Schloss Schlüßlberg

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Schloss Schlüßlberg
Schloss Schlüßlberg heute

Schloss Schlüßlberg heute

Entstehungszeit: 1150 (erste urk. Erwähnung)
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: renoviert, privat genutzt und bewohnt
Ort: Gemeinde Schlüßlberg
Geographische Lage 48° 13′ 3,7″ N, 13° 52′ 13,6″ O48.21769795176913.870452761585Koordinaten: 48° 13′ 3,7″ N, 13° 52′ 13,6″ O
Schloss Schlüßlberg (Oberösterreich)
Schloss Schlüßlberg

Das Schloss Schlüßlberg liegt in der gleichnamigen Gemeinde im Bezirk Grieskirchen von Oberösterreich auf den Ausläufern der Müllerberge.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung findet sich aus dem Jahre 1150 vom Kloster Mondsee; damals werden ein Herwort und Walchun de sluzilberch genannt, die als Erbauer der Veste gelten. Zweck dieser Burg war es, den Zugang ins Trattnachtal zu sperren. Die Schlüsselberger waren eine bäuerliche Familie, die im 14. Jahrhundert in den Ritterstand aufstieg. Es ist anzunehmen, dass diese ursprünglich Lehensleute von Mondsee waren. Im Lehenbuch des Herzog Albrecht III. werden aber 1380 und 1395 ein Hans, ein Chunrad und ein Ulrich von Schlüßlberg genannt. Auf die Schlüßlberger folgte 1404 Rudolf der Schifer. Von der Tochter Agnes des Rudolf Schifer kaufte Erasmus von Hohenfeld († 1461), Pfleger der passauischen Herrschaft Ebelsberg, am 7. Oktober 1429 den Besitz. Dieser hat die gotische Kapelle errichten lassen. Sein Sohn Christoph, Pfleger von Wels, verkaufte die Burg 1472 an Christoff Jörger. Am 5. Juni 1492 erwarben Wolfgang Prugkner und seine Ehefrau Barbara die Burg. 1503 kam Schlüßlberg an den Linzer Stadtrichter Andreas Pruckner und dessen Ehefrau Magdalena.

Schloss Schlüßlberg nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674

Auf dem Erbweg kam die Burg dann 1533 an den kaiserlichen Rat Hans Hoffmann. Magdalena Hoffmann verehelichte sich mit Sebastian Sigmair, wobei sich diese in der Folge Siegmar von Schlüßlberg nannten. Beide waren Protestanten und mussten nach Regensburg emigrieren. 1638 wurde der Besitz wegen der drohenden Gegenreformation an Sebastian Helfried von Wopping verschleudert; 1650 kam das Schloss zuerst an Georg Ludwig von Oed und im gleichen Jahr an Seyfried Hager von Allentsteig. Letzterer dürfte die Burg zu einem Schloss umgebaut haben. 1668 kam der Besitz an die Freiherren von Hoheneck. Johann Georg Adam Freiherr von Hoheneck († 1754) erhob Schlüßlberg 1718 mit dem Besitz von Trattenegg und Wasserschloss Gallspach zu einem Majorat. Da dessen Söhne Johann Georg Emanuel und Georg Achaz ohne Erben waren, gelangte der Besitz an deren Schwester Maria Anna und über Heirat 1754 an Ferdinand Freiherrn von Imsland. 1878 wurde das Schloss von dem Grafen Siegmund Engl erheiratet. In dem Besitz dieser Familie blieb Schlüßlberg bis 1912. Nachfolger war dann Sigismund Freiherr von Schneeberg († 1932). Von diesem ging der Besitz an Hofrat Oswald Graf Spiegelfeld-Hoheneck (1936 bis 1938 Bezirkshauptmann von Grieskirchen, † 1965) über. Ihm folgte sein Sohn Sigmund; dessen Mutter Clothilde war eine geborene Baronin von Gesau. Das Majorat bestand bis 1938.

Schloss Schlüßlberg heute

Das heutige Schloss Schlüßlberg ist ein dreigeschossiger quadratischer Bau aus dem 17. Jahrhundert mit einem mittelalterlichen Kern (Burgturm). Im 18. Jahrhundert wurde die Anlage barockisiert. Der davor liegende Einfahrtsturm mit Zwiebelhelm stammt von 1690. Auf dem Torturm ist als Fresko das Wappen der Hohenecker zu sehen. Neben dem Tor befinden sich ein Wohnhaus und ein bäuerliches Anwesen. Das eigentliche Schloss liegt dahinter. Im ersten Stockwerk des Schlosses sollen sich Stuckdecken aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts befinden. Vor dem Schloss liegt ein Meierhof, oberhalb befindet sich ein Wildgehege mit Damhirschen.

Die Schlosskapelle ist dem hl. Georg geweiht. Sie ist ein gotisches Bauwerk von 1431 und wurde 1708 barockisiert. An den Fenstern der Kapelle ist das Wappen der Schliesselberger (zwei Schlüssel) und das Wappen der Schifer mit der Jahreszahl 1421 zu sehen. Die Kapelle sowie die Zimmer mit Stuckdecken wurden 1953 renoviert. 1970 wurde die zum Tor hin eingestürzte, nordseitige, aus dem 17. Jahrhundert stammende Zwingmauer wieder errichtet.

Heute ist Schlüßlberg im Besitz einer Privatstiftung, die Dr. Georg Spiegelfeld-Schneeburg zuzurechnen ist.

Literatur

  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.
  •  Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich, Band 2: Innviertel und Alpenvorland. Birken-Verlag, Wien 1964.
  •  Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.

Weblinks