Solveig Thomas

Solveig Thomas (* in Graz) ist eine österreichische Schauspielerin und Hörspielsprecherin, die vor allem durch ihre Bühnentätigkeit bekannt geworden ist.

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Leben

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Solveig Thomas ein erstes Bühnenengagement am renommierten Wiener Burgtheater, in dessen Ensemble sie bis 1949 blieb. Es folgten zwei Jahre am Düsseldorfer Schauspielhaus, von 1951 bis 1953 ein Intermezzo an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main, zwei weitere Spielzeiten in Düsseldorf sowie ab 1955 ein langjähriges Engagement am Schauspielhaus Hamburg. In dieser Zeit verkörperte sie zahlreiche klassische Bühnenrollen wie Shakespeares "Ophelia" 1949 in Düsseldorf, Kleists "Käthchen von Heilbronn" und die "Thekla" in Schillers "Wallensteins Lager" 1953 in Frankfurt, die Titelrolle in Lessings "Emilia Galotti" und die "Marei" in Gerhart Hauptmanns Florian Geyer 1954 in Düsseldorf sowie modernere Dramenfiguren wie die "Alma" in Frank Wedekinds König Nicolo und die "Lizzie" in N. Richard Nashs Der Regenmacher 1955 in Hamburg.[1]

Daneben arbeitete sie umfangreich als Sprecherin für Hörspielproduktionen. Auch hierbei lieh sie verschiedenen klassischen Bühnen- und Romanfiguren ihre Stimme wie Charlotte Brontës "Jane Eyre", Friedrich Hebbels "Julia" und die "Alison" in John Osbornes Blick zurück im Zorn. Darüber hinaus übernahm sie Parts in Kinderhörspielen wie 1972 als "Wassermannfrau" in der Adaption von Otfried Preußlers "Der kleine Wassermann" für die Phonogram GmbH.

In Film- und Fernsehproduktionen war Solveig Thomas hingegen ein seltener Gast. Hier spielte sie vor allem in Adaptionen von Bühnenstücken und Literaturvorlagen wie Marcel Prousts Madame Aurélie, Lessings Minna von Barnhelm, Franz Peter Wirths Raskolnikoff nach Schuld und Sühne von Fjodor Dostojewski, Falk Harnacks Unwiederbringlich nach Theodor Fontane und Robert A. Stemmles Drama Du darfst nicht länger schweigen nach Kristmann Gudmundsson.

Solveig Thomas war mit dem Schauspielkollegen Max Eckard verheiratet, mit dem sie auch lange Zeit gemeinsam am Hamburger Schauspielhaus auftrat.

Filmografie (Auswahl)

  • 1955: Madame Aurélie
  • 1955: Du darfst nicht länger schweigen
  • 1957: Minna von Barnhelm
  • 1959: Raskolnikoff
  • 1960: Einer von sieben
  • 1968: Unwiederbringlich
  • 1971: Einer muß der Dumme sein

Hörspiele (Auswahl)

Literatur

  • Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland – Österreich - Schweiz, hrsg. v. Herbert A. Frenzel und Hans Joachim Moser, Berlin 1956, S. 744.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kürschners biographisches Theater-Handbuch, S. 744.