Silvretta Montafon

Silvretta Montafon (Österreich)
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Silvretta Montafon

Silvretta Montafon ist ein Schigebiet im Montafon, Vorarlberg.

Es entstand 2008 aus dem Schigebiet Silvretta Nova auf der rechten Talseite bei St. Gallenkirch, Gortipohl, Gaschurn und Partenen, und Hochjoch-Schruns auf der linken Talseite bei Schruns, Silbertal und St. Gallenkirch, und gehört heute zu den größten Wintersportgebieten Österreichs.

SilvrettaNova
Kropfen (1375 m ü. A.), Zwischenstation der Hochjochbahn, von Schruns

Inhaltsverzeichnis

Lage und Landschaft

Das Schigebiet Nova erstreckt sich an der Nordflanke der Silvrettagruppe, Hochjoch auf einem Ausläufer der Verwallgruppe, zwischen denen das Montafon nach Süden zieht. Die Region liegt etwa eine Autostunde vom im Rheintal gelegenen Feldkirch, südlich der Bezirkshauptstadt Bludenz.

Infrastruktur

Das Schigebiet hat heute etwa 130 km Piste, davon die Hälfte leicht, 10 km schwer, und um die 25 km ausgewiesene Freeridestrecken und Routen (gesamt 155 km, Stand 2012).[1] Es erstreckt sich von 900 bis auf 2430 m.[1]
Die Liftanlagen umfassen 1 Pendelbahn, 8 Kabinenbahnen, 18 Sessellift und 10 Schlepplifte.[1]
Mit dem Nova Park steht auch ein umfangreicher Funpark zur Verfügung, mit 120-m-Halfpipe, Boardercross-Piste, 8 Kicker, 14 Rails, 19 Boxen und zahlreichen weiteren Obstacles.[2]
Dazu kommen auch 30 km Loipe, 15 km Höhenloipe, 2 Rodelbahnen mit zusammen 5½ km, und 8 km markierte Winterwanderwege.[1] Im Tal verkehrt regelmäßig ein Schibus, der die Wintersportorte und Talstationen verbindet. Außerdem stehen am Berg wie im Tal zahlreiche Gaststätten zu Verfügung.

Von den Liftanlagen sind 6 auch in Sommerbetrieb und erschließen umfangreiches Wandergebiet in Silvretta und Verwall und machen die Gegend auch als Flugregion bekannt.[1]

In Silbertal ist nahe das kleine Schigebiet Kristberg erreichbar, in Partenen besteht Anschluss an die Vermuntbahn der Illwerke, die zur Bieler Höhe führt.

Silvretta Nova

Silvretta Nova umfasst die Schiberge Versettla (Burg 2247 m ü. A.), Schwarzköpfle (2300 m ü. A.) und Valisera (2035 m ü. A.). Diese begleiten als Vorberge der Madrisella (2466 m ü. A.) beiderseits das Novatal, ein kleines Hochtal bei St. Gallenkirch, in dem die namensgebende Alp Nova (1736 m ü. A.) liegt, die heute zum Schizentrum der Berge ausgebaut ist. Die Versettla liegt über Gaschurn, über die Garfrescha geht es von St. Gallenkrich herauf.

Panorama in der Silvretta Nova (Versettla) gegen das Verwall

Hochjoch

Am Hochjoch (2520 m ü. A.), Fredakopf (2252 m ü. A.), Kreuzjoch (2396 m ü. A.), und der Zamangspitze (2326 m ü. A.), rund um die Alpe Kapell, liegt das Gebiet Hochjoch Schruns. Der Hochjochstock bildet einen recht solitär stehenden Ausläufer des Madererkamms. Ursprünglich nur von Schruns erreichbar, wurde später die Seilbahn von Silbertal, und jüngst die von St. Gallenkirch herauf gebaut.

Panorama am Hochjoch gegen das Rhätikon

Geschichte

Silvretta Nova Bergbahnen AG

Gasthaus Nova Stoba auf der Versettla, gegen die Valisera

Der Grundstein für die Entwicklung der damalige Silvretta Nova wurde durch den Gesellschafter und Baumeister Walter Klaus gelegt. Durch die Fusionierung der beiden Skiliftgesellschaften Gaschurn und St. Gallenkirch sorgte er mit der Silvretta Nova Bergbahnen AG - unter der Marke Silvretta Nova - für den wirtschaftlichen Aufschwung des Unternehmens und wurde neben der Energie- und Tourismusinfrastruktur der Illwerke (um das hinterste Montafon mit Bielerhöhe) wichtigster Wirtschaftsfaktor der Region. Anfang der 1980er Jahre überflügelte erstmals der Wintertourismus den Sommertourismus, was bis heute unverändert blieb.

Montafoner Bergbahn GmbH

Erste Beginne des Schitourismus am Hochjoch reichen in die 1910er zurück (Wintersportclub Schruns). Die Montafoner Bergbahn GmbH, 1948 gegründet, nahm 1950/1951 ihren Betrieb unter dem Namen Hochjoch Schruns auf.[3]

Das Schigebiet war durch die Österreichischen Alpinen Skimeisterschaften 1947 und die Goldschlüsselrennen (Schi-Weltcup) der 1960er/70er national und international bekannt.

