Sebastian Sprenz

Wappen des Bischofs von Brixen, Sebastian Sprenger
Hans Weiditz 1521

Sebastian Sprenz (auch Sperantius oder Sprenger,[1] * um 1480 in Dinkelsbühl; † 3. Oktober 1525 in Bruneck) war Fürstbischof von Brixen.

Leben

Sprenz wurde um 1480 als Sohn einer Tuchmacherfamilie in Dinkelsbühl geboren. 1491 wurde er in Augsburg Kleriker. Er erhielt die Tonsur und immatrikulierte sich 1493 an der Universität Ingolstadt. Im Jahre 1499 wurde er Leiter der Lateinschule an St. Lorenz in Nürnberg. 1502 brachte er an der Südseite des Chores der Lorenzkirche in Nürnberg die von Stabius konzipierte und heute noch vorhandene Sonnenuhr an.

1503 wurde Sprenz Professor für Poetik und Rhetorik an der Universität Ingolstadt. Er trat dabei die Nachfolge von Conrad Celtis an. Ab 1510 arbeitete Sprenz als Sekretär in der lateinischen Beamtengruppe der kaiserlichen Hofkanzlei. 1512 reiste er mit Matthäus Lang von Wellenburg, dem Fürstbischof von Gurk, als dessen Kanzler nach Rom, wo Lang zum Kardinal erhoben wurde. 1512 wurde Sprenz Domherr und Dompropst in Brixen. 1516 weihte ihn Kardinal Lang in Augsburg zum Priester. In der Ordinationsurkunde wird Sprenz als Doktor beider Rechte bezeichnet. In einem Schreiben vom 19. Mai 1517 weist Kaiser Maximilian den Historiographen Stabius an, dessen Genealogie des Kaisers auch mit Sebastian Sprenz abzustimmen.

Am Musenhof des Kardinals Lang in Mühldorf übersetzte Sprenz den "Eunuchus" von Terenz. Am 22. September 1517 erhielt er von Kaiser Maximilian in Wiener Neustadt den Auftrag, eine polnische Gesandtschaft nach Bari und Neapel zu begleiten, um dort für den König von Polen um die Hand der Prinzessin Bona Sforza anzuhalten. Diese war die Nichte der zweiten Frau Maximilians. Sprenz hatte auch den Auftrag sie nach Polen zu geleiten. Maximilian befahl ihm jedoch 1518, von Neapel aus in einer anderen Mission nach Rom zu reisen, und schickte ihm dafür 150 Dukaten.

Zum Zeitpunkt des Todes Maximilians 1519 wurde Sprenz im Hofstellenverzeichnis als Hofrat aufgeführt. 1520 wandte sich Kaiser Karl V. in einem eigenhändigen Brief an das Brixener Domkapitel, um die Wahl von Sprenz zum nächsten Brixener Bischof sicherzustellen. Im November 1520 schickte Karl V. Sprenz als seinen Delegierten zu den Friedensverhandlungen zwischen dem polnischen König und dem Deutschen Orden nach Thorn. Sprenz wurde Mitunterzeichner des „Thorner Kompromisses“ vom 5. April 1521.

Auf der Heimreise erhielt Sprenz die Nachricht von seiner Wahl zum Fürstbischof von Brixen. Am 9. September 1521 wurde er geweiht, nachdem am 1. Juli Papst Leo X. die Wahl bestätigt hatte. 1523 wurde Sprenz vom Landesfürsten Erzherzog Ferdinand zum Kanzler von Tirol berufen. Auf dem Reichstag in Nürnberg am 17. März 1524 wurden ihm die fürstlichen Lehen und Regalien verliehen. Im gleichen Jahr widmete Willibald Pirckheimer Sprenz seine Übersetzung der Geographia des Ptolemäus.

1525 brach im Bistum Brixen ein Bauernaufstand aus. Sprenz musste seinen Amtssitz verlassen und starb auf der Flucht in Bruneck. Sein Nachfolger wurde Georg von Österreich, ein unehelicher Sohn Kaiser Maximilians.

Literaturhinweise

  • Josef Gelmi: Die Brixener Bischöfe in der Geschichte Tirols Verlagsanstalt Athesia, Bozen
  • Karl Wolfsgruber: Das Brixener Domkapitel 1500–1803
  • Hermann Wiesflecker: Kaiser Maximilian I. 1986
  • Inge Wiesflecker-Friedhuber (Hrsg.): Quellen zur Geschichte Maximilians I. und seiner Zeit. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt
  • Manfred Hollegger: Maximilian I. (1459–1519) Verlag W. Kohlhammer
  • Johann Sellaberger: Kardinal Matthäus Lang von Wellenburg (1468–1540)
  • Gustav Bauch: Die Anfänge des Humanismus in Ingolstadt. München und Leipzig 1901
  • Gustav Bauch: Die Reception de Humanismus in Wien Breslau 1903
  • Conradin Bonorand: Joachim Vadian und der Humanismus im Bereich des Erzbistums Salzburg
  • Hans Rupprich: Der Briefwechsel des Konrad Celtis 1934
  • Erich König: Konrad Peutingers Briefwechsel. 1923
  • Konrad Celtis: De solario per Noricum astrologum invento.
  • Stanislaus Gorski (Hrsg.): Acta Tomiciana - Epistolarum, legatiorum, responsorium, actiones res gestae Sigismundi I. Regis Poloniae.
  • Gerhard Vogt: Historische und moderne Sonnenuhren in Franken. Sonderdruck aus Band 45/1997 der: Erlanger Bausteine zur fränkischen Heimatforschung


Vorgänger Amt Nachfolger
Christoph von Schroffenstein Fürstbischof von Brixen
1521–1525
Georg von Österreich

Einzelnachweise

  1. Beyträge zur Geschichte der bischöflichen Kirche Säben uund Brixen in Tyrol, Band 2, S. 325 (1822) online