Schloss Piber

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Schloss Piber
Schloss Piber nach Georg Matthäus Vischer 1681

Schloss Piber nach Georg Matthäus Vischer 1681

Alternativname(n): Propstei Piber
Entstehungszeit: 1696 bis 1728
Erhaltungszustand: erhalten
Ort: Piber
Geographische Lage 47° 4′ 47,7″ N, 15° 6′ 2,1″ O47.07991315.100576Koordinaten: 47° 4′ 47,7″ N, 15° 6′ 2,1″ O
Schloss Piber (Steiermark)
Schloss Piber
Piber Pfarrkirche Hl. Andreas

Schloss Piber (vor 1786 eine Propstei) ist ein Schloss im Stile des Barock in Köflach, bei Voitsberg, Steiermark.

Inhaltsverzeichnis

Architektur

Das Schloss wurde angeblich an der Stelle der alten Eppensteinerfestung errichtet, es liegt auf einen breiten Hügel, der nur gegen Norden durch einen breiten Graben gesichert werden musste. Das Schloss in seiner heutigen Form stellt einen weitläufigen Bau des 17 Jh. dar, der als regelmäßiges Viereck um einen sehr großen Arkadenhof angelegt ist. Der dreigeschossige Bau mit vier dreifenstrigen Eckrisaliten wurde zwischen 1696 und 1728 im Stile des Domenico Sciassia errichtet. Das alte Schloss wurde durch ein Wehreck und einen Festungsgürtel geschützt. 1696 wurde das komplette Schloss abgetragen und unter hohen Kosten ein Neues errichtet, es war zur damaligen Zeit das größte Bauvorhaben des Bezirkes Voitsberg. Darstellungen von 1647 und 1681 (Georg Matthäus Vischer) zeigen allerdings, das die alte Taverne (heute Gasthaus Ritoper), der östliche Trakt des alten Schlosses, der verschont blieb. Das heutige Schloss verfügt über ein Haupt- und ein Seitenportal. Restauriert wurden zuletzt 1970/71 der Arkadenhof, die Fassaden und die barocken Stuckdecken.

Geschichte

Der älteste Hof zu Piber dürfte bereits nach 1000 als festes Steinhaus, mit Mauer und Graben gesichert, errichtet worden, vermutlich an der Stelle des heutigen Schlosses. Nach der Schenkung des Stiftes Lambrecht 1103 wurden auf der Burg Dienstleute des Stiftes als Verwalter (Pröpste) gesetzt, als erster ist Otto von Piber genannt. Von diesen Wehrbau ist nichts mehr erhalten geblieben. Der einstige Pfarrhof wurde 1490 zur Wehranlage und Torturm umgebaut. 1786 wurde das Stift St. Lambrecht aufgehoben und die Propstei Piber Stattsherrschaft.

Hofreitschule

Das Kunstprojekt Rolling Stars and Planets in Schloss Piber

1798 wurde ein Gestüt zur Zucht von militärischen Pferden eingerichtet. Ab 1867 ist das K.u.k. Landwirtschaftsministerium der Besitzer. Vor 1915 spezialisierte man sich auf die Zucht der Lipizzaner, die bis dahin im slowenischen Gestüt Lipizza beheimatet waren und 1920 nach Piber verlegt wurden. im Zweiten Weltkrieg waren alle Pferde in Tschechien untergebracht. Die Pferde wurden danach zuerst nach Oberösterreich und erst 1952 kam ein Teil der Pferde nach Piber zurück. 2001 wurde die Spanische Hofreitschule - Bundesgestüt Piber gegründet und zusammen mit dem Schloss Piber unter Denkmalschutz gestellt.

Kultur

2003 war das Schloss Ausstellungsort der Steirischen Landesausstellung Mythos Pferd, für die im Schloss umfangreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten vorgenommen wurden. Der historische Schüttkasten wurde renoviert und revitalisiert. Seit 1980 finden auch Schlosskonzerte statt, die von dem Kulturreferat der Stadt Köflach veranstaltet werden.

Literatur

  •  Geschichte und Topographie des Bezirkes Voitsberg. In: Bezirkslexikon. Band 2, Graz 2011.
  •  Robert Baravalle: Burgen und Schlösser der Steiermark. 1961.