Schloss Karlstein (Niederösterreich)

Schloss Karlstein im Waldviertel
Stich von Georg Matthäus Vischer, 1672

Das Schloss Karlstein oder auch Burg Karlstein befindet sich auf einem steilen Felsen in Karlstein an der Thaya in Niederösterreich.

Karlstein wird als Chadelstain im Jahr 1112 erstmals erwähnt. Als Lehensburg verschiedener Adelsfamilien gehörte Karlstein dem jeweiligen Landesfürsten. Kurz wurde sie unter den Puchheim ab 1576 auch ein Zentrum der Reformation.

Da sie auch später nicht längere Zeit durchgehend im Besitz einer Familie war, wurde laufend umgebaut und erweitert. Von der ursprünglichen Burg ist praktisch nichts mehr vorhanden. Die erhaltene Burgkapelle geht auf auf das 16. Jahrhundert zurück.

Auch die Verwendung im Laufe der Jahrhunderte änderte sich. Wurde sie früher als Adelssitz genutzt, war sie ab dem Jahr 1880 auch eine Uhrenfabrik. Auch als Gefängnis diente das Schloss zeitweilig. So war vermutlich der Bauernführer Georg Schrembser bis zur Hinrichtung ab 1597 gefangen gehalten.

Obwohl das im Besitz des Grafen van der Straten befindliche Schloss im Jahr 1914 unbewohnbar war, wurde hier ein Internierungslager während des Ersten Weltkrieges eingerichtet. Auch der montenegrinische Generalstab wurde hier gefangen gehalten.

Nach dem Krieg wurde der ungarische Kommunistenführer Béla Kun hier interniert.

Später wurde das Schloss auch als Jugendherberge, in den 1960er Jahren auch als Pensionsbetrieb verwendet.

Literatur

  • Reichhalter/Kühtreiber: Burgen - Waldviertel und Wachau, 2001
  • Franz Eppel: Das Waldviertel, 1966
  •  Evelyn Benesch, Bernd Euler-Rolle, Claudia Haas, Renate Holzschuh-Hofer, Wolfgang Huber, Katharina Packpfeifer, Eva Maria Vancsa-Tironiek, Wolfgang Vogg: Niederösterreich nördlich der Donau. In: Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio-Handbuch Die Kunstdenkmäler Österreichs. Anton Schroll & Co, Wien 1990, ISBN 3-7031-0652-2, S. 486–487.
  • Die niederösterreichischen Burgen und Schlösser, Band 2, 1925
  • Hellmut Bornemann: Land an der Thaya, 2001
  • Georg Clam Martinic: Österreichisches Burgenlexikon, 1992
  • Laurin Luchner: Schlösser in Österreich I, 1978
  • Gerhard Stenzel: Von Burg zu Burg in Österreich, 1973
  • Gerhard Stenzel: Von Schloß zu Schloß in Österreich, 1976

Weblinks


48.88171944444415.401619444444Koordinaten: 48° 52′ 54″ N, 15° 24′ 6″ O