Siegfried Selberherr

Siegfried Selberherr

Siegfried Selberherr (* 3. August 1955 in Klosterneuburg) ist ein österreichischer Wissenschafter im Bereich der Mikroelektronik. Er ist Universitätsprofessor am Institut für Mikroelektronik [1] an der Technischen Universität Wien (TU Wien), wo er primär an der Modellierung und Simulation von physikalischen Phänomenen in der Mikroelektronik forscht.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Siegfried Selberherr ist seit 1988 Ordentlicher Universitätsprofessor für Softwaretechnologie mikroelektronischer Systeme an der TU Wien. Er studierte Elektrotechnik an der TU Wien, graduierte zum Diplom-Ingenieur 1978, promovierte zum Doktor der technischen Wissenschaften 1981 und habilitierte sich 1984. Danach war er Gastwissenschafter in den Bell-Laboratorien in den USA. Seit 1996 ist Selberherr 'Distinguished Lecturer' der IEEE Electron Devices Society [2]. Von 1998 bis 2005 leitete er als Dekan die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik [3]. Seit 2001 ist Siegfried Selberherr Mitglied des Aufsichtsrats der ams AG und seit 2004 Mitglied des Beirats des Interuniversitären Departments für Agrarbiotechnologie (IFA-Tulln), dessen Vorsitz Selberherr seit 2008 innehat. In diesen Zeitraum fällt auch die Gründung des Universitäts- und Forschungszentrums Tulln (UFT) auf dem Campus Tulln. Das UFT wird von der Universität für Bodenkultur Wien (BoKu) mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) betrieben. Etwa 350 Wissenschafterinnen und Wissenschafter sind dort mit dem Schwerpunkt Nachwachsende Rohstoffe (NaWaRo) tätig.

Wirken

Selberherr hat mit seinen Forscher-Teams in seiner wissenschaftlichen Laufbahn bis dato über 250 Beiträge in Zeitschriften und Büchern publiziert und mehr als 750 Veröffentlichungen in Tagungsbänden, davon über 100 mit eingeladenem Vortrag, beigetragen. Zusätzlich hat er zwei Bücher geschrieben und an der Herausgabe von weiteren 25 Werken mitgearbeitet. Er hat bisher über 90 Dissertationen betreut.

In seiner Forschungsarbeit hat Selberherr unter anderem einen Simulator für Metal-Oxide-Semiconductor-Bauelemente entwickelt (MINIMOS), in dem auch ein nach ihm benanntes Beweglichkeitsmodell für Ladungsträger implementiert ist. Weiters hat er zahlreiche Forschungsprojekte mit Halbleiterfirmen und Förderinstitutionen, wie etwa dem Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF), der Christian Doppler Forschungsgesellschaft [4] oder dem European Research Council (ERC), geleitet.

Auszeichnungen

(Auswahl)

Mitgliedschaften

  • VDE Verband deutscher Elektrotechniker (seit 1984)
  • SIAM Society for Industrial and Applied Mathematics (seit 1980)
  • IEEE Institute of Electrical and Electronics Engineers (seit 1979)
  • ACM Association for Computing Machinery (seit 1979)

Schriften

  • R. Klima, S. Selberherr: Programmieren in C, 3. Auflage, Springer-Verlag, Wien-New York 2010, ISBN 978-3-7091-0392-0, doi:10.1007/978-3-7091-0393-7
  • J.W. Swart, S. Selberherr, A.A. Susin, J.A. Diniz, N. Morimoto (Eds.): Microelectronics Technology and Devices, The Electrochemical Society 2008, ISBN 978-1-56677-646-2
  • T. Grasser, S. Selberherr. (Eds.) Simulation of Semiconductor Processes and Devices, Springer-Verlag, Wien-New York 2007, ISBN 978-3-211-72860-4
  • F. Fasching, S. Halama, S. Selberherr. (Eds.): Technology CAD Systems], Springer-Verlag, Wien-New York 1993, ISBN 3-211-82505-3
  • S. Selberherr: Analysis and Simulation of Semiconductor Devices, Springer-Verlag, Wien-New York 1984, ISBN 3-211-81800-6

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Institut für Mikroelektronik
  2. IEEE Electron Devices Society
  3. Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik
  4. Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG)
  5. ERC Advanced Grant 'MOSILSPIN'