Schloss Gjaidhof

Die Ostseite des Schlosses im Juni 2004

Das Schloss Gjaidhof ist ein in Dobl in der Steiermark gelegenes Schloss. Seine Geschichte geht bis auf das 13. Jahrhundert zurück. Es befindet sich heute im Besitz des Ordens der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul welche darin eine Privatschule führen.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Das Schloss befindet sich in der Gemeinde Dobl. Unmittelbar an das Anwesen grenzt der Kaiserwald an.

Geschichte

Das Schloss im Jahr 1681

Das Schloss war ursprünglich ein Wehrhof, welcher der Beaufsichtigung des nahen Kaiserwaldes diente. Um 1222 gehörte der Hof wahrscheinlich zum Besitz von Herzog Leopold VI.. Im Jahr 1222 wurde eine Kapelle dem Hof hinzugefügt aus der die heutige Dobler Pfarrkirche entstand. Der Hof diente von 1240 bis 1242 Friedrich II. als Ausgangspunkt für seine Jagdausflüge. Nach dem Tod Friedrichs II. ging der Grund an seine Gertrud. Ihre Tochter Agnes verkaufte 1279 die damalige Burg an Rudolf I.. Im Zuge der Revolution des steirischen Adels gegen die Habsburger im Jahr 1292 wurde die Burg geschleift. Nach ihren Wiederaufbau befand sich das Gut in unmittelbarer Verwaltung durch die landesfürstlichen Beamten. Im 14. Jahrhundert bürgerte sich der heute übliche Name „Gjaidhof“ für das Gut ein, welches hauptsächlich als Jagdschloss diente. Unter Kaiser Friedrich III. wurden mehrere Fischteiche angelegt. Während der Baumkircherfehde wurde das Schloss 1470 von Andreas Baumkircher angeheuerten Söldnern eingenommen. Diese konnten es jedoch nicht lange gegen die kaiserlichen Truppen verteidigen. Nach dem erneuten Wiederaufbau wird das Gut im Jahr 1480 erstmals als Schloss bezeichnet.[1][2]

Im Jahr 1532 wurde das Schloss von den vorbei ziehenden Türken verwüstet. Im Jahr 1538 galt das Schloss als baufällig und wurde renoviert. Ab 1537 saß der landesfürstliche Forstmeister am Gjaidhof. Zwischen 1568 und 1570 beauftragte Erzherzog Karl II. seinen Hofbaumeister Dionissio Tade mit dem Um- und Ausbau des Schlosses. Bis 1804 diente das Anwesen den Habsburgern wegen seiner Nähe zum Kaiserwald hauptsächlich als Jagdschloss. 1804 ging das Schloss in Privatbesitz über und wurde zwischen 1851 und 1882 vom Freiherrn von Bonar umgebaut. Seit 1959 gehört es dem Orden der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul welche darin eine Privatschule unterhalten.[1][3][2]

Gestaltung

Das Schloss ist ein Zweiflügelbau mit einem hohen Walmdach und vermauerten Hofarkaden. Im Osten befindet sich ein Erker mit Türmchen und an der südwestlichen Gebäudeecke ein neugotischer Eckturm. Nördlich des Schlosses befindet sich das ehemalige Stallgebäude welches zwischen 1960 und 1961 ausgebaut wurde.[3]

Im Schloss befindet sich eine der heiligen Maria geweihte Kapelle. Sie hat nach einem Entwurf von Toni Hafner angefertigte Glasgemälde sowie ein von Josef Pabst gestaltetes Außenrelief. Die hölzerne Figur des Auferstandenen stammt aus der Zeit um 1760 und wird Balthasar Ferdinand Moll zugeschrieben.[3]

Quellen

 Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 73.

Einzelnachweise

  1. a b Eintrag zu Schloss Gjaidhof in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online
  2. a b Die Geschichte der Marktgemeinde Dobl. www.dobl.at, abgerufen am 27. Oktober 2012 (deutsch).
  3. a b c  Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 73.

Weblinks

 Commons: Schloss Gjaidhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

46.94777315.377182Koordinaten: 46° 56′ 52″ N, 15° 22′ 38″ O