Schweinbarther Berg

Der Schweinbarther Berg oder Kreuzberg von Süden

Der Schweinbarther Berg ist ein Berg mit einer Seehöhe von 337 m ü. A. im Weinviertel bei Kleinschweinbarth in Niederösterreich. Wegen seiner Nähe zur tschechischen Staatsgrenze und der Stadt Nikolsburg wurden ab 1963 von heimatvertriebenen Südmährern einige Gedenkstätten errichtet, so dass der Berg heute zumeist als Kreuzberg bezeichnet wird.

Der Schweinbarther Berg ist Bestandteil der Pollauer Berge oder Pavlovské vrchy, die sich vom nördlich von Nikolsburg gelegenen Maidenberg oder Děvin bis zum in Niederösterreich gelegenen Falkenstein von Norden nach Süden erstrecken. Geologisch gehört er damit zu den Äußeren Westkarpaten. [1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Kreuzbergtreffen im Jahr 2007

Der Schweinbarther Berg war bis auf einen kleinen Steinbruch für die Bevölkerung von Kleinschweinbarth bedeutungslos. Erst mit der Aufstellung des Südmährerkreuzes im Dezember 1962 sowie der Errichtung von Stiegenanlagen und von Sicherungsanlagen gegen Absturz entwickelte er sich vor allem unter Heimatvertriebenen zu einem Anziehungspunkt mit guter Sicht auf die benachbarte Stadt Mikulov in der damaligen Tschechoslowakei.

Die alljährlichen Kreuzbergtreffen der heimatvertriebenen Südmährer – lediglich 1973 fiel das Treffen wegen Maul- und Klauenseuche aus – und die Errichtung zusätzlicher Gedenkstätten steigerten den Bekanntheitsgrad.

Am 17. Juni 1990 wurde im Rahmen der Feldmesse beim Kreuzbergtreffen die vom Südmährischen Landschaftsrat und dem Dachverband der Südmährer in Österreich auf Anregung des Obmanns des Kulturvereins Nikolsburg – Rainer Elsinger – durchgeführte Neugestaltung der Anlage geweiht. [2]

Der Umstand, dass sich der Schweinbarther Berg in Privatbesitz des Grafen Fünfkirchen [3]befand und nach einem eventuellen Verkauf ein neuer Besitzer weitere Aktivitäten oder gar den Zutritt verweigern könnte, verunsicherte den Dachverband der Südmährer in Österreich. Um sichere Verhältnisse zu schaffen, wurde die Gemeindevertretung der Großgemeinde Drasenhofen ersucht, den Berg zu erwerben, was auch geschah. [4]

Der Schweinbarther Berg wird heute fast nur noch als Kreuzberg bezeichnet. Ob dieser Namenswechsel auch offiziell vollzogen wurde, ist nicht bekannt. [5]

Eine der treibenden Kräfte für die Aktivitäten am Schweinbarther Berg war Erwin Zajicek, der letzte noch lebende deutsche Minister der Tschechoslowakei.

Gedenkstätten

Lage Gedenkstätte Errichtet Beschreibung Bild
Welt-Icon48.762616.61364 Südmährenkreuz 1963 Gleichzeitig mit der Weihe des Südmährerkreuzes fand am 7. Juli 1963 auch das erste Treffen heimatvertriebener Südmährer in Kleinschweinbarth statt. 1964 wurde vor dem Kreuz ein steinerner Altar errichtet und 1974 der am Kreuz angebrachte Dornenkranz geweiht. 1970 wurde das Südmährerkreuz an Stelle des 1945 gesprengten Heldendenkmals bei Klentnitz zum Mahnmal für alle gefallenen und verstorbenen Südmährer erhoben. [6] Kleinschweinbarth 4782.jpg
Welt-Icon48.7613616.61319 Hubertuskapelle 1975 Die Hubertuskapelle wurde von der Jagdgesellschaft Kleinschweinbarth errichtet und am 18. Mai im Rahmen einer Feldmesse geweiht. Im Inneren der Kapelle befinden sich ein Mosaik mit einer Darstellung des heiligen Hubertus von Lüttich und eine Gedenktafel mit den Namen der am Bau beteiligten Mitglieder. [7] [8] GuentherZ 2012-03-03 0715 Kleinschweinbarth Schweinbarther Berg Hubertuskapelle.jpg
Welt-Icon48.7626416.61382 Kriegerdenkmal der Südmährer 1975 Am 1. Juni 1925 wurde in Klentnitz ein Kriegerdenkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Südmährer geweiht. 1945 wurde es von Tschechen gesprengt. Am 1. Juni 1975 wurde auf einem Platz unterhalb des Südmährerkreuzes ein neues Denkmal für die Gefallenen beider Weltkriege und die Opfer der Vertreibung geweiht. [9]
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Welt-Icon48.7630816.61388 Landkarte Südmährens 1988 Die Gedenkstätte mit einer in eine Steinplatte gravierten Landkarte Südmährens wurde mit Blick auf die Stadt Nikolsburg errichtet und soll einen Überblick über das von der Vertreibung der Südmährer betroffene Gebiet geben. GuentherZ 2007-06-10 0497 Kleinschweinbarth Nikolsburger Stadtgedenkstein.jpg
Welt-Icon48.7624516.61324 Untertannowitz 1989 Die Weihe der Gedenkstätte der Untertannowitzer erfolgte am 27. Mai 1989. [10] GuentherZ 2012-03-03 0705 Kleinschweinbarth Schweinbarther Berg Gedenkstaette Untertannowitz.jpg
Welt-Icon48.7633216.61412 Nikolsburg 1989 Der Nikolsburger Stadtgedenkstein wurde an der Nordseite des Schweinbarther Berges aus einem Natursteinsockel mit aufgesetzter Granitplatte, in die eine Panoramadarstellung der Stadt und der Pollauer Berge gemeinsam mit zahlreichen historischen und statistischen Angaben eingraviert wurden. Die Weihe erfolgte am 27. Mai 1989. [11] GuentherZ 2012-03-17 0747 Kleinschweinbarth Schweinbarther Berg Gedenkstaette Nikolsburg.jpg
Welt-Icon48.7625816.61393 Kreisdenkmäler 1990 Vier mit den aus Bronze gegossenen Wappen der südmährischen Heimatkreise Znaim, Nikolsburg, Zlabings und Neubistritz und Tafeln mit Beschreibungen des jeweiligen Kreises und seiner Städte, Marktgemeinden und Dörfer wurden am 17. Juni 1990 geweiht. [12]
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Welt-Icon48.7629716.61388 Pohrlitz 2000 Der Gedenkstein wurde im Jahr 2000 geweiht.
GuentherZ 2007-06-10 0498 Kleinschweinbarth Gedenkstein Pohrlitz.jpg

