Schloss Schörgern

Schloss Schörgern heute
Schloss Schörgern: Rückseite
Schloss Schörgern Eingang

Schloss Schörgern liegt am rechten Hang des Pramtales in Großschörgern, einem Ortsteil von Andorf im Bezirk Schärding.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die älteste Erwähnung von Schörgern (Schergaren) stammt aus dem Jahr 1236, ohne allerdings einen Besitzer zu nennen. Zum 16. März 1468 werden als Besitzer die Brüder Maister (Magister) Marx, Jörg und Thoman die Hyerstain genannt. Der Sitz Schergorn wird als frays aigen bezeichnet. Später waren die Besitzer von Schörgern die Herren von Wolff, die es den Ehemännern ihrer Töchter immer wieder als Heiratsgut zur Nutzung überließen. Starb die Tochter, so fiel das Schloß stets an die Wolff zurück. So erscheinen im 16. Jahrhundert die Wolff weiterhin als Besitzer, allerdings mit einer Unterbrechung von neun Jahren (1533 bis 1542), während derer das Schloß dem Hanns Pirchinger überlassen war; ab 1542 ist wieder ein Jörg Wolff als Besitzer nachweisbar. 1588 wird Wolfgang III. von Hackledt als Inhaber von Schörgern bezeichnet, zu Beginn des 17. Jahrhunderts gehörte es seinem bisher auf Schloss Teufenbach ansässigen Cousin Moritz von Hackledt. Um 1650 werden die Mawr als Besitzer genannt, wobei ungewiss ist, wann der Eigentumswechsel stattgefunden hat. Georg Ferdinand von Maur zu Großen Scherggarn verleiht am 31. Mai 1681 die Mühle zu Großschörgern. Auf Georg Ferdinand von Maur folgte dessen Witwe Florentine Catharina Barbara Scharrfsederin (1726 urkundlich genannt). Später waren die Freiherrn von Pflacher(n) die Eigentümer, sie sind z.B. 1779 bis 1848 genannt. Ein Baron Pfacher wird als Teilnehmer des Krieges gegen Italien 1813-1814 genannt [1] bzw. die Dritte Reservedivision wird von Franz Freiherr von Pflacher (*12. Oktober 1745, † 5. November 1815) befehligt. [2] Die Grablege der Schlossbesitzer von Schörgern befindet sich in der Pfarrkirche von Andorf.

Schörgern heute

Von dem Schlossbau ist heute aufgrund von Umbauten nur mehr wenig zu erkennen. Der Eingang befindet neben einem kurzen Quertrakt mit Schopfwalmdach, der aus einem Längstrakt hervorspringt. Ein granitenes Geländer erinnert an bessere Zeiten. Auf der Rückseite sind noch zwei Säulen zu finden, die einmal einen Balkon getragen haben. Von einem früher vorhandenen Graben ist ebenfalls nichts mehr zu sehen. Unterhalb des Schlosses befindet sich aber noch ein Badeteich. Heute ist in dem Gebäude ein offenkundig renovierungsbedürftiges Gasthaus untergebracht, das sich im Besitz der Familie Feichtlbauer befindet.

Literatur

  • Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 1976 (3. Neubearbeitete Auflage), Linz: Oberösterreichischer Landesverlag, ISBN 3-85214-157-5.
  •  Christopher R. Seddon: Adelige Lebenswege zwischen Bayern und Österreich. Herrschaftsformen und Herrschaftsstrukturen des Landadels am unteren Inn in der Frühen Neuzeit, dargestellt am Beispiel der Herren und Freiherren von Hackledt. Wien 2009, S. 1227-1239. (detaillierte Besitzgeschichte von Schörgern)

Einzelnachweise

  1. Militärgeschichte [1]
  2. Krieg Österreich Italien 1813-1814 [2]

48.35441666666713.583194444444355Koordinaten: 48° 21′ 16″ N, 13° 34′ 59″ O