Serena Lederer

Serena Lederer, geborene Pulitzer (* 20. Mai 1867 in Budapest; † 27. März 1943 ebenda) war die Gattin des Industriellen August Lederer, Vertraute von Gustav Klimt und die treibende Kraft beim Aufbau der großen Ledererschen Klimtsammlung.

Biografie

Die Tochter aus reichem Haus (der amerikanische Journalist und Verleger Joseph Pulitzer war ein Verwandter) galt in ihrer Jugend als berühmte Schönheit. Ihr Leben lang pflegte sie das Auftreten und die Allüren einer Grande Dame. Am 5. Juni 1892 heiratete sie vor dem Pester Rabbinat den 1857 geborenen Industriellen August Lederer.

Die Familie, der drei Kinder entsprossen, residierte in Raab (Győr), in der Bartensteingasse 8 in Wien und im Ledererschlössel in Weidlingau. In der Wiener Stadtwohnung, die angeblich auf Geheiß der Hausherrin nicht fotografiert werden durfte, war ein eigener Raum der Klimt-Sammlung gewidmet. Das Bildnis der Serena Lederer aus 1899 war hier der Auftakt zu einer engen freundschaftlichen Beziehung. Über Empfehlung Gustav Klimts verkehrte nach 1912 auch Egon Schiele im Hause Lederer und freundete sich speziell mit Erich Lederer, dem jüngeren Sohn der Familie an.

Serena Lederer gilt als Motor hinter den Kunstkäufen August Lederers. Es existieren Klimt-Porträts ihrer Mutter, ihrer Tochter Elisabeth und ihrer selbst. Wieweit die Beziehung Serena Lederers zu Gustav Klimt intimen Charakter hatte, ist schwer nachzuweisen. In der Zeit des Nationalsozialismus, als der Besitz arischer Vorfahren überlebenswichtig war, erreichte ihre Tochter Elisabeth jedenfalls die amtliche Anerkennung Klimts als unehelicher Vater.

Literatur

  • Tobias Natter, Gerbert Frodl (Hsg.): Klimt und die Frauen (Ausstellungskatalog), Dumont Köln 2000 ISBN 3-8321-7271-8