Schloss Limberg

Schloss Limberg

Das Schloss Limberg liegt in der Ebene östlich des gleichnamigen Ortes in der Gemeinde Maissau in Niederösterreich und steht gemäß Bescheid des Bundesdenkmalamtes unter Denkmalschutz. Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und ist nicht allgemein zugänglich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bereits im Jahre 1294 ist in Limberg eine Burg im Besitz der Zinken urkundlich erwähnt. Diese „Veste Limburg zu Limberg“ befand sich erhöht gelegen in der Nähe der Pfarrkirche und war schon im 16. Jahrhundert verfallen. Sie war ganz oder teilweise von Wasser umgeben. Die Mappe von 1823 des Franziszeischen Katasters verzeichnet an dieser Stelle noch einen großen Teich, der später mit den Resten der verfallenen Burg aufgeschüttet worden sein dürfte.[1]

An der Stelle des heutigen Schlosses befand sich damals vermutlich ein zur Burg gehörender Meierhof oder Edelsitz, der um 1570 zu einem Schloss ausgebaut wurde.

Im Jahre 1755 ging der Besitz an das Stift Altenburg[2], von dem es der heutige Besitzer erwarb.

Baubeschreibung

Hauptgebäude

Außen

Die im Kern spätgotische zweigeschossige Vierflügelanlage mit Ziegelwalmdächern und Turm wurde um 1570 ausgebaut. Eine Inschrift über dem Portal an der Südfassade zeigt diese Jahreszahl. Das Schloss war ursprünglich von einer wehrhaften Mauer umschlossen, von der heute nur mehr Teile erhalten sind.[1]

Die südliche neunachsige Hauptfront ist durch einen seitlich herausragenden Anbau symmetrisiert und durch ein Gesims zwischen den Geschossen gegliedert. Die Fenster im Obergeschoss haben Gesimsverdachungen und teilweise Sohlbänke. Oberhalb des gotisierenden Portals aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts ist ein Teil des abschließenden Mäanderfrieses unterhalb des Traufgesimses erhalten. Zwischen der ersten und zweiten Fensterachse des Obergeschosses befindet sich eine Sonnenuhr aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Den Südtrakt überragt ein Turm mit schlankem Pyramidendach, roter Ortsteinquaderung aus dem frühen 17. Jahrhundert und abschließendem barocken Aufsatz mit Querovalluken unter dem Dach aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

An den anderen Fassaden befinden sich erneuerte gemalte Ortsteinquaderungen und gequaderte Kordonbänder in Rot aus der Zeit um 1700.

An drei Seiten des Hofes befinden sich im Obergeschoss Säulengänge unter offenen Pultdächern aus dem 16. Jahrhundert, im Westen auf spätgotischen Konsolen des ersten Baukerns, im Süden auf Nischenarkaden und im Osten als doppelgeschossiger Säulengang mit Balkendecke.

Innen

Die Durchfahrt wird durch Kreuzgewölbe mit stuckierten Graten überwölbt, der anschließende Bereich des ersten Baukerns hat ein Tonnengewölbe. Hofseitig wird die Durchfahrt durch ein Rundbogenportal auf spätgotischem abgefasten Pfeiler abgeschlossen.

Im Erdgeschoss finden sich noch Stichkappentonnen aus dem ersten Baukern (Anfang des 16. Jahrhunderts) mit aufstuckierten Graten. Im Aufgang zum Turm sind Reste eines Freskos vom Anfang des 16. Jahrhunderts erhalten, das ein Kruzifix mit einer Assistenzfigur darstellt.

Nebengebäude

Stöckl (Turm)

Neben dem Schloss steht im Garten ein zweigeschossiger turmartiger Bau aus dem Ende des 16./Anfang des 17. Jahrhunderts. An der südwestlichen Ecke des geschwungenen Pyramidendaches befindet sich ein Schornstein. Das Gebäude ist mit einer erneuerten gemalten Orsteinrahmung und einem gequaderten Traufband versehen. An der Westseite des geböschten Erdgeschosses befindet sich ein schmales Rundbogenportal, an den anderen Fassadenseiten sind Spuren ehemaliger Rundbogenöffnungen in der Art eines Gartencasinos zu erkennen. Das Obergeschoss ist durch Rechteckfenster gegliedert.

Schüttkasten

Neben mehreren anderen Wirtschaftsgebäuden befindet sich auf dem Areal ein zum Teil barocker zweigeschossiger Schüttkasten mit Breitfenstern. Das Gebäude hat ein Satteldach, die Fassade ist durch Lisenen und breite Faschen gegliedert.

Literatur

  • Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich nördlich der Donau.“ Bearbeitet von Evelyn Benesch, Bernd Euler-Rolle u.a. Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1990, ISBN 3-7031-0652-2, S. 1097f.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Schloss Limberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Schloss Limberg auf der Website der Gemeinde Maissau
  2. Dehio, S. 674

48.59628888888915.865519444444Koordinaten: 48° 35′ 47″ N, 15° 51′ 56″ O