Sessellift Plabutsch

Der Sessellift Plabutsch war ein Sessellift, welcher zwischen 1954 und 1973 das Grazer Stadtgebiet, von Gösting aus, mit dem Gipfel des Plabutsch verbunden hat.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im Jahre 1954 wurde die 1er-Sesselliftanlage[1] auf der Ostseite des Plabutsch eröffnet. Die Talstation der Anlage war damals noch problemlos mit der Straßenbahn (Linie 3) zu erreichen. So konnte man in weniger als 40 Minuten vom Jakominiplatz aus den Fürstenstand am Gipfel des Plabutsch erreichen.[1] 1956 wurde die Anlage nach einem tragischen Unfall technisch überholt und beförderte bis zu ihrer Stilllegung im Jahre 1973 mehr als 500.000 Gäste auf den Plabutsch. Zwischen 1973 und 1980 wurde der Lift eingemottet, aber für kurze Zeit ausschließlich für Lastenbeförderungen wieder in Betrieb genommen. Ende der 1980er Jahre baute man die Anlage Schritt für Schritt ab. Zuerst wurde die Liftanlage demontiert und 1992 folgte schließlich der Abriss der Bergstation. Die Talstation existiert bis heute, befindet sich aber mittlerweile in einem sehr bemitleidenswerten Zustand. Seit 2003 gibt es neue Pläne, wieder eine Sesselliftanlage auf der alten Lifttrasse in Betrieb nehmen zu wollen, um somit den Plabutsch als Naherholungszentrum für die Grazer Bevölkerung zu revitalisieren.

Tragischer Unfall 1956

Am späten Nachmittag des 2.April 1956 (Ostermontag) kam es, kurz vor Betriebsschluss, zu einem tragischen Unfall. Nachdem die Anlage kurz abgebremst wurde, setzte sich diese von selbst wieder in Gange und beschleunigte auf das Fünffache der Betriebsgeschwindigkeit. Zu diesem Zeitpunkt war die Anlage beinahe ausschließlich talwärts besetzt und damit einseitig überlastet. [2] Fahrgäste, welche bereits in die Talstation einfuhren, wurden im Bereich der unteren Umlenkrolle, zum Teil aus ihren Sitzen herausgeschleudert. Als die mechanische Zusatzbremse kurz griff, schleuderte das Förderseil aus der Führung des Stützpfeilers 9, nahe der Bergstation heraus. Ein Fahrgast fiel daraufhin aus seinem Sitz und stürzte zehn Meter in den Tod. Weitere zehn Fahrgäste wurden zum Teil schwer verletzt.[3][4]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Kleine Zeitung vom 4. Mai 1954 (7. Jahrgang)
  2. [1] Arbeiter Zeitung vom 4. April 1956, S.3
  3. Kleine Zeitung vom 4. April 1956 (9. Jahrgang), S.6
  4. Kleine Zeitung vom 7. April 1956 (9. Jahrgang), S.6

47.09031915.385832Koordinaten: 47° 5′ 25″ N, 15° 23′ 9″ O