Sophie Friederike von Bayern

Dieser Artikel behandelt die Mutter von Kaiser Franz Joseph I. von Österreich. Für dessen Tochter Erzherzogin Sophie Friederike von Österreich (1855-57) siehe ebenda.
Erzherzogin Sophie. Lithografie von Joseph Kriehuber, 1836
Erzherzogin Sophie Friederike und ihr Sohn Franz Joseph, um 1830

Prinzessin Sophie Friederike von Bayern, vollständiger Name Sophie Friederike Dorothea Wilhelmine von Bayern (* 27. Januar 1805 in München; † 28. Mai 1872 in Wien) war durch Heirat Erzherzogin von Österreich und die Mutter von Kaiser Franz Joseph I. von Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Kindheit und Jugend

Sophie war die Tochter von König Maximilian I. Joseph von Bayern und seiner zweiten Ehefrau Karoline Friederike Wilhelmine von Baden, sowie eine Schwester der Königin Elisabeth Ludovika von Preußen und Zwillingsschwester der Königin Maria von Sachsen.

Die Eltern kümmerten sich - entgegen den damaligen Gepflogenheiten - persönlich um die zahlreichen Kinder. Sie wollten diese zu modern denkenden Menschen erziehen, was trotz aller Freizügigkeit bestimmte Regeln beinhaltete, wie z. B. absolute Pünktlichkeit, die an erster Stelle stand. Sophie war ein ausgesprochen hübsches junges Mädchen und wurde später von König Ludwig I., ihrem Halbbruder, in seine berühmte Schönheitengalerie aufgenommen, die heute noch im Schloss Nymphenburg zu besichtigen ist. Für ihren Vater war die Absicht von Kaiser Franz I. von Österreich, seinen zweitgeborenen Sohn Franz Karl mit Sophie zu verheiraten, äußerst wichtig und so wurden kaum Recherchen über den Zukünftigen und dessen Geschwister angestellt. Die erste Begegnung mit ihrem zukünftigen Ehemann war für das junge Mädchen nicht nach ihrem Geschmack, aber politische Gründe siegten - der Zukünftige war der zweite in der habsburgischen Thronfolge und der eigentliche Thronfolger würde aufgrund seiner schweren Epilepsie wohl kaum jemals den Thron besteigen. Eine reichliche Aussteuer wurde zusammengestellt. Die Hochzeit fand am 4. November 1824 in Wien statt.

Späteres Leben

Musiksalon von Erzherzogin Sophie im Blauen Hof in Laxenburg

Erst nach sechs Ehejahren und mehreren Fehlgeburten kam, nach mehreren Kuraufenthalten Sophies in Ischl, das erste Kind des Paares, Franz Joseph, zur Welt. Zwei und drei Jahre später die Söhne Maximilian und Karl Ludwig und zwölf Jahre später Ludwig Viktor. Sie hatte auch eine Tochter: Erzherzogin Maria Anna (1835–1840), die aber nur vier Jahre alt wurde: wie auch ihr Onkel Kaiser Ferdinand litt das Kind an epileptischen Anfällen und starb daran.

Im Krisenjahr 1848 und in den ersten Regierungsjahren Franz Joseph I. rettete Sophie als Gönnerin der Ultramontanen den Fortbestand der Monarchie. Sie hatte als Mutter des Kaisers Franz Joseph große Macht, vor allem die von ihr gehassten Ungarn bekamen dies zu spüren. Ihre Schwiegertochter und Nichte Kaiserin Elisabeth brüskierte Sophie, weil Elisabeth die Ungarn bei jeder Gelegenheit bevorzugte, um so der ungeliebten Schwiegermutter Widerstand zu bieten.

Sophie war Taufpatin ihrer ersten Enkelin, welche auch nach ihr benannt wurde: Sophie Friederike, der Tochter von Franz Joseph und Elisabeth. Nachdem ihr Lieblingssohn Maximilian 1867 in Mexiko erschossen wurde, verlor Sophie jeden Lebensmut und überlebte ihn nur um fünf Jahre. Nach einem Besuch im Burgtheater zog sie sich eine schwere Lungenentzündung zu.

Sophie wurde in der Kapuzinergruft in Wien beigesetzt. Neben ihr ruhten der Herzog von Reichstadt und ihr Sohn Maximilian.

Nachkommen

Erzherzogin Sophie im Kreise ihrer Familie

Literatur

Weblinks

 Commons: Sophie Friederike, Prinzessin von Bayern – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien