Schloss Sunzing

Schloss Sunzing
Schloss Sunzing heute

Schloss Sunzing heute

Entstehungszeit: 1435 (erste urk. Erwähnung), 1650/51 heutige Gestalt
Burgentyp: ehemaliges Wasserschloss
Erhaltungszustand: renoviert, z. Zt. unbewohnt
Ort: Untersunzing, Gemeinde Mining
Geographische Lage 48° 17′ 16″ N, 13° 11′ 38,2″ O48.28777777777813.193955555556320Koordinaten: 48° 17′ 16″ N, 13° 11′ 38,2″ O
Höhe: 320 m
Schloss Sunzing (Oberösterreich)
Schloss Sunzing

Das Schloss Sunzing befindet im Ortsteil Untersunzing der Gemeinde Mining im Bezirk Braunau am Inn.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Angeblich wurde der Sitz anfangs „Gertraudskirchen“ genannt, dieser Meierhof wurde 1435 zum Stammsitz der Sunzinger. Das Schlösschen wurde zwischen 1474 und 1481 von den Sunzingern an Stelle eines hölzernen Vorgängerbaus aus Stein neu errichtet. In einer Seitenkapelle der Kirche zu Mining findet sich der Grabstein (angefertigt von dem Passauer Steinmetzmeister Georg Gartner) von Marx Sunzinger, gestorben am 30. April 1508, mit Wappenschilder und Helmzier. Hier ist ebenfalls Wolfgang Sunzinger begraben, gestorben 1538, der Pfleger zu Haselbach bei Passau war. Sunzing hatte die Niedergerichtsbarkeit. Nach dem Tode des Wolfgang Sunzinger wurden die Puchleitners Besitzer. 1650/51 errichtete Wolf Siegmund Puchleitner den Erweiterungsbau. Die Schlosskapelle wurde am 22. März 1650 konsekriert und war der hl. Maria geweiht. Durch ein Feuer wurde die Kapelle am 12. März 1786 zerstört, aber in der Folge wieder aufgebaut. Wolf Siegmund Puchleitner wurde von Kaiser Ferdinand I. in den Freiherrenstand erhoben. Nach dem Tode des Wolfgang Siegmunds kam der Besitz 1683 an seinen ältesten Sohn. Vom diesem gelangte der Besitz 1697 an den Freiherrn Johann Wilhelm von Lützelburg, den Schwiegersohn des Johann Adam von Puchleiten. 1842 kam Sunzing an Christian Freiherrn von Esebeck, der es mit der Herrschaft Schloss Mamling zu einem Besitz vereinte. 1870 erwarb Graf Zdenko von Strachwitz, oberösterreichischer Landtagsabgeordneter und Gutsbesitzer, Mamling und so auch Sunzing.

Schloss Sunzing nach einem Kupferstich von Michael Wening von (1721)

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts gehörte Sunzing zwei Brüdern, von denen einer eine Landwirtschaft und der andere eine Gastwirtschaft betrieb. Der linke Flügel des Schlosses diente dabei als Bauernhof und im Haupttrakt war die Gastwirtschaft untergebracht. Zu beiden war der Zugang von der Hofseite aus, da der Haupteingang zum Schloss zugemauert war.

Schloss Sunzing heute

Das Schloss ist ein hakenförmiger zweigeschoßiger Bau mit Walmdach, der bis in die 60-er Jahre des vorigen Jahrhunderts von einem halbkreisförmigen Wassergraben umgeben war. An der Ostseite befindet sich ein fünfseitiger Vorbau mit nur einem Fenster im Erdgeschoß. Hier befand sich die ehemalige Kapelle des Schlosses, die vorübergehend als Abstellraum und die Sakristei als Waschküche Verwendung fand.

Heute gehört das Schloss dem Salzburger Heribert Schmid. Das Schloss wird zurzeit umfassend renoviert und macht von außen bereits einen ausgezeichneten Eindruck. Die restaurierten Fassaden sind durch verschiedenartige Putzflächen und Fensterumrahmungen gegliedert. Ein Putzband trennt Ober- und Untergeschoß. Die Gesamtkosten der Renovierung werden auf über 1.343.000 € geschätzt, an denen die öffentliche Hand beteiligt ist.[1] Durch die Bayerisch-oberösterreichische Landesausstellung 2012 („Verbündet - Verfeindet – Verschwägert“) wird ebenfalls an einer Revitalisierung von Sunzing gearbeitet.

Literatur

  •  Herbert Erich Baumert & Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich, Band 2: Innviertel und Alpenvorland. Birken-Verlag, Wien 1985, ISBN 3-85030-049-3.
  •  Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt.. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.
  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.

Einzelnachweise

  1. Bilanz vor der Landtagswahl

Weblinks

 Commons: Schloss Sunzing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien