Schloss Mönchstein

Schloss Mönchstein von der Salzach aus gesehen

Das Schloss Mönchstein befindet sich heute als Schlosshotel in exponierter Lage ma Nordrand des Mönchsbergplateaus in der Stadt Salzburg. Das im Grund aus dem Mittelalter stammende, heute historistische Bauwerk gehört zum UNESCO-Welterbe Historisches Zentrum der Stadt Salzburg, und ist als Fünf-Sterne-Hotel in Betrieb.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schloss Mönchstein
Schütze beim Eingang zum Schlosshotel Mönchstein

Tetelheimer Turm und Ansitz Mönchstein

Urkundlich erwähnt wurde ein Gebäude am Nordrand des Mönchsberges erstmals 1350 als Tetelheimer Turm, nach den ansässigen Tetlhaimern, die Mitte des 13. Jahrhunderts das Pflegegericht um Waging am See innehatten. Wahrscheinlich lag dieser Turm auf der Anhöhe südwestlich der Monikapforte. Später wurde dann die Bezeichnung Mönchsteinturm gebräuchlich. Von 1419 bis 1565 stand das Gebäude im Eigentum der Familie Fröschlmoser. Bereits seit 1540 bestand hier auch eine Kapelle, sie wurde am 3. August 1661 zu Ehren der Heiligen Maria, der Heiligen Anna und aller heiligen Mönche neu geweiht. 1531 erbaute Virgil Fröschlmoser ein Meyerhaus, Stallungen und einen Stadl an das Schlösschen an. Auf dem Felsenkegel errichtete er einen steinernen Turm und eine Zisterne. Die verarmte Witwe des Christoph Fröschlmoser musste 1565 den gesamten Besitz „darunter den Thurn genannte Munichstein sammt dem Haus Fröschlmoos und Lustgarten, den Garten vor dem Klausenthor an dem Siechgarten und an dem Mönchsbergtor gelegen“ an den Salzburger Bürger Wolf Windisch veräußern. 1622 wurde der Besitz an das Kloster Mülln verkauft. 1643 wurde Möchstein zum dreigeschossigen Turmbau ausgebaut.

Das Professorenschlösschen mit Konviktschlösschen

Nach weiteren Besitzerwechseln erwarb 1654 die Salzburger Benediktiner-Universität den Besitz. An der Stelle des heutigen Schlosses Mönchstein, also südöstlich der Monikapforte wurde damals ein einfaches kleines Schlösschen erbaut, um den Professoren frische Luft und „Erholung von der schweren Kopfarbeit“ zu ermöglichen. Man nannte es bald das Professorenschlösschen“. Ein zweites Gebäude wurde als Konviktschlösschen den Studenten zur Verfügung gestellt. Ein südlich davon stehender Turm wurde mathematischer Turm genannt und für astronomische Beobachtungen verwendet. Er wurde um 1780 abgerissen.

Herrensitz und Villa

Nach der Aufhebung der Benediktiner-Universität durch die Bayern 1810 wurde die Anlage versteigert und 1813 von Josef Felner erworben. Er ließ das verwahrloste Objekt wieder aufbauen und betraute den Salzburger Leopold Hagenauer mit der Verwaltung. Dieser erwarb für den Garten des Schlösschens nach dem Brand von 1818 Statuen aus dem Schloss Mirabell, die er mit eigenwilligen Texten beschrieben hat (etwa bei einer Statue, deren Arm abgebrochen war: „Himmel, wer hätte das geglaubt! Was Krieg und Stürme nicht vermochten, dies war dem Frieden vorbehalten, mir meine Linke abzureißen.“). Hagenauers Sohn Josef erwarb schließlich 1834 das Anwesen. Der Journalist und Topograph Lorenz Hübner lebte einige Zeit in dem Schlösschen, im 20. Jahrhundert dann auch Anton Faistauer.

