Schloss Teichstätt

Schloss Teichstätt
Schloss Teichstätt, gesehen vom Schwemmbach aus

Schloss Teichstätt, gesehen vom Schwemmbach aus

Entstehungszeit: 1363 (erste urk. Erwähnung)
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: renoviert, genutzt als Bauernhof
Ort: Ortschaft Teichstätt, Gemeinde Lengau
Geographische Lage 48° 1′ 37,5″ N, 13° 12′ 57,1″ O48.02708333333313.215861111111500Koordinaten: 48° 1′ 37,5″ N, 13° 12′ 57,1″ O
Höhe: 500 m
Schloss Teichstätt (Oberösterreich)
Schloss Teichstätt

Schloss Teichstätt ist ein Schloss in der Ortschaft Teichstätt, Gemeinde Lengau, Bezirk Braunau am Inn in Oberösterreich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Ort Teichstätt wurde bereits in einer Mondseer Tradition zur Zeit des Herzogs Tassilo III. als Tisteti bezeichnet, doch erst 700 Jahre später entstand ein Ansitz.

Die Geschichte des Schlosses beginnt mit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Friedburger Urbar, das in den Jahren 1363 bis 1430 angelegt wurde. Schloss Teichstätt tritt als Thoman des Rewter lehen[...]Hof zu Teystett in Erscheinung. Spätestens ab dem Jahr 1483 ist das Schloss im Besitz der Rainer, denn in diesem Jahr nennt sich ein Alexius Rainer nach Teichstätt und dem benachbarten Schloss Erb, die beide jeweils bayerisches Lehen waren. Im Jahr 1558 heißt es in der bayerischen Landtafel über Teichstätt: Im Dorfe Teichstätt ist ein Purkstal vnd ein Pauhof dabey, welche Ludewig Rainer inne hat. Das heutige Schloss wurde 1563 bis 1566 unter Ludwig Rainer in seiner heutigen Gestalt errichtet. Dieser war auch Pfleger von Frankenburg.

Die Rainer blieben bis 1591 im Besitz des Schlosses, als Kasimir Rainer zu Erb und Teichstätt es an Hans Albrecht von Pirching zu Sigharting verkaufte. Bereits 1593 wurde das Schloss an den Burghausener Regimentsrat Dr.Georg Hägl weiterverkauft. Da dieser die Kaufsumme nicht aufbringen konnte wurde 1597 der bayrische Beamte Dr.Johann Fischer aus Burghausen als neuer Käufer des Schlosses Teichstätt gefunden, der im September 1600 zum Regierungskanzler und Lehenpropst von Burghausen ernannt wurde. 1659 brannte das Schloss fast vollständig ab, wurde aber durch Franz Vischer, wenn auch in vereinfachter Weise, wieder aufgebaut.

Schloss Teichstätt um das Jahr 1721, nach einem Stich von Michael Wening

Die Vischer blieben im Besitz des Schlosses bis 1732. In diesem Jahr heiratete die Erbtochter Maria Anna Constantia Theresia Vischer den Paul Anton Joseph von Hackledt, wodurch das Anwesen an die Familie Hackledt gelangte. Maria Cäcilia Carolina von Hackled verkaufte das Schloss Teichstätt am 26. August 1833 um 3.100 Gulden an den Patrimonialrichter zu Braunau, Wenzel Schüga. Dessen Schwiegersohn Matthias Schrems besaß das Schloss von 1855 bis 1879, das im Laufe des 19.Jahrhunderts mit seinen Liegenschaften in einen Bauernhof umgewandelt wurde.

Ab 1879 kam das Anwesen an Franz Moser aus Ameisberg, der die Schießscharten zumauern ließ und auch alle anderen noch vorhandenen Verteidigungseinrichtungen entfernte. Seine Nachkommen führen das ehemalige Schloss bis heute als landwirtschaftlichen Betrieb (Schlossbauer). [1] [2]

Baubeschreibung

Das Schloss liegt auf einem langgestreckten niedrigen Höhenzug oberhalb des Schwemmbaches und ist von Osten in weitem Umkreis an seinen beiden flankierenden wuchtigen Rundtürmen zu erkennen. Nähert man sich jedoch von der Westseite, so erinnert das das Gebäude eher an einen großen Bauernhof als an ein Schloss. Das Hauptgebäude ist langgestreckt und misst etwa 35 x 10 Meter. Am Eingang an der Westseite erinnert eine Rotmarmortafel mit einem Doppelwappen der Rainer und der Gienger an die Erbauung des Schlosses durch Ludwig Rainer im Jahr 1563.

„Dis gepey hat ange
fang[en] der Edl vnd vesst
ludwig Rainer zum
Erb vnd Teichstett, der
zeit Phleg[er] auf Franck
enburg Anno 1 5 6 3
vnd am drittn Jar
darnach Volendt.[3]

An das Hauptgebäude schließen westlich jeweils die Ansätze eines nördlichen und eines südlichen Seitenflügels an. Diese Seitenflügel waren früher länger, und wurden nach einem Brand im Jahr 1659 abgerissen (teilweise sind noch Fundamente davon erkennbar). Die beiden Rundtürme, die früher mit Holzschindeln gedeckt waren, sind seit der letzten Restaurierung wie alle Dächer mit Tonziegeln gedeckt. Die Verwendung des ehemaligen Schlosses als Landwirtschaft bedingte einige Anbauten und Adaptierungen, jedoch lassen noch einige schmiedeeiserne Fensterkörbe und bemerkenswerte Gewölbe in den Innenräumen den schlossartigen Charakter des Hauptgebäudes erkennen.

Bilder

Literatur

  •  Benedikt Pillwein: Der Innkreis. In: Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg. 4, Joh. Christ. Quandt, Linz 1832, S. 248-250.
  •  Franz Martin: Die Kunstdenkmäler des Politischen Bezirkes Braunau. In: Österreichische Kunsttopographie. 30, Rudolf M. Rohrer, Wien 1947, S. 224-226.
  •  Norbert Grabherr: Historisch-topographisches Handbuch der Wehranlagen und Herrensitze Oberösterreichs. Wien 1975, S. 8.
  •  Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt. Horn 1975, S. 275.
  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden f. Burgenwanderer u. Heimatfreunde. 3. Auflage. Linz 1976, S. 23-24.
  •  Herbert Erich Baumert, Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Band 2: Innviertel und Alpenvorland, Birken-Verlag, Wien 1985, ISBN 3-85030-049-3, S. 20-21.
  •  Christopher R. Seddon: Adelige Lebenswege zwischen Bayern und Österreich. Herrschaftsformen und Herrschaftsstrukturen des Landadels am unteren Inn in der Frühen Neuzeit, dargestellt am Beispiel der Herren und Freiherren von Hackledt. Wien 2009, S. 1269-1277. (detaillierte Besitzgeschichte von Teichstätt)

Einzelnachweise

  1. Seddon, Adelige Lebenswege, Wien 2009, S.1269-1277
  2. Burgen-Austria:Teichstätt
  3. Seddon, Adelige Lebenswege, Wien 2009, S.1269

48.02705277777813.216644444444Koordinaten: 48° 1′ 37″ N, 13° 13′ 0″ O