Schulzentrum Herbststraße für Mode und Kunst

Schulzentrum Herbststraße
Schulzentrum Herbststraße Mode und Kunst
Schulform Berufsbildende höhere Schule
Gründung 1910
Ort Wien
Bundesland Wien
Staat Österreich
Koordinaten 48° 12′ 27,7″ N, 16° 19′ 5,5″ O48.20768696144316.31819486618Koordinaten: 48° 12′ 27,7″ N, 16° 19′ 5,5″ O
Träger öffentlich
Schüler etwa 700 (1. März 2012)
Lehrkräfte etwa 120 (1. März 2012)
Leitung Direktorin Alexandra Metz-Valny
Website www.herbststrasse.at

Das Schulzentrum Herbststraße in Wien ist eine Höhere Bundeslehranstalt für Mode und künstlerische Gestaltung, die 1874 gegründet wurde. Diese Kunstschule bietet Bildungsangebote für verschiedene Formen des Designs in den Bereichen Mode, Kunst und Handwerk. Neben dem Abschluss mit Reifeprüfung werden mit der kaufmännischen, handwerklichen und künstlerischen Ausbildung Voraussetzungen für die Ausübung von Handwerk und Gewerbe vermittelt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Wiener Weltausstellung von 1873 gibt den Anstoß zur Gründung der k.k. Kunststickereischule (1874), die an das heutige Museum für angewandte Kunst angeschlossen wird. Kunsthandwerk und Industrie sollen durch geschulte Fachkräfte neue Impulse erhalten.

In einer Zeit, in der die Emanzipation noch in den Kinderschuhen steckt, bahnt die Schule Frauen einen Weg in die Berufswelt. Die neue Schulform hat bald internationalen Ruf und findet rege Nachahmung in den anderen Kronländern.

Besondere Bedeutung erlangt der 1879 gegründete k.k. Zentral-Spitzenkurs. Auf der Weltausstellung des Jahres 1900 in Paris erringen die im neuen Stil gearbeiteten Spitzen („Austria-Spitze“) große Erfolge. Es folgt eine langjährige Zusammen¬arbeit mit der Wiener Werkstätte, auch Dagobert Peche, einer der bedeutendsten Designer dieser Institution, entwirft zahlreiche Spitzen.

1910 wird die k.k. Kunststickereischule, der k.k. Zentral-Spitzenkurs, eine Fachschule für Wäschewarenerzeugung, eine Gobelin-, Restaurier- und Webschule zur k.k. Zentrallehranstalt für Frauengewerbe vereinigt. Später ergänzt eine Bildungsanstalt für Frauengewerbelehrerinnen das Schulkonglomerat, das Mädchen und Frauen in den folgenden wirtschaftlich schlechten Zeiten ein Einkommen sichert.

Standort dieses frühen Schulzentrums ist das Berufsschulgebäude in der Mollardgasse im 6. Bezirk. Schwere Bombenschäden machen im Jahr 1945 die Übersiedlung nach Ottakring, in das Haus des tschechischen Schulvereins Komensky, im 16. Wiener Bezirk, notwendig.

Im Jahr 1975 eröffnete die Herbststraße neben der dreijährigen Fachschule für Mode die ersten Jahrgänge der Höheren Lehranstalt für Mode und Bekleidungstechnik und die Höhere Lehranstalt für künstlerische Gestaltung. In dieser Kunstschule leben die alten Traditionen der k.k. Kunststickereischule – angewandt auf kreative Textilkunst unserer Tage – weiter, ergänzt durch das nun auch für männliche Jugendliche attraktive Ausbildungsangebot in den Bereichen Holz (Möbel und Skulptur), Metall (Schmuckdesign, Kleinskulptur und Alltagsdesign), Keramik (Produktgestaltung und Plastik), Sticken (textile Oberflächengestaltung), Textildruck (direkte und indirekte Drucktechniken) und Weben (Knüpf- und Webtechniken).

Das Ausbildungsangebot wird durch Kollegformen (Schmuck•Design und Mode•Design•Textil) für MaturantInnen und die Meisterschule für Mode (Bühnenkostüm und Haute Couture) ergänzt.

Gebäude

Das Gebäude der „Tschechischen Realschule Komensky“ in der Herbststraße 104 wird 1923 27 vom österreichisch-britischen Architekten Michael Rosenauer (1884 – 1971) umgebaut. Der Jugendstil bleibt dabei erhalten.

Bei dem Umbau in den Jahren 1980 bis 1986, nach den Plänen von Architektin Ilse Koci, wird die Nutzfläche auf das Doppelte erweitert.

Schulprofil

Im Zentrum des Unterrichts stehen neben Allgemeinbildung, eine solide handwerkliche und künstlerische, sowie kaufmännische Ausbildung, ergänzt durch das Entwickeln und Fördern von Managementfähigkeiten, Lebenskompetenzen und das selbständige Arbeiten in Projektteams. Das Konzept der Mehrfachqualifikation soll individuelle berufliche Flexibilität ermöglichen. Die Bildungsinhalte und Schwerpunkte werden laufend dem Wandel in der Berufswelt angepasst.

Bildungsangebot

Das Schulzentrum Herbststraße führt einen Mode- und einen künstlerischen Zweig. Die 5-jährige Ausbildung führt zur Reife- und Diplomprüfung, die auch einen gewerblichen und kaufmännischen Abschluss umfasst.

Die 3-jährige Fachschule für Mode (ohne Reifeprüfung) konzentriert sich vor allem auf die handwerklich-gewerbliche und kaufmännische Ausbildung. Reisen, Exkursionen und Projekte finden in jedem Schuljahr statt und geben Einblick in die reale Berufswelt.

Ein viersemestriges Kolleg für Mode•Design•Textil und ein sechssemestriges Kolleg für Schmuck•Design eröffnet Studenten mit bereits absolvierter Reifeprüfung eine künstlerisch-handwerkliche und kommerzielle Zusatzqualifikation. Die Meisterschule für Mode, mit den Spezialisierungen Haute Couture oder Bühnenkostüm – einer Unikatsausbildung in Österreich – bereitet auf die Meisterprüfung vor.

Ebenso gibt es die beiden Kolleg-Ausbildungen in dieser Form österreichweit nur hier.

Künstlerische Gestaltung Holz Künstlerische Gestaltung Keramik Künstlerische Gestaltung Weben

Bekannte Absolventen der Mode-Ausbildung

  • Thomas Kirchgrabner
  • Michel Mayer
  • Erika Navas
  • Sandra Thaler und Annette Prechtl (Elfenkleid)
  • Mandana Tische
  • Ulrike Tschabitzer-Handler

Bekannte Absolventen der Kunst-Ausbildung

  • Christine und Irene Hohenbüchler
  • Gerlinde Thuma
  • Birgit Knöchl

Literatur

  • Festschrift: 40 Jahre Höhere Bundesanstalt für gewerbliche Frauenberufe
  • Festschrift: 50 Jahre Höhere Bundeslehranstalt für gewerbliche Frauenberufe
  • Festschrift zum 80-jährigen Jubiläum der Herbststraße

Weblinks