Schloss Rosegg

Schloss Rosegg, Südansicht
Schloss Rosegg, Nordansicht

Schloss Rosegg, auch Schloss Lukrezia oder Schloss Liechtenstein genannt, ist ein ab 1772 errichtetes Schloss im Talgrund nördlich des Burgberges von Rosegg in Kärnten, auf halber Strecke zwischen St. Michael und Duel gelegen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Herrschaft mit Sitz auf Burg Rosegg war seit 1686 im Besitz der Familie Orsini-Rosenberg. Im September 1772 begann Graf Franz Xaver Wolfgang von Orsini-Rosenberg, Oberstkämmerer und Konferenzminister und ein enger Vertrauter von Maria Theresia und ihres Sohnes Joseph II., mit dem Bau eines „Wohn- und Gschloßgebäudes“ unweit der Burg, das die mittelalterliche Burg als Herrschaftssitz ablösen sollte. Das zweigeschossige Bauwerk mit zwei niedrigeren Wirtschaftstrakten wurde vor 1780 fertiggestellt. Als Vorbilder für das Schloss könnten ähnliche Gebäude in der Toskana gedient haben, wo der der Bauherr enge Kontakte gepflegt hatte, oder in der Terraferma bei Venedig, wo seine zweite Ehefrau Justinia Wynne über eine Villa ein reich illustriertes Buch verfasst hatte.[1]

Das Schloss löste nach seiner Erbauung die Burg Rosegg als Sitz der Herrschaft Rosegg ab. 1829 überließ die Familie Orsini-Rosenberg ihre Rosegger Besitzungen Peter Ritter von Bohr, der ab 1830 rund um die – während der Franzosenkriege Anfang des 19. Jahrhunderts stark in Mitleidenschaft gezogene – Burg einen Tierpark anlegen ließ. Bereits 1833 wechselte Rosegg erneut den Eigentümer und ging an das Haus Liechtenstein über, in dessen Besitz es heute noch ist.

Das Gebäude selbst wurde seit seiner Erbauung äußerlich kaum verändert, die Innenräume vermutlich nur in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1996/97 wurden die Innenräume saniert, wobei spätbarocke und klassizistische Raumfassungen mit Stuckdecken und Wandbemalungen (floralen Tapetenmustern) freigelegt wurden.

Baubeschreibung

Die Anlage des Schlosses Rosegg besteht aus dem zweigeschoßigen, im klassizistischen Stil gestalteten Hauptgebäude und den beiden spätgotischen ehemaligen Wirtschaftsgebäuden, die sich seitlich an den Haupttrakt anschließen und vermutlich bereits Ende des 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts errichtet wurden. Im einer Besitzauflistung des Jahres 1774 werden sie als Getreidekasten aufgeführt.[2]

Das Hauptgebäude hat einen seichten Mittelrisalit und Eckrisaliten. Es ist mit einem Gesims verziert. In der Gartenmauer des Schlosses befinden sich zwei römerzeitliche Grabinschriften. Zwischen dem Schloss und dem ehemaligen Burghügel wurde ein Irrgarten angelegt.

Literatur

Weblinks

 Commons: Schloss Rosegg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Deuer 2008, S. 31
  2. Dehio 2001, S. 689

46.59113888888914.024358333333Koordinaten: 46° 35′ 28″ N, 14° 1′ 28″ O