Weiters finden sich auf dem Weg zum Schweinbarther Berg noch drei Gedenktafeln sowie ein Gedenkstein beim Südmährenkreuz für

Karl Bacher Josef Freising Josef Holik Erwin Zajicek
GuentherZ 2012-03-03 0713 Kleinschweinbarth Schweinbarther Berg Karl Bacher Tafel.jpg
GuentherZ 2012-03-17 0750 Kleinschweinbarth Schweinbarther Berg Gedenktafel Josef Freising.jpg
GuentherZ 2012-03-03 0741 Kleinschweinbarth Schweinbarther Berg Josef Holik Tafel.jpg
GuentherZ 2012-03-03 0724 Kleinschweinbarth Schweinbarther Berg Suedmaehrerkreuz Gedenkstein Erwin Zajicek.jpg
Welt-Icon48.7607716.61288 (* 16. Februar 1884 † 8. Juli 1954) Welt-Icon48.7545316.60896 (* 17. September 1875 † 17. September 1971) Welt-Icon48.759416.6144 (* 23. Juni 1906 † 28. Juni 1973) Welt-Icon48.7625516.6137 (* 22. November 1890 † 29. Oktober 1976)

Prominente Besucher

Im Laufe der Zeit fanden sich auch prominente Besucher auf dem Schweinbarther Berg ein wie etwa

Literatur

  • Verschiedene Beiträge in Der Südmährer – Mitteilungsblatt für die Kreise: Znaim, Nikolsburg, Zlabings und Neubistritz, herausgegeben vom Südmährischen Landschaftsrat in der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Geislingen an der Steige ab dem Jahr 1963

Weblinks

 Commons: Schweinbarther Berg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. http://friedl.heimat.eu/Wanderwege/Bernhardsthal_UCZ_Pollauerberge.htm
  2. Der Südmährer, August 1990, Seite 564
  3. Der Südmährer, August 1963, Seite 412
  4. Der Südmährer, August 1975, Seite 617
  5. Der Südmährer, April 1975, Seite 298
  6. Der Südmährer, Mai 1975, Seite 453
  7. Der SüdmährerJuli 1975, Seite 540
  8. http://jagd-kleinschweinbarth.at/gesellschaft.asp
  9. Der Südmährer, Juli 1975, Seite 541
  10. Der Südmährer, August 1989, Seite 637
  11. Der Südmährer, September 1989, Seite 679
  12. Der Südmährer, August 1990, Seite 679
  13. Der Südmährer, Mai 1975, Seite 454
  14. Der Südmährer, Mai 1975, Seite 454
  15. Der Südmährer, August 1989, Seite 637
  16. Der Südmährer, Dezember 1990, Seite 919
  17. Der Südmährer, September 1964
  18. Der Südmährer, Mai 1975, Seite 454
  19. Der Südmährer, August 1989, Seite 637
  20. Der Südmährer, Mai 1975, Seite 454
  21. Der Südmährer, Oktober 1963, Seite 579
  22. Der Südmährer, Oktober 1963, Seite 579
  23. Der Südmährer, August 1964, Seite 504
  24. Der Südmährer, August 1963, Seite 412
  25. Der Südmährer, August 1963, Seite 411
  26. Der Südmährer, August 1990, Seite 679
  27. Der Südmährer, November 1976, Seite 826
  28. Der Südmährer, August 1989, Seite 637
  29. Der Südmährer, Mai 1975, Seite 454
  30. Der Südmährer, Mai 1975, Seite 454
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