Schloss Weissenegg

Das Schloss Weissenegg liegt in der Gemeinde Mellach in der Steiermark. Die Geschichte des Anwesens geht bis zum Ende des 13. Jahrhunderts zurück. Heute befindet es sich in Privatbesitz.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Das Schloss befindet sich in der Gemeinde Mellach, Schlossweg 1. Es steht dort auf einem steilen Hügelrücken am südlichen Rand des Grazer Beckens.

Geschichte

Ende des 13. Jahrhunderts wurde von Konrad von Thurn ein „Thürndl“ genannter Wehrsitz an der Stelle des heutigen Schlosses errichtet. Zwischen 1363 und 1456 war er ein Lehen der Grafen von Cilli. Im Jahr 1505 kam das Anwesen an Jörg von Weissenegg. Seine Familie baute den Wehrsitz zu einem Schloss aus und war bis ins 17. Jahrhundert im Besitz des Anwesens. Ab dem 17. Jahrhundert bis in das Jahr 1923 kam es zu häufigen Besitzerwechsel. Zwischen 1923 und 1981 war das Schloss im Besitz der Grafen von Trauttmansdorff. Heute befindet es sich weiterhin in Privatbesitz

Architektur

Das Schloss ist ein dreigeschossiger Baukomplex mit dem Grundriss eines unregelmäßigen Fünfecks um einen rechteckigen Innenhof. Im Innenhof befinden sich dreigeschossige Säulenarkaden mit Sgraffitodekoration aus dem 16. Jahrhundert, die in den Obergeschossen stämmig ausgeformt sind,. Der Kern des Mauerwerks stammt aus dem Mittelalter (13. Jahrhundert), ein Teil des westlichen Flügels aus dem 15. Jahrhundert. An der östlichen und westlichen Seite des Schlosses sind zwei quadratische Türme angebaut. Beim westlichen Turm wurde Ende des 19. Jahrhunderts der ursprüngliche Zwiebelhelm durch einen Zinnenkranz ersetzt. Das Einfahrtstor zum Innenhof befindet sich an der Nordseite des Gebäudes. Der ehemalige Halsgraben mit einer Brücke zum Tor ist eingeebnet worden. Die Stärke der Innenhofmauer des Nordflügels lässt darauf schließen, dass sie ursprünglich eine Außenmauer war. Im östlichen Flügel sind Teile eines Wehrgangs erhalten. Teile der ehemaligen Bastionen dienen heute als Stützmauern. In der Einfahrt gibt es einen Wappenstein von Maximilian Trauttmansdorff aus dem ersten Drittel des 17. Jahrhunderts.

Der Nord- und der Ostflügel wurden am Anfang des 17. Jahrhunderts ausgebaut. Im Nordflügel sind Holztramdecken aus dieser Zeit erhalten. Im südlichen und im westlichen Flügel befinden sich Stuckdecken von 1771/72. Eine Besonderheit ist das Zimmer mit illusionistischer Wandmalerei von Franz Moser 1784, die exotische Flußlandschaften und in den Ecken Gartenlauben darstellt, im Westflügel.

Die Schlosskapelle stammt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts und erhielt 1698 eine Messlizenz. Der Raum wird von einem Spiegelgewölbe mit Stukkaturen von J. Antonio Quadrio, dessen Signatur sich unter dem Fenster befindet, überspannt. In den Feldern der Stukkaturen werden gemalte Szenen aus dem Alten Testament dargestellt. Das aus dem Ende des 17. Jahrhunderts stammende Altarblatt des in Schwarz-Gold gefassten Altars stellt Johannes den Täufer dar. Die Glocke der Kapelle wurde 1693 von Florentin Streckfuß gegossen.

An der Zufahrt zum Schloss befindet sich eine Statue der Maria mit Kind aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Diese wurde 1955 restauriert und stammt aus dem Palais Trauttmansdorff in Graz.

Quellen

  •  Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Graz. 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 1979, ISBN 3-7031-0475-9, S. 605-606.

46.91073115.494317Koordinaten: 46° 54′ 39″ N, 15° 29′ 40″ O