Spantenwagen

Die Spantenwagen waren Personenwagen der Österreichischen Bundesbahnen, die nach dem Zweiten Weltkrieg durch Umbauten von älteren Personenwagen mit hölzernem Wagenkasten entstanden sind. Wie bei den deutschen Umbau-Wagen fand durch dieses Umbauprogramm eine in der Not der Nachkriegszeit dringend notwendige Erneuerung des überalterten und abgewirtschafteten Wagenparks statt.

Dabei wurden Wagenkästen in Stahlbauweise mit einem Gerippe aus einheitlichen Walzprofilen, den Spanten, auf ältere Fahrgestelle gesetzt. Diese wurden zum Teil durch das Einschweißen von Zwischenstücken auf einheitliche Längenmaße gebracht. Die meisten Wagen wurden in der HW St. Pölten (Normal- und Schmalspur) oder Simmering (Normalspur) umgebaut.


Durch dieses Umbauprogramm ist in den 1950er-Jahren eine große Zahl von Wagen in einer überschaubaren Zahl von Typen entstanden. Das Umbauprogramm umfasste sowohl zweiachsige als auch vierachsige Wagen auf Normalspur und Schmalspur. Die Zweiachsigen Normalspurwagen mit offenen Bühnen wurden Anfang der 1980er-Jahre außer Dienst gestellt, nur einige Exemplare, die mit blau-weißem Anstrich versehen als Anhänger von Triebwagen deklariert waren, gelangten noch bis 1988 zum Einsatz. Vierachsige Wagen waren noch in den 1990ern weit verbreitet. Die vierachsigen Schmalspurwagen versehen noch immer Plandienst auf der Mariazellerbahn. Die schmalspurigen Zweiachser bilden heute das Rückgrat des Nostalgiezug-Angebotes auf mehreren Schmalspurstrecken.

Nach dem Ende ihrer Dienstzeit gelangten zahlreiche Fahrzeuge zu Museums- und Touristikbahnen, auch außerhalb Österreichs.

Literatur

  • E. Doleschal, W. Saliger: Der Bau von Spantenwagen in der Hauptwerkstätte St. Pölten. Schienenverkehr Aktuell, 9/1984, S. 3–5, Verlag Pospischil, Wien

Weblinks