Schloss Grades

Schloss Grades
Schloss Grades

Nördlich der Ortschaft Grades in Kärnten, auf einem steilen Felshügel über dem Fluss gelegen, wacht das Schloss Grades über den zentralen Teil des Metnitztales. Es steht in der Gemeinde Metnitz im Bezirk St. Veit an der Glan.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Sein Vorgängerbau wurde wahrscheinlich unter Bischof Heinrich I. von Gurk um das Jahr 1173 oder aber unter Bischof Gerold von Gurk nach 1326 neu errichtet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte jedenfalls 1285. Sein heutiges Aussehen erhielt das Bauwerk durch Umbauten und Erweiterungen der romanischen Kernsubstanz im 15./16. Jahrhundert sowie im 17./18. Jahrhundert. Ursprünglich hatte die bischöfliche Verwaltung des oberen Metnitztales hier ihren Haupt- und Gerichtssitz, in dem der Burggraf die Funktion eines Truchsesses der Gurker Bischöfe ausübte. In der Mitte des 18. Jahrhunderts beherbergte das Schloss eine Seidentapetenmanufaktur beziehungsweise eine Tuchfabrik. Schloss Grades war nie als Lehen vergeben worden und blieb bis zum Ende des 20. Jh. im Besitz des Bistums Gurk und wurde zuletzt zeitweise als Erholungsheim für Kinder verwendet. Heute befindet sich das Anwesen in Privatbesitz.

Beschreibung

Der unregelmäßige Innenhof wird durch eine mächtige Vierflügelanlage umgeben, im Westen umschließt eine Wehrmauer einen Hof, in dessen nordwestlichem Bereich ein gotischer Speicher erhalten ist. Das westliche Tor ist mit 1661 bezeichnet. Im Hof gibt es spätgotische Tore und Fenster, der Eingangsturm weist einen Zwiebelhelm auf. In sechs Sälen des Hauptgeschoßes zieren Deckenstuckaturen aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts die Räumlichkeiten. Sie stammen mit großer Wahrscheinlichkeit von Kilian Pittner. Im West-Raum des Süd-Traktes findet sich ein kreisrunder Mittelspiegel mit Wappen des Fürstbischofs Jakob I. Maximilian von Thun-Hohenstein (1709-1749). Eingelassen in die Decke des Nord-Raumes des Ost-Traktes ist ein gerahmtes Leinwandbild „Ahasveros und Haman beim Mahl der Esther“ von Josef Ferdinand Fromiller, bezeichnet mit 1741. Vermutlich aus dem 12. Jahrhundert stammt die ehemalige Doppelkapelle in der nordöstlichen Ecke des Schlosses mit vermauertem Rundfenster und Laub- und Bandelwerkstuckaturen um das Jahr 1725.

Literatur

  • Gerhard Stenzel: Von Burg zu Burg in Österreich. Kremayr & Scheriau, Wien 1973, ISBN 3-218-00229-X.
  • Georg Clam Martinic: Österreichisches Burgenlexikon. Burgen und Ruinen, Ansitze, Schlösser und Palais. 2. Auflage. Landesverlag, Linz 1992, ISBN 3-85214-559-7.
  • Michael Leischner, Alois Brandstetter: Burgen und Schlösser in Kärnten. Carinthia, Klagenfurt 2000, ISBN 3-85378-520-4.
  • Hermann Wiessner, Gerhard Seebach: Burgen und Schlösser in Kärnten. Wolfsberg, Friesach, St. Veit. Birken, Wien 1977.

Weblinks

46.98388888888914.254722222222Koordinaten: 46° 59′ 2″ N, 14° 15′ 17″ O