Schloss Müllegg

Schloss Müllegg nach einer Radierung von Johann Christian Wirsing am Ende des 18. Jahrhunderts über Salzburg im 16. Jahrhundert

Das Schloss Müllegg, nach den Erbauern auch Grimming-Schloss genannt, war ein zumindest seit dem frühen 16. Jahrhundert bis Ende des 17. Jahrhunderts existierendes Schloss auf dem Gelände des heutigen St. Johanns-Spitals in der österreichischen Stadt Salzburg im Stadtteil Mülln. Von dem Bauwerk ist nur noch ein Tor und ein öffentlich nicht zugängliches Brunnenhaus erhalten.

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Schloss Müllegg

Das Schloss Müllegg war ursprünglich Besitz der Familie Grimming. Wie auf einer Radierung von Johann Christian Wirsing zu sehen ist, war das Schloss in gotischem Stil erbaut und hatte einen hohen sowie sechs kleinere, spitze Türme. Die weit verzweigte Familie Grimming war insofern bekannt, als sie das Gnadenbild von Maria Plain nach Salzburg gebracht hatte. Dieses Gnadenbild war zeitweise auch im Schloss Müllegg aufbewahrt worden.

Als der Erzbischof Johann Ernst Graf Thun 1692 das heutige St. Johanns-Spital nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach errichten ließ, wurde das alte Müllegger Schloss, das namensgebend für den Stadtteil Mülln war, abgerissen. Von dem Schloss ist nur mehr der Torbau inmitten des Spitals erhalten.

Mülleggertor

Müllegger Tor aus Richtung Mülln (Stadtseite)
Müllegger Tor aus Richtung Aiglhof (ehem. Außen-, jetzt Krankenhausseite)

Das Mülleggertor wurde bereits 1514 erwähnt, es war das äußerste Stadttor auf der Straße von Salzburg nach Reichenhall. Von ihm führte eine Mauer bis zum heute nicht mehr bestehenden Wartelsteintor in der Augustinergasse, das bis Anfang des 19. Jahrhunderts ein weiteres der Salzburger Stadttore war. Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau schlug diese Gegend der Stadt zu und ließ im Jahre 1607 dicht an dem Schloss das Müllegger- oder Grimming-Tor neu erbauen. An dem prächtig gestalteten Renaissancetor ist das Wappen dieses Erzbischofes auch heute noch zu sehen. Die beiden kleinen Türme am Tor stammen aus der Entstehungszeit. Damals waren über dem Torgewölbe zwei Geschoße, die als Getreidekästen dienten. An den Seiten des Tores befand sich eine Wohnung für den Torhüter.

Brunnenhaus

Um 1800 ist durch einen Unfall, ein Pferdegespann des Walcher-Müllers aus Maxglan war im Gelände der Klinik eingebrochen, ein aufwändig gestaltetes unterirdisches Brunnenhaus entdeckt worden. Dessen Wasserzuleitung wird von einer Quelle am Fuß des Mönchsberges gespeist; die Sohle der Anlage liegt 4,5 m unter dem Straßenniveau. Nach archäologischen Untersuchungen muss diese Anlage um 1600 entstanden sein und diente der Wasserversorgung von Schloss Müllegg. Das Brunnenhaus ist nicht öffentlich zugänglich.

Weblinks

Nachweise

  • Herbert Dorn: Spurensuche in Salzburg. Verschwundene Bauwerke und vergessene Kunstschätze aus acht Jahrhunderten. 1996, Salzburg: Museum Carolino Augusteum, ISBN 3-901014-49-7, S. o.A.


47.8065813.030314Koordinaten: 47° 48′ 24″ N, 13° 1′ 49″ O