Schloss Hagenau

Schloss Hagenau
Schloss Hagenau mit Schlosskirche St. Nikolaus

Schloss Hagenau mit Schlosskirche St. Nikolaus

Entstehungszeit: 1088 (erste urk. Erwähnung), heutiges Aussehen von 1571
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: renoviert, bewohnt
Ort: Hagenau bei St. Peter am Hart
Geographische Lage 48° 16′ 30,2″ N, 13° 5′ 58,8″ O48.27505277777813.099658333333340Koordinaten: 48° 16′ 30,2″ N, 13° 5′ 58,8″ O
Höhe: 340 m
Schloss Hagenau (Oberösterreich)
Schloss Hagenau

Schloss Hagenau ist ein Renaissanceschloss in der Gemeinde St. Peter, Bezirk Braunau am Inn, Oberösterreich. Es liegt neben der Bucht der alten Mattigmündung auf einem zum Inn vorspringenden Sporn.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das alte Schloss, das in der Nähe des heutigen Schlosses gelegen war, ist als Besitz des benennenden Geschlechts erstmals 1088 ("Hartwicus de Hagenowe") belegt. Nach dem Aussterben der oberösterreichischen Linie der Hagenauer kam das Schloss 1152 an die Bischöfe von Passau, die es als Lehen an ein Ministerialengeschlecht gaben, das sich ebenfalls nach der Burg benannte. Der berühmteste Hagenauer war Reginbert, Bischof von Passau, der im Kreuzzug 1147 den Tod fand.

Mit Ludwig von Hagenau, aus dem Ministerialengeschlecht, starb 1262 aber auch dieses Adelsgeschlecht aus, sodass das Schloss kurzfristig in den Besitz der Ortenburger kam, danach in den der Herzöge von Bayern. Das Schloss wechselte oft den Besitzer, so war es im Besitz der Toerring (ab 1270), Ahamer (um 1400), 1525 kauften es die Taimer zu Mühlheim und blieben bis 1635 Besitzer.

Schloss Hagenau nach einem Kupferstich von Michael Wening von (1721)

1571 wurde das alte Schloss abgerissen, da es bei mehreren Bränden und Überschwemmungen schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Zeitgleich wurde das heutige Schloss auf einer hochwassergeschützten Erhöhung gebaut. Der Aufstau des Inns für das Kraftwerk Frauenstein erweckt nun den falschen Eindruck, es sei als Wasserschloss geplant worden.

1635 schenkte Kurfürst Maximilian von Bayern seinem Leibarzt Ferdinand Schütz das Anwesen. Dieser ließ das Bräuhaus und die Stallungen beim Schloss errichten. Der Kurfürst gestattete ihm den Titel "von und zu Hagenau und St. Peter" zu führen. 1710 erwarb Graf Ferdinand Josef von Rheinstein und Tattenbach das Schloss. Wegen Baufälligkeit musste das Schloss 1717 bis 1728 neu aufgebaut werden. 1722 kam es an Johann Franz Graf Franking. 1829 kam es auf dem Erbweg an die Freiherrn von Handel; Baron Max von Handel hatte Hagenau in ein Schlosshotel umgewandelt. Allerdings war dieses Unternehmen nicht erfolgreich. Nach seinem Tod 1966 ging der Besitz an seine Tochter Colette Spaur. Diese Familie besitzt das Schloss noch heute und ließ es 2001 restaurieren.[1][2]

Schloss Hagenau heute

Heute wird das Bauwerk als Kulturzentrum und für Mietwohnungen verwendet. Das Schloss ist nur während der Veranstaltungen zugänglich, da es zum größten Teil privat genutzt wird. Im Park des Schlosses befindet sich eine 1515 dem hl. Nikolaus geweihte gotische Kapelle, die von Graf Franking 1727/28 wegen Baufälligkeit[2] neu gebaut wurde und heute als Veranstaltungsraum unter anderem für Konzerte verwendet wird.

Die Ecktürme verleihen dem Renaissanceschloss ein trutziges Aussehen. Im Innenhof befindet sich ein schmiedeeisern verzierter Ziehbrunnen. Früher befanden sich oberhalb der Arkaden Lauben, die aber zugemauert wurden. Über dem Eingang befindet sich das Wappen derer von Handel.

Weblinks

 Commons: Schloss Hagenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Burgenkunde-Schloss Hagenau
  2. a b Bezirksbuch Braunau am Inn, Mattighofen, Moser, 1992, S. 248 - 249.

Literatur

  •  Herbert Erich Baumert & Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich, Band 2: Innviertel und Alpenvorland. Birken-Verlag, Wien 1985, ISBN 3-85030-049-3.
  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.
  •  Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt.. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.