1887 verkauften Hagenauers Erben den Besitz an den aus Mattighofen stammenden Bankier Karl Leitner (1855-1911); in dem Familieneigentum der Leitners blieb der Besitz (damals genannt Leitner Villa) bis 1917. Er hatte 1886 die Elektrizitätswerke Salzburg gegründet und ließ 1890 den elektrischen Aufzug auf den Mönchsberg und die Straße von Mülln auf den Mönchsberg errichten, ließ die Klausenterrasse erschließen und einen Weg zum Mönchsberglift bauen.[1] Seine Frau Kreszentia Leitner beauftragte Jakob Ceconi mit ersten Ausbauarbeiten.[2]

Nach dem Ableben Leitners veräußerte die Witwe 1917 den Besitz an Hofrat Bela Veith, den Finanzberater des rumänischen Königshauses, der das Schloss 1919 stark erweiterte. Seit dieser Zeit ist die Bezeichnung Schloss Mönchstein in Erinnerung an ein in diesem Raum bestandenes Bauwerk üblich. Die Königinmutter Marie von Rumänien hat das Schloss zu den Festspielzeiten des Öfteren besucht. Nach dem Tode Bela Veiths übernahmen seine Söhne Guido und Ferdinand den Besitz.

Hotel Schloss Mönchstein

Ferdinand Veith gründete 1948 die Hotel Betriebs KG. F. Veith in Salzburg, musste aber bald aufgrund hoher Verschuldung als Kompagnon Adolf Brühl mit Gattin Lucia in die Firma aufnehmen. Adolf Brühl gestaltete das Haus 1948 mit Hilfe der Architekten Hugo Hübner und Walter Baumgartner zu einem Luxushotel um. Schon bald übernachteten hier Opernsängerinnen (Hilde Gülden, Kirsten Flakstad), Mitglieder der Familie Ford oder Filmdiven. 1952 wanderten die Brühls nach Brasilien aus. 1956 trat die Familie Mierka in die Betreibergesellschaft ein. Im Jahr 2000 ging das Schloss in den Besitz einer Tiroler Hoteliersfamilie über; die Alleinbesitzerin Anna Gabrielli-Schwarz schlitterte aber 2003 mit dem Hotel in den Konkurs.[3] 2005 wurde das Anwesen von dem deutschen Milliardär und „Capri-Sonne-Erfinder“ Hans-Peter Wild übernommen. Er ließ das Hotel renovieren und erweiterte es auf insgesamt 24 Zimmer und Suiten und einen 300 m2 großen Spa- und Wellnessbereich.

Das Schloss ist heute unter der Leitung von Direktorin Samantha Teufel. Als Salzburgs erstes Fünf Sterne Superior-Hotel hat das Mönchstein zahlreiche Auszeichnungen erhalten. 1993 und auch 2009 wurde das Schloss-Restaurant Paris Lodron mit zwei Hauben von Gault Millau ausgezeichnet. Bekannte Gäste waren etwa 2008 Jopi Heesters oder 2009 Tom Cruise und Cameron Diaz mit ihrer ganzen Entourage bei den Dreharbeiten für den Film Knight and Day.

Literatur

  • Hedwig Weiss: Der Speisesaal im Schloß Mönchstein. In: Salzburg Archiv Band 20. Schriftenreihe des Vereins Freunde der Salzburger Geschichte, Salzburg, 1995, S. 269-302.
  • Adolf Frank: Der Mönchsberg und seine Baulichkeiten. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 70, 1930, S. 1-44

Weblinks

 Commons: Schloss Mönchstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise

  1. Leitner war auch sonst für die Stadtgeschichte Salzburg bedeutend. 1886 erwarb er das Gebäude am Makartplatz 3 und ließ in dessen Hof ein neues Dampfkraftwerk für die Stromerzeugung errichten. Zwar konnten sich nur Geschäftsleute und Hoteliers den elektrischen Strom anstatt der üblichen Gasbeleuchtung leisten, aber dies war das erste private Versorgungsunternehmen in der Österreichisch-ungarischen Monarchie. Nach Erweiterungen errichtete die Gesellschaft 1894 das Elektrizitätshotel, heute Hotel Bristol, mit der ersten Leuchtreklame.
  2. Die Besonderheiten des in Auftrag gegebenen Interieurs im Stile der Neugotik und weiterer angekaufter Einrichtungsgegenstände werden ausführlich beschrieben in Lit. Hedwig Weiss, 1995, S. 277 f.
  3. Schloss Mönchstein verkauft. In: Salzburger Nachrichten. 25. Mai 2005, abgerufen am 25. Februar 2012.

47.80413313.035793Koordinaten: 47° 48′ 15″ N, 13° 2′ 9″ O