Siegfried Graf von Wimpffen

Siegfried Graf von Wimpffen (* 6. September 1865 in Wien; † 1936 in Ercsi, Ungarn), war der Erbe des griechisch-österreichischen Großbankiers Simon Baron Sina. 1892 erhielt er als erster Automobilist in Österreich eine Genehmigung zur Fahrerlaubnis.

Schaffen und Werken

Er war der Sohn des Grafen Viktor von Wimpffen und Anastasia Sina von Hodos. Am 11. Juni 1892 ehelichte er Franziska Gräfin Stockau, aus einem morganatischen Stamm des Hauses Thurn und Taxis.

1892 ließ er sich ein 1800 kg schweres Dampf-Automobil von der französischen Firma Serpollet nach Wien importieren. Dieses Automobil wurde mit Koks befeuert. Damit genügend Dampf produziert wurde, musste vom Beifahrer ständig „nachgelegt“ werden. Wimpffen ersuchte dafür das „Referat für Spektakel“ in der Wiener Polizei, um eine Genehmigung zum Betrieb desselben und legte eine Fahrerprüfung ab. Die Räder waren eisenbeschlagen und erzeugten einen enormen Lärm. Dreißig Jahre später besaß er neben einem Rolls-Royce etliche Daimlers. Als begeisterter Technik-Freak engagierte sich Wimpffen um 1900 als Mitglied des Österreichischen Automobil-Clubs.

Seit 1905 war er erbliches Mitglied des ungarischen Oberhauses, in der zweiten Kammer des Parlaments. Sein Sohn Simon Graf von Wimpffen verstarb 1918 bei einem Einsatz am der Front im Ersten Weltkrieg. Die Ercsier Zuckerfabrik in Ungarn wurde als die erste moderne Industrieansiedlung der Gegend von ihm 1912 gegründet. Die Fabrik wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den Kommunisten verstaatlicht und 1998 endgültig geschlossen. Neben zahlreichen Besitztümern in Italien, Ungarn, Rumänien und Jugoslawien besaß er auch Paläste in Wien, wie das Palais Sina. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Besitztümer der Familie in Ungarn, Rumänien und Jugoslawien verstaatlicht.

Wimpffen ließ in Ungarn zahlreiche Kirchen, Kapellen, Wegeskreuze, Schlösser, Schulen und Kindergärten errichten. Er verstarb 1936 in seinem ungarischen Gut in Ercsi und wurde dort in der Familiengruft bestattet.

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