Schloss Piberbach

Schloss Piberbach
Wasserschloss Piberbach nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674

Wasserschloss Piberbach nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674

Entstehungszeit: 1055 (erste urk. Erwähnung)
Burgentyp: Wasserschloss
Erhaltungszustand: abgekommen
Ort: Gemeinde Piberbach
Geographische Lage 48° 6′ 54,7″ N, 14° 13′ 35,7″ O48.11519444444414.226583333333315Koordinaten: 48° 6′ 54,7″ N, 14° 13′ 35,7″ O
Höhe: 315 m
Schloss Piberbach (Oberösterreich)
Schloss Piberbach

Das Schloss Piberbach war ein Wasserschloss in der Gemeinde Piberbach im Bezirk Linz-Land von Oberösterreich; das Schloss wurde 1814 abgetragen wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die erste urkundliche Nennung von Piberbach geht auf das Jahr 1055 zurück. Piberbach war ein passauisches Lehen und damals an Adalholt von Lorch vergeben, der seinen Besitz Holzhausen bei Oftering gegen Piberbach eingetauscht hatte. 1170 verkaufte Christina, Witwe nach Heinrich von Brumarn, den Sitz an das Kloster Garsten. 1260 wurde Piberbach als „castellum“ bezeichnet und wurde an die Prüschenk vergeben. 1290 wird als Lehensnehmer Ruger Prüschenk und 1332 Leutold Prüschinkh genannt. 1339 übernahm Burghard Gneuß, ein Lehensmann von Herzog Albrecht II., den Besitz. 1344 kam es an Heinrich von Blumau. Andre Stadler von Stadlkirchen hatte es um 1490 inne. Die Tochter des Hans Stadler und Witwe von Hans Kerschberger wurde 1532 in Ottsdorf von den Türken ermordet. 1513 ist Piberbach an das Kloster Garsten gekommen. Abt Pankraz verkaufte Piberstein 1528 zur Abgeltung der Türkensteuer an die Hager von Allensteig. 1535 war die Herrschaft in der Hand von Veit Pfefferl aus Steyr. 1550 stand sie im Eigentum des Michael Pfefferl. Durch Heirat der Tochter Potentia kam die Herrschaft dann an Wolfgang Hand von Ramingdorf. Die gleichnamige Tochter des Wolfgang heiratete 1596 den Hans Fenzl von Paumgarten. Fenzl vereinigte Piberstein mit Weyer zu einem Fideikommiss. Deren Tochter (ebenfalls mit dem Namen Potentia) brachte 1717 Piberstein dem Freiherrn Siegmund Katzianer zu. Von diesem kam Piberstein auf gleiche Weise wieder an Siegmund Hager von Allensteig. Die Hager mussten den Besitz aber aus finanziellen Gründen an die Eyselsberger verkaufen. 1789 erwarb das Stift Kremsmünster beide Herrschaften, veräußerten Piberstein 1811 aber an den Landesherrn.

Wappen von Schloss Piberbach
Ehemaliger Meierhof von Schloss Piberbach
Ehemalige Taverne mit Mariensäule von Schloss Piberbach

1812 kaufte der Linzer Kaufmann Franz Planck von Planckburg (*1722, †1844)[1] die Doppelherrschaft Weyer und Piberbach und ließ Piberbach 1814 abbrechen. Der Meierhof und die dazugehörigen Gebäude waren im Besitz der Henriette Plank von Planckburg. Die Planck, nach ihrer Nobilitierung auch Edle von Planckburg genannt, waren von 1825 bis 1896 im Besitz der Herrschaft von Piberbach.[2]

Schloss Piberbach heute

Das Schloss war, wie auf einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674 zu sehen ist, ein mächtiger dreigeschossiger Bau mit Rundturm und einem Zwiebeldach innerhalb einer kunstvoll gestalteten Teichanlage. Davor befand sich ein Meierhof, von dem man über eine Brücke zum Schloss gelangen konnte. Ein weiteres Gebäude besaß einen ebenfalls Turm (mit Zwiebeldach), der erst 1905 abgetragen wurde. Von dem abgetragenen Schloss sind nur die Taverne hinter der Bildsäule der unbefleckten Maria, Teile des früheren Meierhofs sowie ein Teichrest (heute wird hier eine Fischzucht betrieben) erhalten. Ein Wappen des abgetragenen Schlosses Piberbach ist auf dem Haus Dorfplatz 3 (Pibersaal) angebracht.

Literatur

  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.
  •  Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.
  •  Benedikt Pillwein (Hrsg.): Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Österreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg in fünf Teilen. Zweiter Theil. Johann Christ. Quandt, Kastner’s seel. Eidam, Linz 1839.

Einzelnachweise

  1. Biographie Franz Planck von Planckburg
  2. Schlossarchiv Piberbach