Silvretta Montafon Bergbahnen GmbH

Silvretta Montafon Bergbahnen GmbH
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1993 (Beginndatum der Rechtsform)[4]
Sitz Gaschurn
Mitarbeiter ca. 120[4]
Umsatz ca. 25 Mio. €[4]
Branche Wintersport-Infrastruktur
Website silvretta-montafon.at

Ein neuer Unternehmensabschnitt, unter der neuen Marke Silvretta Montafon, begann mit dem Kauf der Silvretta Nova Bergbahnen AG und deren Tochtergesellschaften[5] durch die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) im Jahre 2007.[6] Neben Liften betreut die Firma auch die Berggastronomie im ganzen Skigebiet, sowie das Sporthotel Silvretta Nova in Gaschurn (Firmensitz ebenda), die Schischule Schruns, und hält die Mehrheit am Intersport Montafon.

Durch den Zusammenschluss von Nova und Hochjoch wurde die Silvretta Montafon 2008 zum größten Skigebiet Vorarlbergs und gleichzeitig eines der Top-Ten-Skigebiete in Österreich.[7] Bis 2011 war aber das Hochjoch nur von den talauswärtigen Orten erreichbar, mit 2011/12 ging mit der Grasjoch–Hochalpila-Anlage die Verbindung über St. Gallenkirch in Betrieb.

Die für den 20./21. Dezember 2011 geplanten Europacup-Rennen der Damen (Slalom), die einen weiteren Schritt in Richtung Etablierung geboten hätten, mussten wegen Schneemangel abgesagt werden.[8]

Schibetrieb und Naturschutz

Lawinenverbauung am Kreuzjoch

Wie für viele entlegene Alpentäler waren auch für das Montafon Wasserkraft und Schibetrieb die beiden Wirtschaftsmotoren des mittleren 20. Jahrhunderts. Und wie in vielen anderen Alpenregionen wurde die Bedeutung des Naturschutzes – auch als tourismuswirtschaftliches Leitbild – anfangs abgelehnt. Als in den 1990ern der innere Verwall zum Europa- und Naturschutzgebiet (Vogelschutzgebiet Verwall) erklärt wurde, bestanden noch immer Pläne, das Hochjoch nach Osten auszubauen, sodaß die Unterschutzstellung des Silbertaler Gebietes erst nach Mediationsverfahren umgesetzt werden konnte.[9] Hilfreich war auch, dass Walter Flaig, ein renommierten Alpinschriftsteller (AV-Führer der Region), der schon seit den 1930er für Naturschutz eintrat, an der Gründung der Hochjochbahnen beteiligt war,[10] und auch, dass die Illwerke ebenfalls ein sehr ökologisches Leitbild vertreten.

Das Montafon gehörte nie zu den hochprominenten Schigebieten (wie der nahe Arlberg), und auch durch die – schitechnisch ungünstige, naturschutzfachlich günstige – Lage des Gebiets zwischen den schroffen Stöcken von Verwall, Rätikon und Silvretta, hielt sich der Landschaftsverbrauch im Vergleich zu anderen Schiregionen der Alpen in Grenzen. Beide Schizentren, Kapellalpe wie Alp Nova, liegen in vom Tal aus nicht einsichtigen Kesseln, sodaß nur die wenigen Talabfahrten in das Landschaftsbild des Montafon eingreifen. Heute wird im weiteren Ausbau der sanfte Tourismus der Umgebung berücksichtigt,[11] so stellt sich etwa das nahe hintere Silbertal wie auch das Valschaviel von besonderer Naturbelassenheit dar.

Blick auf Madrisellastock mit Valisera, Versettla und – rechts in Wolken – Hochjoch, von Gaschurn aus

Weblinks

 Commons: Silvretta Nova – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Hochjoch Schruns – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e Winter: Winter-Facts, montafon.at – mit Pistenkarte ski3.intermaps.com;
    Silvretta Montafon. bergfex.at – mit Pistenkarte und Details Lifte, Pisten und Sport.
  2. Nova Park, silvretta-montafon.at
  3. Montafon 1906–2006, Sommerausstellung Heimatschutzverein Montafon (pdf, activepaper.tele.net)
  4. a b c Silvretta Montafon Bergbahnen AG, Firmendaten, Creditreform/firmenabc.at
  5. Übersicht über die Firmengruppe: Firmeninformationen, silvretta-montafon.at
  6. VoMoNoSi Beteiligungs AG, Firmendaten, Creditreform/firmenabc.at
  7. Skigebiete: Neue Marke "Silvretta Montafon" (28. November 2008)
  8. Europacuprennen in Schruns abgesagt. vol.at, 13. Dezember 2011
  9. Mediationsverfahren Natura 2000 Gebiet Verwall. In: rosinak.co.at. Rosinak & Partner, Amt der Vorarlberger Landesregierung, 2000–2002, abgerufen am 7. Juli 2012.
  10. vergl. etwa Maria Aschauer (Bearb.), Markus Grabher, Ingrid Loacker (Red.): Geschichte des Naturschutzes in Vorarlberg. Eine Betrachtung aus ökologischer Sicht Bericht erstellt im Auftrag des Vorarlberger Naturschutzrats, UMG Umweltbüro Grabher, 7. Dezember 2007, Abschnitt 8.3. Schutzgebietsplanungen (pdf, naturschutzrat.at
  11. Zwei neue Bahnen – ein Meilenstein im Skitourismus. In: GaPa-Zitig, Amtliche Mitteilungen Gaschurn-Partenen, Gemeinde Gaschurn, Juni 2011, Seite 15. (pdf, gaschurn-partenen.at)