Schloss Oberthal

BW

Das Schloss Oberthal liegt in der Gemeinde Thal in der Steiermark. Seine Geschichte reicht bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück. Heute ist es in Privatbesitz.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Das Schloss steht auf dem östlichen Abhang des Kogelwaldes in der Schlossallee 2.[1]

Geschichte

Ursprünglich befand sich an der Stelle des Schlosses ab der Mitte des 12. Jahrhunderts ein Edelsitz der Herren von Waldsdorf. Die erste urkundliche Erwähnung des Schlosses ist 1322. Zu dieser Zeit war es im Besitz der Fürsten Windisch-Graetz. Zwischen 1605 und 1622 gehörte das Anwesen Bernhard Walther von Walthersweil und zwischen 1622 und 1624 der Familie Schranz zu Schranzenegg. Von 1624 bis 1798 war es Eigentum der Grafen Trauttmansdorff.

In der Zeit um 1563 wurde die ursprüngliche Turmburg um einen Schlossbau im Renaissance-Stil erweitert. Die Schlosskapelle wurde laut einer Inschrift im Jahr 1656 erbaut. In der Mitte des 17. Jahrhunderts ließ Graf Siegmund Friedrich von Trauttmansdorff an der Bergseite des Anwesens einen französischen Park anlegen. Zwischen 1846 und 1905 gehörte das Schloss den Freiherren von Walterskirchen. Im Jahr 1846 wurde das Schloss in dem romantisierenden Stil eines schottischen Schlosses umgestaltet. Seit 1940 ist es im Besitz der Familie Essberger-Rantzau.[1][2][3]

Beschreibung

Das Schloss ist eine Vierflügelanlage mit vortretenden, zinnenkranzbewehrten Ecktürmen aus dem 19. Jahrhundert. Im nördlichen Teil des Gebäudes befinden sich zwei, im 19. Jahrhundert nach englischer Art umgestaltete, achteckige Ecktürme. Über eine Durchfahrt mit einer Inschrift aus dem Jahr 1661 am westlichen Turm ist der Innenhof erreichbar. Der Hof hat an drei Seiten dreigeschossige Säulenarkaden. Im Hof ist ein Portal aus dem Jahr 1563 mit einer in eine Rotmarmortafel gemeisselten Inschrift. Aus der Zeit um 1563 existiert ein unterirdischer, in Richtung Graz führender Gang, der nur mehr einige hundert Meter begehbar ist.[1][3]

Die mit Stuckdekor verzierte, dem heiligen Johannes dem Täufer geweihte barocke Kapelle wurde 1656 erbaut und hat ein Altarbild mit der Taufe Jesu Christi aus derselben Zeit. An die Kapelle schließen zwei Räume mit Stuckdecken aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Zusätzlich befinden sich in diesen Räumlichkeiten in die Wand eingelassene Leinwandbilder.[1][2]

Oberhalb des Schlosses ist ein von einer Mauer umgebener französischer Park mit Grotten und einem Lusthaus aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.[2]

Quellen

  •  Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 556-557.

Einzelnachweise

  1. a b c d  Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 556-557.
  2. a b c Schloss Oberthal. www.thal.riskommunal.net, abgerufen am 1. April 2012 (deutsch).
  3. a b Geschichte des Schlosses Oberthal. www.rantzau.at, abgerufen am 1. April 2012 (deutsch).

47.07992915.343409Koordinaten: 47° 4′ 48″ N, 15° 20′ 36″ O