahrscheinlich erweitert. Die Wiederherstellung der Anlage nach der Zerstörung dauerte bis 1255 im Rahmen dessen zum ersten Mal der befestigte Turm erwähnt wurde. Dieser Turm war auch dann ein Element um die Sicherheit des Bischofs zu gewährleisten. Der Rest der Anlage diente als Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Das genaue Aussehen des Schlosses im 13. und 14. Jahrhundert kann nicht sicher geklärt werden. In 1444 wurden die drei geschlossenen Fronten entlang der Steilseiten des Burgberges und auch die beiden Halsgräben mit Brücken gegen Osten beschrieben. Die isoliert stehenden Bauteile bildeten danach einen geschlossenen Komplex. Somit kann man zumindest davon ausgehen, dass zu dieser Zeit das Linzer Tor noch nicht vorhanden war. Der Zeitpunkt der Errichtung der Zwingeranlage im Westen ist unbekannt. Im Brief von Piccolomini wurde diese höchstwahrscheinlich erwähnt und wurde als eine dreifache Mauer um die Burg verglichen. Die Zeichnung von Clemens Beuttler und der Grundriss von 1797 zeigen einige Ähnlichkeiten mit der Beschreibung Piccolominis aus dem 15. Jahrhundert In diesem Grundriss sind auch die zwei Brunnen zu sehen, ein dritter Wasserzulauf wurde ebenfalls erwähnt. Im 16. Jahrhundert wurden die Fronten vereinheitlicht, geglättet und durchlaufende Trakte geschaffen. Zu dieser Zeit wird auch vermutet, dass eine Errichtung der Stiege stattfand.[15]

Bauphase III: ab 1540 Bischof Wolfgang Graf von Salm

Am Anfang des 16. Jahrhundert wurde das Schloss vernachlässigt jedoch schon von Bischof Wolfgang Graf von Salm (1540-1555) durch Reparaturarbeiten wieder restauriert. Es wurden Fensterstöcke, Vordächer, Böden des Turmes, die Küche errichtet und einige Stiegen – unbekannt welche genau – wurden repariert. In 1546 wurden die Bauarbeiten von Salm beendet und mit einer Wappentafel links neben dem Schlosstor an der Marktseite verewigt. Seine Erneuerungsarbeiten fanden in zwei Werken zur damaligen Zeiten des Humanisten Kasper Bruschius Eingang. In dieser Phase wurde auch das ehemalige Brauhaus errichtet, das bis 1559 die umliegenden Herrschaften versorgte. Gleichzeitig wurde in Linz ebenfalls eine Brauerei eröffnet, welche der Ebelsberger Brauerei Grenzen setzte.[16]

Bauphase IV: Brand von 1586, 1589 Wappenstein Bischof Urban von Trennbach

Ein Brand in Jahr 1586 zerstörte das Schloss, Markt und die Ebelsberger Traunbrücke. Der Wiederaufbau dauerte bis 1589 unter der Anweisungen von Bischof Urban III. Trennbach. Bei diesen Bauarbeiten handelte es sich nicht um einen Neubau, da die Innenstruktur dafür zu unregelmäßig ist und die zwei polygonale Treppentürme mit Sicherheit schon davor, Mitte des 16. Jhs., entstanden. Die seitlichen Schaugiebel des Nordtraktes zeigten Mitte des 17. Jahrhunderts einen mittleren und zwei seitlichen Rundtürmchen mit Turmhelmen, die man der Renaissancezeit zurechnen konnte. Auf der Zeichnung von Beuttler wurden diese bereits mit Nischen ersetzt. Eine sich auf der rechten Seite des marktseitigen Schlosstores befindende Tafel gibt die Auskunft über die Zerstörung und Renovierungsarbeiten des Ebelsberger Schlosses. [17]

Schloss Ebelsberg, Grundriss von 1799

Bauphase V: unter Bischof Wenzel (1667) bis zu der Beschreibung des Urbans

Während der Amtszeit des Bischofs Wenzel wurden die Kapelle und der große Saal umgebaut und der lange Stall wurde dazu gebaut. Im Grundriss von 1797 sind all diese Bereiche ersichtlich, nur das Gangsystem – im 19. Jahrhundert errichtet – ist nicht zu sehen. Die genaue Gliederung des Erdgeschosses und dessen Einteilung ist nur teilweise im Plan erhalten, nur die Außenseite des Südtraktes ist zu sehen. Im Nordtrakt bei der alten Brauerei wurden Gewölbeteile wiedereingesetzt, soweit noch vorhanden die Reste des Zuganges beim Nordtrakt zum Zwinger. Der Westtrakt erlebte eine massive Veränderung, in dem die ganze Außenwand des Südflügels im 19. Jahrhundert ihre Errichtung fand. Die hohen auf der Innenseite liegenden Wandschienen am Gang lassen die Erinnerungen des alten Baues beim Südflügel ersichtlich bleiben, wo diese auch in der Abbildung von 1824 zu sehen sind.[17]

