Schloss Waldstein (Deutschfeistritz)

Schloss Waldstein im Juli 2012

Das Schloss Waldstein ist ein in Deutschfeistritz in der Steiermark gelegenes Schloss. Es befindet sich heute im Besitz der Familie Liechtenstein.[1]

Inhaltsverzeichnis

Lage

Das Schloss befindet sich in der, zu Deutschfeistritz gehörenden, Katastralgemeinde Waldstein.[1]

Geschichte

Das Schloss entstand im 16. Jahrhundert aus einem Meierhof der Burg Waldstein der von Christoph von Windischgraetz ausgebaut wurde. Ab 1555 setzte Pankratz von Windischgraetz die Ausbauarbeiten fort. 1598 gewährten die Windischgraetzer einem protestantischen Lehrer auf dem Schloss Asyl. Da sie sich weigerten den Lehrer auf eine staatliche Aufforderung hin zu entlassen wurde das Schloss 1602 von landesfürstlichen Truppen gestürmt und der Lehrer zusammen mit Christof und Friedrich von Windischgraetz gefangen genommen. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Burg Waldstein endgültig aufgegeben und die Windischgraetzer wohnten nur mehr im tiefer gelegenen Schloss Waldstein. Da Friedrich von Windischgraetz, ein bekennender Protestant, 1630 das Land verlassen musste verkaufte er das Anwesen an Johann Ulrich Fürst von Eggenberg der es später mit seiner Herrschaft Stübing zusammenlegte. Dieser ließ das Schloss 1667 nach Osten hin erweitern. Weiters wurde das Schloss mit einem Landgericht verbunden.[1]

Nachdem der letzte Fürst der Eggenberger 1717 starb ging das Anwesen durch Heirat an die Grafen von Zinzendorf. Franz Gottfried Graf Dietrichstein erwarb das Gut 1730 und brachte es 1747 zusammen mit dem Schloss Stübing und der Burg Rabenstein in ein Fideikommiß ein. Julie Gräfin Dietrichstein ließ das Schloss grundlegend renovieren. Prinz Karl von Öttingen-Wallerstein heiratete 1864 die Gräfin und wurde damit Besitzer das Schlosses. Im Jahr 1883 kam der spätere Physik-Nobelpreisträger Viktor Franz Hess als Sohn des damaligen Forstmeisters auf dem Schloss zur Welt. 1912 verkaufte Moritz Prinz von Öttingen-Wallerstein das Anwesen an die Liechtensteiner welche noch heute die Besitzer sind. Eine Renovierung des Gutes wurde 1956 durchgeführt. Zita von Bourbon-Parma, die letzte Kaiserin von Österreich, verbrachte, da ihre Tochter mit dem damaligen Schlossherren verheiratet war, vor ihrem Tod einige Sommer auf dem Schloss.[1]

Gestaltung

Heute besteht das Schloss aus einem zwei- bis dreistöckigen Vierflügelbau der einen rechteckigen Hof umschließt. Der nördliche Teil des Westtraktes gehört zu den ältesten des Schlosses und stammt aus dem 16. Jahrhundert. Der restliche Westtrakt sowie der Nord- und der nördliche Osttrakt stammen aus der Zeit bis 1565. Auf der Hofseite dieser Trakte wurden 1667 von Antonio Pozzo geplante doppelstöckige Säulenarkaden im Stil des Barocks errichtet. An der Hofmauer steht eine, aus der Burg Rabenstein stammende, Marienstatue. In die Stiege die vom Hof zur Forstdirektion führt wurde ein jüdischer Grabstein aus dem Jahr 1365 eingemauert. Aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammen mehrere große Wandmalereien die Hirsche darstellen. Weiters sind zwei ganzfigürige Darstellungen von Forstmeistern aus jener Zeit erhalten. In der Wagenhalle findet man Dekorationsmalerein aus dem 16. Jahrhundert. Vor allem in den getäfelten Repräsentationsräumen findet man noch Teile der alten Einrichtung wie Möbel und Öfen. An einigen Türen des Schlosses findet man noch die Insignien von Johann Seifried Fürst von Eggenberg.[1]

Das ganze Gebäude wird von einem sechsstöckigen Turm, der früher als Rüstkammer diente, überragt. Er ist in allen Stockwerken gewölbt und auf seinem Dach befindet sich ein Dachreiter. An seinen Fenstern lassen sich noch Teile der spätgotischen Verstäbung erkennen. Im Erdgeschoss findet man mehrere Grabplatten die in das Mauerwerk des Turmes eingemauert wurden.[1]

Im Südtrakt des Schlosses befindet sich eine, der Maria Immaculata geweihte, zweistöckige Saalkirche die um 1667 erbaut wurde. Das Altarbild der Maria Immaculata wurde 1681 von Hans Adam Weissenkircher gemalt. 1730 wurden die Wände und die Spiegeldecke mit Rokoko-Stuckarbeiten ausgeschmückt. Aus derselben Zeit stammen die drei spätbarocken Altäre. Die kleine Orgel der Kirche stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Seit 2005 befindet sich in der Kirche eine Reliquie des selig gesprochenen Kaisers Karl I..[1]

Etwas nördlich des Schlosses findet man einen Ziergarten mit einem Gartenpavillon aus der Zeit um 1663. Der Pavillon ist mit Szenen aus der Schöpfungsgeschichte ausgemalt die aus dem Jahr 1713 stammen. Etwas östlich des Pavillons befindet sich ein Schüttkasten, der 1608 errichtet wurde.[1]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h Waldstein - Schloss. www.burgen-austria.com, abgerufen am 18. September 2011.

Weblinks

 Commons: Schloss Waldstein (Deutschfeistritz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.22274915.291182Koordinaten: 47° 13′ 22″ N, 15° 17′ 28″ O