Schloss Obereitzing

Schloss Obereitzing
Schloss Obereitzing nach einem Kupferstich von Michael Wening von 1721

Schloss Obereitzing nach einem Kupferstich von Michael Wening von 1721

Entstehungszeit: 1150 (erste urk. Erwähnung)
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: abgekommen
Ort: Obereitzing, Gemeinde Eitzing
Geographische Lage 48° 14′ 2,3″ N, 13° 29′ 45,7″ O48.23397222222213.496027777778430Koordinaten: 48° 14′ 2,3″ N, 13° 29′ 45,7″ O
Höhe: 430 m
Schloss Obereitzing (Oberösterreich)
Schloss Obereitzing

Das Schloss Obereitzing stand in der Gemeinde Eitzing im Bezirk Ried im Innkreis in Oberösterreich.

Geschichte

Die Burg erhielt den Namen Obereitzing, da in der Ortschaft Untereitzing noch ein anderer adeliger Sitz (Enzing oder Burgenzing genannt) war (ein Fridericus de Pfnurre ist 1220 auf dem Pfnurrhof nachgewiesen; weitere Besitzer des Pfnurrhofs waren Ulrich und Oswald Geltinger, Hans Georg von Thanhausen sowie Georg und Hans Christoph Paumgarten). Zudem lag Schloss Obereitzing auf einer kleinen Anhöhe oberhalb des Ortes. Der Name Eitzing leitet sich von dem Eigennamen Izo ab.

Die Herren von Eitzing werden erstmals 1150 urkundlich als Jeing erwähnt. Aus diesem Geschlecht sind die Gebrüder Dudelricus und Hiltradus um 1150 bekannt, Chalhoch und Wernhart um 1160 und Heinrich und Arnold um 1200. Aus dem 14. Jahrhundert sind die Eitzinger Hans (1318), Heinrich, Bürger zu Obernberg, Philipp sowie dessen Sohn Georg bekannt. Ende des 14. Jahrhunderts wird ein Georg Eitzinger, Sohn des Stephan, genannt, der ein Verzeichnis aller Güter und Dienstleistungen anlegen ließ, die er von seinem Vater übernommen hatte. Aus der bayerischen Linie der Eitzinger stammen auch die Brüder Ulrich, Oswald und Stephan von Eitzing, die 1439 von König Albrecht II. in den Freiherrenstand erhoben wurden. 1472 urkundet ein Edel vesst Taman Eyczinger zw Eyczing (Thomas Eitzinger, † 1472) als Besitzer der Burg. Die Grablege der Eitzinger ist in Stift Reichersberg, aber auch an der Kirche von Eitzing findet sich eine marmorne Grabplatte der Familie. Die Familie der Eitzinger ist weitverzweigt und sie ist noch heute nachweisbar, aber die oberösterreichische Linie der Eitzinger existiert nicht mehr.

Aus dem Wappen der Herren von Eitzing ist das heutige Ortswappen von Eitzing abgeleitet. Das ursprüngliche Wappen der Eitzinger war allerdings prächtiger. In seiner ersten Form war es ein geteilter, oben roter und unten weißer Schild, wobei drei Kugeln (Turnierkolbenknöpfe) den Schild teilten (entspricht dem heutigen Ortswappen). Das spätere freiherrliche Schild ist viergeteilt: Das erste wiederholt das ursprüngliche Wappen, ein zweites und drittes Feld enthalten einen herabgelassenen Hut mit roten Quasten und oberhalb einen weißlichen Fisch, das vierte Feld ist wieder schräg gespalten und zeigt in der Mitte ein weißes Band. Oben auf dem Schild erscheinen zwei gekrönte offene Helme, auf dem ersten stehen zwei Büffelhörner (rot und schwarz), auf dem linken Helm liegt der rote Hut und der bereits genannte Fisch.

Nach dem Tod des Thomas Eitzinger verkaufte seine Schwester Kunigunde Kastendorfer den Besitz an den Ulrich Geltinger zu Althausen, Mautner in Schärding. Die Geltinger hatten ihren Stammsitz bei Göding in Wallern. 1533 ist ein Oswald Geltinger der Besitzer. Unter den Geltingers sind die beiden Herrschaften zu Eitzing vereinigt worden. Oswald Geltinger starb 1536.

1538 ist ein Georg von Pawmgarten (Baumgarten) von der Burg Frauenstein am Inn, Sohn des Dr. Peter Baumgartner, Kanzler zu Ingolstadt, auf Obereitzing nachgewiesen († 1559). Ihm folgte sein Sohn Hans Christoph I. von Paumgarten, Pfleger von Friedburg. Seine Schwester war mit Andreas von Tannberg vermählt; sie gehörten in religiöser Hinsicht der Landsassen-Opposition an, die sich unter den Grafen von Ortenburg gegen den Bayerischen Herzog gebildet hatte. Diese Verschwörung wurde aufgedeckt und auch Hans Christoph geriet in Haft. Nach kniefälliger Abbitte musste er sich zu besonderen Dienstleistungen im Kriegsfalle verpflichten, durfte aber weiterhin nach seiner protestantischen Gesinnung leben, aber in den ihm unterstehenden Kirchen keine Änderungen vornehmen. Hans Christoph I. starb am 15. März 1570 und ist in der Frauensteiner Kapelle der Kirche von Mining begraben. Mit seinem Sohn Hans Christoph II. († 10. Juli 1602) starb dann diese Familie aus.

Den Paumgartens folgten auf dem Erbweg die Hochfeldts zu Aistersheim und Almegg nach. 1638 kaufte Johann Adolf von Tattenbach-Rheinstein († 1647), Besitzer von St. Martin Obereitzing von den Hochfeldern. Seit diesem Besitzer blieb das Schloss unbewohnt, wurde dem Verfall preisgegeben und Mitte des 18. Jahrhunderts abgebrochen.

Nach der Radierung von Michael Wening aus dem Jahre 1721 war Obereitzing ein dreigeschossiger Bau mit vier Türmen. Das Schloss war von einer Mauer umgeben, die durch Ecktürme und einen Torbau bewehrt war. Nördlich des Schlosses erstreckten sich Wirtschaftsgebäude, unterhalb liegen Teiche, die durch einen Zaun umschlossen werden. Der sanfte Abhang zu den Teichen ist mit Obstbäumen bepflanzt.

Schloss Obereitzing heute

An der Stelle des ehemaligen Schlosses liegt seit dem 19. Jahrhundert das bäuerliche Anwesen „Hofbauer“. Der Hof wirkt beinahe schlossartig, wiewohl keine Mauerreste für seine Errichtung einbezogen wurden. Letzte Mauerreste des Schlosses wurden bei einer Betriebserweiterung zugunsten von Silobauten abgetragen. Von den ehemals sechs Teichen ist noch einer unterhalb des Anwesens erhalten, der aber Verlandungsspuren zeigt und erneuert werden müsste.

Literatur

  •  Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.
  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.