Schloss Eggenberg (Vorchdorf)

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Schloss Eggenberg
Schloss Eggenberg um 1674, Stich von G.M.Vischer

Schloss Eggenberg um 1674, Stich von G.M.Vischer

Entstehungszeit: vermutlich um 971
Ständische Stellung: landesfürstliches Lehen
Ort: Vorchdorf
Geographische Lage 47° 59′ 23″ N, 13° 55′ 20″ O47.98972222222213.922222222222Koordinaten: 47° 59′ 23″ N, 13° 55′ 20″ O
Schloss Eggenberg (Oberösterreich)
Schloss Eggenberg
Schloss Eggenberg: Eingangstor

Das Schloss Eggenberg befindet sich ca. 1,7 km entfernt von Vorchdorf in Oberösterreich auf der Straße nach Gmunden. Heute ist es vor allem durch seine Bierbrauerei bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Schloss entstand vermutlich um 971 und hat in einer wechselvollen Geschichte mehrfach die Besitzerfamilien gewechselt:

  • 1274 erste urkundliche Erwähnung anlässlich der Verpfändung des Maierhofes zu Eggeberg an den Passauer Kleriker Heimricus de Inne
  • ab 1287 Familie der Eggenberger mit Tiemo der Eggenberger und Ottokar von Eggenberg
  • danach die Herren von Walsee
  • ab 1343 landesfürstliches Lehen von Herzog Albrecht III. von Österreich
  • 1395 Aussterben der Egenperger und Lehensgabe an Jörg von Puchheim, Hanns von Stubenberg und Hans Pratzendorffer
  • 1397 Kauf des Lehens durch Reinprecht von Wallsee und nachfolgende Belehnung durch Herzog Albrecht VI.
  • ab 1464 Familie der Kirchberger (pfandweise), 1465 Kauf durch Ritter Sigmund Kirchperger
  • ab 1524 Familie der Fernberger
  • ab 1625 Adam Graf von Herberstorff
  • ab 1649 Wenzel Graf von Sprinzenstein
  • ab 1651 Ludwig Graf von Kuefstein
  • ab 1680 Stift Kremsmünster

Ab 1803 wird zunächst die Brauerei und später (1811) auch das Schloss von Johann Georg Forstinger, seiner Ehefrau Theresia und deren Sohn Franz erworben. Dessen direkter Nachkomme Karl Stöhr ist noch heute Eigentümer der Gebäude und der Brauerei. 1807 wurden Teile des leerstehenden Schlosses abgetragen.

Die Brauerei ist seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen. Damals wurde Bier für die umliegenden Orte und Anwesen hergestellt. 1681 begann die gewerbliche Brauerei durch Michael Weismann.

Schloss Eggenberg heute

Der Wehrcharakter des Schlosses, wie er auf dem Stich von Georg Matthäus Vischer erkennbar ist, ist heute verloren gegangen. Der breite Wassergraben wurde nach und nach zugeschüttet. Die beiden den Eingang flankierenden Tortürme sind zurückgebaut und nur mehr als Ecken des Hauses erkennbar. Durch einen Brand 1877 wurden wesentliche Teile des Schlosses vernichtet, so dass heute nur mehr Teile der früheren Vorburg erhalten sind. Das neue Herrschaftshaus wurde nach Plänen des Wiener Architekten Jung errichtet. Der Herrschaftsflügel ist auf der Gartenseite mit geschwungenen schmiedeeisernen Fensterkörben ausgestattet. Auch an der Hofseite befinden sich schmiedeeiserne Gitter, aber in einfacherer Ausführung. Im Innenhofbereich findet man ein lang gestrecktes Gebäude mit Dachturm und aufgesetztem Kreuz, ein Hinweis auf die Schlosskapelle. Die ursprüngliche Schlosskapelle wurde 1782 abgebrochen und 1889 durch die Stifter Carl und Caroline Forstinger neu errichtet. Das Altarbild stellt Mariä Krönung des Malers Franz Engellachner aus Gmunden dar.

Das Gebäude der Brauerei Schloss Eggenberg steht schräg gegenüber dem alten Schloss. In den 1970er Jahren konnte ein neues Sudhaus eröffnet werden. Heute kann die Brauerei vor allem mit ausgewählten Bierspezialitäten Marktnischen besetzen. Unter anderem wird das angeblich stärkste Lagerbier der Welt gebraut: das Samichlaus Bier.

Literatur

  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.
  •  Herbert Erich Baumert & Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich, Band 2: Innviertel und Alpenvorland. Birken-Verlag, Wien 1985, ISBN 3-85030-049-3.
  •  Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich, einst und jetzt. Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.

Weblinks

 Commons: Schloss Eggenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien