Schoellerbank

  Schoellerbank
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Staat Österreich
Sitz Wien
Rechtsform Aktiengesellschaft
Bankleitzahl 192 00[1]
BIC SCHOATWW[1]
Gründung 1833
Website www.schoellerbank.at
Geschäftsdaten Vorlage:Infobox Kreditinstitut/Wartung/Daten veraltetVorlage:Infobox Kreditinstitut/Wartung/Jahr fehlt
Bilanzsumme 2,0 Mrd Euro (Ende 2010)
Mitarbeiter 365
Geschäftsstellen 13
Leitung
Vorstand Franz Witt-Dörring[2]

Die Schoellerbank ist eine österreichische Privatbank mit Hauptsitz in Wien.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründungszeit (1833–1896)

Das Bank- und Großhandelshaus Schoeller wurde am 20. Juli 1833 von Alexander von Schoeller, einem Mitglied der in Österreich tätigen deutschen Unternehmerfamilie Schoeller, in Wien gegründet. Da das private Bankwesen damals noch nicht entwickelt war – die Aktienbanken entstanden erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts – besorgten die Großhändler auch die Abwicklung der Geldgeschäfte und die Finanzierung der Wechselgeschäfte. In der Großhandlung Schoeller wurden von Beginn an Bankgeschäfte getätigt, vorerst für die eigenen Zwecke und eigenen Betriebe, bald aber auch für Dritte. Seit der Gründung war das Bankcomptoir das Herzstück der Unternehmungen des Handelshauses. Mit den Gewinnen aus den Bankgeschäften konnte Alexander von Schoeller seine industriellen Aktivitäten beginnen und Investitionen in Industriebeteiligungen finanzieren.

Fin de Siècle Hochkonjunktur (1896–1914)

In der Zeit um 1900 prosperierte im Rahmen des Großhandelshauses auch der Bankbereich des Unternehmens. Nach wie vor bestand die Hauptaufgabe der Bankabteilung darin, die Finanzierung der Industriebetriebe, die Handelsbeziehungen des Konzerns und den Zahlungsverkehr abzuwickeln. Wenige Jahre vor dem Ersten Weltkrieg war das Bankhaus Schoeller neben dem Handel, der Verwahrung und Finanzierung von Wertpapieren auch sehr aktiv bei Börseneinführungen und Kapitalerhöhungen von Aktiengesellschaften an der Wiener Börse.

Rothschildsaal

Erster Weltkrieg (1914–1918)

Die Rolle des Bankhauses Schoeller während des Krieges war vielfältig. Da das Haus bis 1917 wirtschaftlich relativ gut dastand wurde viel Geld für Hilfsmaßnahmen ausgegeben. Bis 1917 wurden fast eine Million Kronen für verschiedene Zwecke gespendet. Geld floss unter anderem an das Rote Kreuz, die Ausspeissung für Arbeiter in Großbetrieben, die Heilstätte der Eisenbahner und für die Unterstützung internierter österreichischer Kriegsgefangener.

Erste Republik (1918–1938)

Das Ende des Ersten Weltkriegs und der Zerfall der Monarchie war für das Bank- und Großhandelshause Schoeller eine sehr schwierige Zeit. Der Konzern und die Industriebeteiligungen waren immer auf die Gesamtmonarchie ausgerichtet und der Binnenmarkt wurde in eine Reihe protektionistischer Länder zerstückelt. Mit der Hyperinflation hatte in den beginnenden zwanziger Jahren auch das Bankhaus Schoeller zu kämpfen. Ein bilanzmäßiger Schlussstrich konnte jedoch nach Einführung der Schillingwährung zum 1. Jänner 1925 durch das Golderöffnungsbilanzgesetz gezogen werden. Während der Bankenkrise der frühen 30er Jahre vermochte das Bankhaus Schoeller alle seine Verpflichtungen gegenüber anderen Instituten zu erfüllen und überstand diese schwierige Zeit unbeschadet.

Drittes Reich (1938–1945)

Das Großhandelsgeschäft, das bis zum Ende der Donaumonarchie sehr bedeutend gewesen war, konnte gemäß dem nationalsozialistischen Kreditwesengesetz seit 1938 nicht weiter betrieben werden. Schoeller & Co begann daher die industrielle Führungspostition in der sogenannten Ostmark wieder zu festigen und später auszubauen, um den Bestand der österreichischen Industrie zu sichern. Als Mitte April 1945 die Schlacht um Wien geschlagen war, besetzte die Rote Armee die Stadt und in weiterer Folge wurde über die Bank die öffentliche Verwaltung verhängt, die am 1. April 1948 aufgehoben wurde.

Zweite Republik (seit 1945)

Nach dem Krieg musste das Bankhaus seine Geschäftspolitik ändern, denn die Geschäftspartner in Deutschland waren zwischenzeitlich nicht handlungsfähig, es gab eine strenge Devisenbewirtschaftung und alle Geschäftsbeziehungen zu den Ländern hinter dem Eisernen Vorhang waren unterbrochen. In den 1960er Jahren entwickelte sich die Schoellerbank schrittweise zur Universalbank und konnte einen enormen Geschäftsanstieg verzeichnen. Aufgrund einer Änderung des österreichischen Kreditwesengesetzes wurde am Ende der 1970er Jahre wurde die Rechtsform der Bank zu einer Aktiengesellschaft geändert, worauf sich die Familie Schoeller von den Mehrheitsanteilen der Bank trennte. Diese wurden an die Raiffeisen Zentralbank verkauft. 1992 wurde die Schoellerbank an die Bayerische Vereinsbank AG verkauft. 1998 fusionierte die Schoellerbank mit der Salzburger Kredit- und Wechsel-Bank (kurz: SKWB), zur SKWB Schoellerbank. Hintergrund dafür war die Fusion der beiden Mutterinstitute zur HypoVereinsbank. Im Jahr 2000 wurde dann die Bank Austria Creditanstalt (kurz: BA-CA) von der HypoVereinsbank übernommen. 2001 wurde das Firmenkunden- und Immobilienkundengeschäftes an die damalige Mutter BA-CA übertragen. Die Schoellerbank konzentriert sich seither auf das Privatbankgeschäft, das traditionelle Kerngeschäft der Bank. 2003 wurde der Firmenname von SKWB Schoellerbank auf Schoellerbank AG geändert. 2005 erfolgt die Übernahme der HypoVereinsbank durch die UniCredit; die Schoellerbank, als Tochter der Bank Austria, wurde in die UniCredit Division „Private Banking“ eingegliedert.

Aktuelle Situation

Die Schoellerbank ist als 100%ige Tochter der Bank Austria eine der führenden Privatbanken Österreichs. Sie ist in die Division „Private Banking“ der UniCredit eingebunden und konzentriert sich auf die Kernkompetenzen Vermögensanlageberatung, Vermögensverwaltung und Vorsorgemanagement. Das verwaltete Kundenvermögen beläuft sich zum Jahresende 2010 auf 7,1 Mrd. Euro. Die Schoellerbank hat mehr als 26.000 Kunden. Sie verfügt über 13 Standorte und erreicht damit praktisch das ganze Bundesgebiet.

Foyer der Schoellerbankzentrale in der Renngasse

Die Schoellerbank konzentriert sich auf die Betreuung von

  • vermögenden Privatkunden,
  • Firmenkunden und
  • institutionellen Kunden (Stiftungen, Kammern etc.).

Die generelle Anlagestrategie der Schoellerbank lautet „Investieren statt Spekulieren“ und es werden konservativere Anlageformen bevorzugt. Der Hauptfokus liegt daher auf dem langfristigen Kapitalerhalt. Die eigene Fondsgesellschaft Schoellerbank Invest AG ist in die Geschäftsaktivitäten der Bank integriert und verwaltet aktuell ein Volumen von EUR 2,4 Milliarden, verteilt auf 36 Publikums- und Spezialfonds.

Auszeichnungen

Die Schoellerbank wurde 2011 zum sechsten Mal in Folge vom jährlich erscheinenden Elite Report, der unter dem Titel „Die Elite der Vermögensverwalter im deutschsprachigen Raum 2011“ in Kooperation mit dem „Handelsblatt“ herausgegeben wird, als beste Privatbank Österreichs, mit der Bestnote „summa cum laude“ ausgezeichnet. Im deutschsprachigen Raum rangiert sie auf Platz 4 der 360 getesteten Privatbanken.

Sponsoring

Als Privatbank hat die Schoellerbank eine lange Tradition im Kunst und Kultursponsoring. So werden unter anderem die Wiener Staatsoper, der Wiener Musikverein, „Live Music Now Österreich“, das Schauspielhaus Salzburg und der Kunstverein Bregenz unterstützt. Seit 2010 ist der österreichische Golfprofi Markus Brier Markenträger der Schoellerbank.

Einzelnachweise

  1. a b Eintrag im Kreditinstitutsverzeichnis bei der Oesterreichischen Nationalbank
  2. Portrait von Franz Witt-Dörring auf schoellerbank.at, abgerufen am 4. Mai 2012

Weblinks