Bauphase VI: Die Erneuerung des Schlosses von Baron von Kast nach 1826

Schloss Ebelsberg Innenhof

Ein Brand gegen Ende des 18. Jahrhundert und die Zerstörung des Schlosses rund um das Gefecht 1809 führten zu Verschlechterung der äußerlichen und inneren Verfassung des Schlosses. Nach der Übernahme 1825 durch Baron von Kast bekam die Anlage die heutige Innengliederung mit einem den Hof umlaufenden Gangsystem, der Südflügel erhielt eine große Haupttreppe. Diese Bauarbeiten verlangten gewisse Stützungen im Erdgeschoss. Die Trakte waren zu Beginn des 19. Jahrhundert sehr unterschiedlich und aus dem Grund wurde das Schloss um einen Stockwerk gekürzt und die verbliebenen Geschosse wurden auf gleiche Höhe gesetzt. Jeder Flügel hatte eine unterschiedliche Funktion, z.B. Ostflügel und Untergeschoss des Nordtraktes bekamen rein wirtschaftliche Zwecke zugewiesen, im Westflügel wurden Verwaltungsangelegenheiten erledigt und der Südtrakt hatte die Funktion der Repräsentation und Wohnmöglichkeit im Schloss. Die unter Baron von Kast verlaufenen Wiederaufbauarbeiten des Schlosses nach 1827 wurden in der Literatur als „relativ sparsame Neuadaption bezeichnet“. Zu dieser Zeit wurde ein Unterbau der Dachbedeckung gesetzt, damit das flache Profil des Gebäudes ein wenig angehoben wird, es wurden die Treppentürme und das Linzer Tor mit einem Zinnenkranz geschmückt. Aus dieser Bauphase gelten die Treppenanlage und salettlartige Holzveranda (19. Jahrhundert) über dem hofseitigen Eingang als besonders charakteristisch.[17]

Heutige Nutzung der Anlage

Schloss Ebelsberg Haupteingang

Heute ist das Schloss in Privatbesitz. Der Kulturverein des Schlosses Ebelsberg organisiert laufend Veranstaltungen wie etwa in der Adventzeit einen Adventmarkt.[18]

Kulturverein Schloss Ebelsberg

1977 wurde der Kulturverein Schloss Ebelsberg gegründet, um Schloss und Park wieder instand zu setzen und einer zeitgemäßen, sinnvollen Verwendung zuzuführen. 1979 steht das Schloss unter der Leitung des Kulturvereins Schloss Ebelsberg für Ausstellungen, musikalische, volkstümliche und kulturelle Events, ebenso für standesamtliche Trauungen, Hochzeitsfeiern oder Seminare und Firmenveranstaltungen zur Verfügung. [19]

Museum Schloss Ebelsberg

In der Waffensammlung, deren Betreiber der Kulturverein Schloss Ebelsberg im Zusammenwirken mit der Kast'schen Gutsverwaltung ist, werden Waffen aus den Beständen des Oberösterreichischen Landesmuseums gezeigt.[20]

Heute beherbergt das Schloss Ebelsberg ein Museum mit 2 Dauerausstellungen - diese widmen sich hauptsächlich der Schlacht bei Ebelsberg im Jahr 1809 und einer Marineausstellung der Kaiserlichen Marine im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Waffensammlung zeigt die Entwicklung der Waffen in Österreich und anderen europäischen Staaten während des 19. und 20. Jahrhunderts. Gegenstände dieser Ausstellung sind Gewehre und Maschinengewehre, Pistolen und Revolver und Blankwaffen. Die Marineausstellung zeigt ehemalige Schiffe aus der K.u.K. Kriegsmarine. Diese soll an die Zeit erinnern, in der Österreich noch eine Seemacht war.[19]

Schlosspark Ebelsberg

Nachdem Karl Theodor von Kast das Schloss erworben hatte, ließ er 1826 einen Park ostwärtig anlegen. Durch die Parkanlage führt eine Roßkastanienallee zum Torturm des Schlosses hinauf. Unter den Bäumen befinden sich wertvolle Arten, wie Buchsbaum, Winterlinde, Stieleiche, Tulpenbaum, Götterbaum, Strauchkastanie, Japanischer Schnurbaum und viele mehr. Seit 1890 beherbergt der Park auch ein Kriegerdenkmal zur Ehrung der Gefallenen in der Schlacht um 1809.[21] Der vom Ortskern etwas abgeschieden gelegene Schlosspark wird als Erholungsgebiet nur zögerlich angenommen. Zukünftig soll sich das durch nicht genau ausgeführte Attraktivierungsmaßnahmen ändern.[22]

