Schloss Ernstbrunn

Schloss Ernstbrunn

Das Schloss Ernstbrunn ist ein Schloss in Dörfles in der Marktgemeinde Ernstbrunn in Niederösterreich. Das Schloss befindet sich seit dem 19. Jahrhundert im Besitz der Familie Reuss, die es auch heute noch bewohnt.

Das Schloss ist ein langgestreckter Bau mit vier aufsteigenden Höfen am Nordhang des Semmelberges oberhalb von Dörfles. Der Torturm mit dem Haupteingang trägt das Wappen der Sinzendorfer, die das Schloss vorher besaßen aber 1822 männlicherseits ausstarben. Vor dem Tor befindet sich ein barocker Brunnen. Das Schloss liegt in einem Wald nordwestlich vom Ortszentrum Ernstbrunn. In unmittelbarer Umgebung ist eine Parkanlage, etwas weiter um das Schloss befinden sich Nebengebäude.

Das Schloss selbst wurde bereits im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt, um 1654 erstmals, 1775 neuerlich durch die Sinzendorfer umgebaut und erweitert.

Während der Besatzungszeit war das Schloss in USIA-Verwaltung und wurde während dieser Zeit stark devastiert. Nach dem Staatsvertrag wurde das Schloss an die ursprünglichen Eigentümer zurückerstattet. Von diesen wurde es laufend wieder restauriert. Bei Erdarbeiten wurden im Jahr 1984/1985 ca. 100 lebensgroße barocke Steinfiguren gefunden.[1] Im nahegelegenen Küchengarten des Schlosses war für kurze Zeit bis zur definitiven Fertigstellung das Wolf Science Center untergebracht.

Im zweiten Hof befindet sich ein Uhrturm und eine protestantische Kapelle, im dritten Hof ein Hochschloss, im vierten Hof eine katholische Kapelle, ein Rittersaal und ein Bergfried.[2]

Inhaltsverzeichnis

Schlossbibliothek

Erst in der Zeit 1910 bis 1945 wurde eine Bibliothek aufgebaut, die zu Ende des Zweiten Weltkrieges mehr als 40.000 Bände aufwies, die vor allem aus dem eigenen Familienbesitz stammten. Außer, dass das Schloss bei Kriegsende mehrere Wochen mitten im Kampfgeschehen lag, musste nach dem Krieg die Familie auf Grund der sowjetischen Besatzung das Schloss verlassen. Teile der Bibliothek wurden bereits vorher nach Westösterreich ausgelagert, aber später großteils verkauft. So weist der historische Buchbestand nur mehr etwa 2.500 Bände auf.[3]

Literatur

  • Dehio - Niederösterreich nördlich der Donau
  • Reichhalter, Kühtreiber: Burgen - Weinviertel. 2005 ISBN 3-7079-0713-9.
  • R. Büttner, R. Madritsch: Burgen und Schlösser vom Bisamberg bis Laa/Thaya. 1987.

Einzelnachweise

  1. Georg Clam Martinic: Burgen & Schlösser in Österreich. 1996, ISBN 3-85001-679-1 (formal falsche ISBN).
  2. Alte Mauern (abgefragt am 29. Oktober 2010)
  3. Schloßbibliothek Reuss Stand April 1995 abgerufen am 28. Oktober 2010

Weblinks

 Commons: Schloss Ernstbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.54033333333316.347638888889Koordinaten: 48° 32′ 25″ N, 16° 20′ 52″ O