Seelentium

Seelentium bezeichnet eine 2006 geschaffene Tourismusregion im Dreiländereck Oberösterreich, Salzburg und Bayern. Der Name der Region ist eine Verschmelzung aus dem deutschen Wort See und dem lateinischen Wort silentium (= Lautlosigkeit, Schweigen, Stille) und soll zum Ausdruck bringen, dass es sich bei diesem Gebiet um eine ruhige Landschaft mit Seen handelt. Zusätzlich steckt bewusst das Wort Seele in diesem Namen. In dem zuvor vom Fremdenverkehr nur wenig betroffenen Gebiet wird auf schonenden Tourismus gesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Tourismusregion Seelentium umfasst derzeit fünfzehn Gemeinden und Städte im Oberen Innviertel, im Salzburger Flachgau und in Oberbayern:

Bei den Seen, die Pate für den Namen der Region standen, handelt es sich ausschließlich um kleine Badeseen von lokaler Bedeutung sowie um einige Gewässer ohne solche Nutzungsmöglichkeit. Diese sind

  • Heratinger See oder Ibmer See (Gemeinde Eggelsberg)
  • Holzöstersee (Gemeinde Franking)
  • Höllerersee (Gemeinden Haigermoos und Sankt Pantaleon)
  • Huckinger Seen (im Grenzgebiet der Gemeinden Tarsdorf und Geretsberg)
  • Leitgeringersee (Tittmoning)
  • Seeleitensee (im Naturschutzgebiet des Ibmer Moores, Gemeinde Moosdorf)
  • Wöhrsee (unterhalb der Burg von Burghausen)

Das Ibmer Moor, das Weidmoos sowie weite Teile der Ufer der Salzach als Grenzfluss zwischen Oberösterreich bzw. Salzburg und Bayern sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen.

Geschichte

Seelentium entstand im Jahr 2006 aus einem LEADER-Marketingprojekt. Dabei handelt es sich um ein von der Europäischen Union initiierten und geförderten Programm zur Stärkung des (auch länderübergreifenden) ländlichen Raumes, mit dem im vorliegenden Fall der Fremdenverkehr im Oberen Innviertel gefördert werden soll. Während zu Beginn der Kooperation lediglich Franking als Tourismusgemeinde gewertet wurde, erlangten im Jahr 2011 auch die beiden Gemeinden Eggelsberg und Hochburg-Ach diesen Status.

Die Europäische Kommission zeichnete im Jahr 2010 Seelentium mit dem EDEN Award aus, der an Regionen mit besonders schonendem und nachhaltigem Tourismus vergeben wird. Die Einreichung für den Preis trug den Titel „Die Seele des Wassers spüren“.

Im Oktober 2011 trat auch die oberösterreichische Stadt Mattighofen der Tourismusregion bei. Mit dem gleichzeitigen Beitritt der beiden Salzburger Gemeinden Lamprechtshausen und Sankt Georgen bei Salzburg wurde Seelentium zu einem grenzübergreifenden Dreiländer-Projekt.

Werbetätigkeit

Werbeaufkleber für einen Radweg in der Region

In der touristischen Werbearbeit werden die Konnotationen der Begriffe Stille und Ruhe genützt. Gemäß dem Motiv eines behutsamen Umgangs mit der Natur wird auf Nachhaltigkeit und Entschleunigung gesetzt. Im Einklang damit finden sich in den Werbetexten auch kaum Superlative, sondern es kommen bevorzugt Begriffe des Schönen, Ruhigen und Gemächlichen sowie des Genießens zum Einsatz.[1]

Konkret bewerben die in Seelentium zusammengeschlossenen Tourismusverbände der einzelnen Gemeinden besonders den landschaftlichen Charakter, die weniger bekannten Sehenswürdigkeiten der Region sowie das Angebot an sportlicher Betätigung: Badeseen, Radwege, Wanderwege (mit dem Pilgerweg Via Nova) sowie Reiten und Fischen.

Die gemeinsame bayerisch-oberösterreichische Landesausstellung 2012 mit den Hauptorten Burghausen, Mattighofen und Ranshofen rückte das kulturelle Erbe der Region in den Vordergrund. Auch das Thema Stille Nacht spielt in der touristischen Arbeit eine Rolle, da Franz Xaver Gruber in Hochburg geboren worden war und in Arnsdorf im Gemeindegebiet von Lamprechtshausen als Lehrer unterrichtet hatte.

Einzelnachweise

  1. Texte auf der Website der Tourismusregion, abgerufen am 21. September 2011.

Weblinks