Weblinks

Literatur

  • Franz Xaver Rohrhofer: Linz mal 12. Band 10: Ebelsberg (2009), Trauner Verlag, ISBN 978-3-85499-599-9
  • Herbert Baumert & Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Mühlviertel und Linz (1988), Birken Verlag/Wien, ISBN 3-85030-046-3
  • Herfried Thaler & Willibald Katzinger: Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz: Außernbereiche Urfahr, Ebelsberg, Band 3, (1999), Verlag Berger-Horn, ISBN 3-85028-301-1
  • Manfred Carrington & Andreas Reiter: Der Süden von Linz. Vergangenheit und Gegenwart der Ortschaften (2007), Lentia Verlag, ISBN 978-3-9502622-1-6
  • Manfred Carrington & Andreas Reiter: Ebelsberg 1809. Franzosenzeit in Linz und Oberösterreich (2009), Lentia Verlag, ISBN 978-3-200-01044-4
  • Peter Senn und Kulturinitiative Ebelsberg: Ebelsberg. Geschichte und Gegenwart in Einzelbeiträgen (1982), Druckerei Wimmer Ges.m.b.H & Co., Linz
  • Manfred Carrington & Andreas Reiter: Ebelsberg. Ein geschichtlicher Rundgang (2009), Lentia Verlag, ISBN 978-3-9502622-2-3

Einzelnachweise

  1. a b c d Linz - Kultur - Denkmäler: Ebelsberg Schloss. Linz - Kultur. Abgerufen am 21. Oktober 2012.
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p Manfred Carrington & Andreas Reiter: Der Süden von Linz. Vergangenheit und Gegenwart der Ortschaften (2007), S. 108-119.
  3. Peter Senn und Kulturinitiative Ebelsberg: Ebelsberg. Geschichte und Gegenwart in Einzelbeiträgen, 1982, S. 54
  4. a b c Manfred Carrington & Andreas Reiter: Ebelsberg - Ein geschichtlicher Rundgang. Vom Markt zum Stadtteil (2009)
  5. a b c d Manfred Carrington & Andreas Reiter: Ebelsberg 1809. Franzosenzeit in Linz und Oberösterreich (2009)
  6. Kast von Ebelsberg auf Salzburg Wiki
  7. Linz - Süd Aktuell
  8. a b c d e Herfried Thaler & Willibald Katzinger: Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz: Außernbereiche Urfahr, Ebelsberg Band 3, 1999, S. 515- 554
  9. Herfried Thaler & Willibald Katzinger: Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz: Außernbereiche Urfahr, Ebelsberg Band 3, 1999, S. 538-540
  10. Herfried Thaler & Willibald Katzinger: Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz: Außernbereiche Urfahr, Ebelsberg Band 3, 1999, S. 540
  11. Herfried Thaler & Willibald Katzinger: Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz: Außernbereiche Urfahr, Ebelsberg Band 3, 1999, S. 540
  12. a b c d Herfried Thaler & Willibald Katzinger: Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz: Außernbereiche Urfahr, Ebelsberg Band 3, 1999, S. 541
  13. Herfried Thaler & Willibald Katzinger: Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz: Außernbereiche Urfahr, Ebelsberg Band 3, 1999, S. 543
  14. a b Herfried Thaler & Willibald Katzinger: Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz: Außernbereiche Urfahr, Ebelsberg Band 3, 1999, S. 544
  15. Herfried Thaler & Willibald Katzinger: Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz: Außernbereiche Urfahr, Ebelsberg Band 3, 1999, S. 549-550
  16. Herfried Thaler & Willibald Katzinger: Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz: Außernbereiche Urfahr, Ebelsberg Band 3, 1999, S. 550-551
  17. a b c Herfried Thaler & Willibald Katzinger: Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz: Außernbereiche Urfahr, Ebelsberg Band 3, 1999, S. 551
  18. Schloss Ebelsberg auf dem Linzer Wiki
  19. a b Franz Xaver Rohrhofer: Linz mal 12. Band 10: Ebelsberg (2009), Trauner Verlag, ISBN 978-3-85499-599-9
  20. Waffensammlung Schloss Ebelsberg auf Oberösterreichische Landesmuseen
  21. Eva Berger: Historische Gärten Österreichs: Garten- und Parkanlagen von der Renaissance bis um 1930. Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg, Kärnten, Steiermark, Tirol (2003), Böhlau Verlag Wien, S. 81-82,ISBN 3205993527
  22. Linzerkultur Stadtteile Heute. EBELESBERG (Alt-Ebelsberg und Erweiterungsgebiet), 2008
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