Schloss Zogelsdorf

Schloss Zogelsdorf

Das Schloss Zogelsdorf ist ein denkmalgeschütztes Schloss in der niederösterreichischen Ortschaft Zogelsdorf. Es liegt an der Durchzugsstraße des Ortes.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die zweigeschossige Anlage stammt im Kern aus dem 16./17. Jahrhundert und wurde im 19. und 20. Jahrhundert verändert. Ab 1522 war der ehemalige Gutshof im Besitz adeliger Familien. 1628 ging er an Harmannsdorf und wurde 1670 umgebaut. 1831 wurde er als Gasthof genutzt. 1839 gehörte er der Familie Suttner. Freiherr Karl Gundakar Ritter von Suttner beherbergte 1848 den kaiserlichen Hof und in den Folgejahren die Mitglieder des Reichskriegsministeriums in seinem Schloss. Heute ist das Schloss im Besitz der Familie Perko-Greiffenbühl. 2009 wurde in mehreren Räumen ein Ordensmuseum eingerichtet, das von der IOU-Gesellschaft für Ordenskunde, Heraldik und Familienforschung betrieben wird. Ausgestellt werden verschiedene Ehrenzeichen, Auszeichnungen, Medaillen und Ordensinsignien.[1]

Beschreibung

Die Südfront ist gekennzeichnet durch einen mittigen Balusterbalkon mit volutenförmigen Konsolen und einem Pultdach, das auf zwei toskanischen Säulen ruht. Der Hauptpfosten der Balustrade weist plastisches Rankenwerk vom Anfang des 18. Jahrhunderts auf. Die Süd- und Ostfassade ist von profilierten Steingewändetüren und -fenstern durchbrochen, die zum Teil auf das 17. Jahrhundert datiert werden. Ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert stammen die doppelgeschossigen Arkaden an der Süd- und Ostseite des Innenhofs. Diese haben im Untergeschoss Kreuzgratgewölbe auf toskanischen Säulen und im Obergeschoss Steinbalustraden.

Von der ehemaligen Gartenanlage ist vor der Südfassade eine Einfriedung aus quadratischen Pfeilern mit Pyramidendächern erhalten geblieben. Der heutige Naturgarten wurde 1967 unter teilweiser Verwendung älterer Bauteile angelegt.

Im Erdgeschoss befinden sich eine Eingangshalle und Räume aus dem 16. Jahrhundert mit Tonnengewölben. Im Südwesten des Obergeschosses sind profilierte Steingewändetüren zu sehen. In den Osttrakt wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Stiegenhaus mit schmiedeeisernen Türen und Gittern eingebaut. In der Südostecke des Obergeschosses ist ein Raum mit einer Holzbalkendecke und flachbogigen Fensterlaibungen erhalten, der in dieser Form im 17. Jahrhundert gestaltet wurde.

Literatur

  • DEHIO Niederösterreich nördlich der Donau. Berger, Wien 2010, ISBN 978-3-85028-395-3, S. 1334.
  • Eva Berger: Historische Gärten Österreichs: Niederösterreich, Burgenland. Garten- und Parkanlagen von der Renaissance bis um 1930. In: Historische Gärten Österreichs. 1. Auflage. Band 1, Böhlau-Verlag, Wien 2002, ISBN 978-3205993056, S. 662.

Einzelnachweise

  1. Ordensmuseum. In: Museumsmanagement Niederösterreich. Abgerufen am 11. August 2012

48.6186815.8131Koordinaten: 48° 37′ 7″ N, 15° 48′ 47″ O