Simon Polt

Simon Polt ist die fiktive Titelfigur mehrerer Kriminalromane des österreichischen Autors Alfred Komarek. In den Romanverfilmungen wird die Figur von Erwin Steinhauer verkörpert.

Inhaltsverzeichnis

Hauptfigur Gendarmeriebeamter Simon Polt

Er ist sehr introvertiert. Gelegentlich wirkt er melancholisch und grüblerisch. Polt ist tief im niederösterreichischen Weinviertel verwurzelt. Er lebt allein in seinem Haus in Brunndorf. Er ist in die Lehrerin Karin verliebt. Er kennt seinen Rayon und die Menschen mit ihren Stärken und vor allem ihren Schwächen.

Polt verfügt über einen starken Sinn für Gerechtigkeit. Er ist ein sensibler Typ, der dank seines Feingefühls im Gespräch mit anderen Menschen in Erfahrung bringen kann, was er wissen will. Polt straft nicht gerne, er schießt nicht und wendet ungern Gewalt an. Zum Tatort fährt er stets mit seinem alten Fahrrad und macht sich dort auf die Suche nach der Wahrheit. Dank seiner Hartnäckigkeit löst er die Fälle auf seine ganz eigene Art.

Die Menschen in Brunndorf begegnen Polt misstrauisch. Manchmal leidet er unter seinem berufsbedingten Außenseitertum.

Handlungsort

Alle vier Teile der Krimiserie spielen in und rund um Brunndorf, einem kleinen Weinbauerndorf im Wiesbachtal. Das Wiesbachtal ist ein fiktives Tal im niederösterreichischen Weinviertel, nahe der tschechischen Grenze, reales Vorbild ist das Pulkautal.

In Komareks Schilderungen scheint es manchmal, als wäre in den Weinbergen und Presshäusern die Zeit stehengeblieben. Dem Leser wird jedoch bald klar, dass diese Idylle nur eine oberflächliche ist.

Folgen

Komareks Romane sind sowohl Krimi als auch Milieustudie. Er schildert die Probleme der Grenzbezirke wie Arbeitslosigkeit und Abwanderung der Jungen in die Stadt.

Die Geschichten um den Gendarmen Simon Polt wurden vom Österreichischen Rundfunk (ORF) verfilmt. Drehbuchautor und Regisseur der jeweils 90 Minuten dauernden Folgen ist Julian Pölsler.

Jahr Titel Roman Verfilmung
1998 Polt muss weinen Haymon Verlag, Innsbruck, ISBN 978-3257231298 Polt muss weinen, ORF, 2000
2000 Blumen für Polt Haymon Verlag, Innsbruck, ISBN 978-3257232950 Blumen für Polt, ORF, 2001
2001 Himmel, Polt und Hölle Haymon Verlag, Innsbruck, ISBN 978-3257233582 Himmel, Polt und Hölle, ORF, 2002
2003 Polterabend Haymon Verlag, Innsbruck, ISBN 978-3257233933 Polterabend, ORF, 2003
2009 Polt Haymon Verlag, Innsbruck, ISBN 978-3852186047 "Ist in 2011 verfilmt worden"
2011 Zwölf mal Polt Haymon Verlag, Innsbruck, ISBN 978-3852186788 bislang nicht verfilmt

Polt muss weinen

Der Immobilienspekulant Albert Hahn wird tot in seinem Keller aufgefunden. Er ist an einer Gärgas-Vergiftung gestorben. Der zuständige Arzt geht von einem Unfall aus. Doch Polt weiß, dass der Tote in der Gemeinde verhasst war. Er vermutet, dass der Mörder den Tod wie einen Unfall aussehen lassen wollte. Viele der Weinbauern hätten ein Motiv.

Blumen für Polt

In Brunndorf geschehen zwei tragische Unfälle.

Der Unfalltod von Rudi Riebl kommt nicht besonders überraschend. Dieser hatte es sich zum Beruf gemacht Betrunkenen aufzulauern und sich mit seinem Moped vor ihr Auto zu werfen. Natürlich mit dem Ziel einer Schmerzensgeldforderung. Der zweite Unfall ereilt den behinderten Willi, Polts Freund. Er stürzt zu Tode.

Polt forscht nach, und seine Zweifel an der Echtheit der Unfälle mehren sich.

Himmel, Polt und Hölle

Während Polt und die Lehrerin Karin ein Paar werden und zusammenziehen, wird die Pfarrsköchin von Wiesbachtal mit Tollkirschen ermordet. Zu den Verdächtigen gehören gleich mehrere: Der sich auf der Durchreise befindliche Gourmetkritiker Heinz Hafner, der einst eine Beziehung mit der Köchin hatte und plötzlich abreist sowie der Pfarrer und dessen Mesner. Bei seinen Nachforschungen findet Polt heraus, dass die Pfarrköchin im Laufe der Zeit verschiedene Liebschaften innerhalb des Dorfes hatte.

Polterabend

Als Polt an einer Traubenlese seines Freundes Karl Fürnkranz teilnimmt, wird in der Traubenpresse plötzlich die Leiche von Ferdinand Lutzer, einem Gelegenheitsarbeiter und Frauenhelden, entdeckt. Zu Polts Leidwesen stellt sich bei seinen Ermittlungen heraus, dass Fürnkranz sowie dessen Sohn verdächtig sind. Polts Ermittlungen führen ihn ins tschechische Rotlichtmilieu.

Polt

Simon Polt befindet sich im freiwillig gewählten Ruhestand. Als er eines Abends über eine Leiche stolpert, wird er gleichzeitig zum Verdächtigen und zum Privatermittler.

Zwölf mal Polt

Kein in sich geschlossener Roman, sondern zwölf episodenartige Erzählungen, welche einen Bogen über gut zwanzig Lebensjahre von Simon Polt spannen.