Spar Österreichische Warenhandels-AG

SPAR Österreichische Warenhandels-AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1954
Sitz Salzburg
Leitung Gerhard Drexel, Vorstandsvorsitzender
Fritz Poppmeier, Expansion & Einzelhandel
Hans K. Reisch,
Finanzen & Filialen
Rudolf Staudinger, Betriebe
Mitarbeiter 73.964
Umsatz 11,7 Mrd EUR
Branche Lebensmitteleinzelhandel in Österreich, Lebensmittelhandel im benachbarten Ausland, Sportfachhandel, Shopping-Center
Website www.spar.at

Die Spar Österreichische Warenhandels-AG (offizielle Schreibweise: SPAR, kurz: SPAR AG) ist mit einem Gesamtumsatz von etwa 11 Milliarden Euro (inkl. Ausland) nach der REWE-Gruppe das zweitgrößte österreichische Handelsunternehmen. Der Unternehmenssitz ist in Salzburg-Taxham.

Inhaltsverzeichnis

Kennzahlen

Die Gesamtanzahl der SPAR-, EUROSPAR und INTERSPAR-Standorte stieg von 1.494 (2009) auf 1.502 (2010). Davon sind 1.144 SPAR-Supermärkte, 50 SPAR-Gourmet, 173 EUROSPAR-Märkte, 57 INTERSPAR-Hypermärkte, sieben Maximärkte, 60 Restaurants und 26 SPAR express Tankstellenshops. Rund 100 dieser Standorte wurden 2010 modernisiert, erweitert oder einem Komplett-Relaunch unterzogen.[1]

Der Konzern ist der größte private Arbeitgeber in Österreich (2010), größter Lehrlingsausbilder sowie die größte eigenständige SPAR-Gruppe weltweit.

Im Lebensmitteleinzelhandel, wo 1.502 österreichische Standorte betrieben werden, hält SPAR Österreich einen Marktanteil von 29,5 %, gemessen am Gesamtumsatz im Lebensmitteleinzelhandel 2010 (Stand: Ende 2010).

Eigentümerstruktur

SPAR Österreichische Warenhandels-AG ist das einzige österreichweit tätige Lebensmittelhandelsunternehmen, das zu 100 Prozent in österreichischem Besitz ist. Die Anteile befinden sich hauptsächlich im Besitz der Gründerfamilien, deren Handelsunternehmen sich 1970 zur heutigen SPAR Österreichische Warenhandels-AG zusammenschlossen.

Geschichte

Die positive Entwicklung der Spar in Holland, Belgien, Deutschland und Dänemark veranlasste den Kufsteiner Großhändler Hans F. Reisch eine Organisation nach diesem Vorbild auch in Österreich zu installieren.

Im Herbst des Jahres 1954 gründete Hans F. Reisch die Handelsvereinigung SPAR Tirol/Pinzgau, die aus seinem Unternehmen Andreas Hofer KG und dessen Kundenkreis hervorging. Es schlossen sich zu dieser Zeit etwa 100 selbstständige Kaufleute zusammen. Schon bald darauf folgten SPAR-Großhandlungen in anderen österreichischen Bundesländern.

Damit war die Basis für eine nationale Handelskette geschaffen. Schon ab dem Jahr 1959 war Spar flächendeckend in Österreich tätig.

SPAR Österreich rationalisierte den Lebensmittelhandel durch Einsatz von Rollbehältern beim Transport der Ware, der Einführung eines Bestellordersatzes oder die Installierung eines computergesteuerten Fakturierungssystems.

Aber nicht nur Erleichterungen in der Arbeit der Kaufleute bildeten Schwerpunkte, auch auf der Kundenseite gab es Änderungen: SPAR Österreich gehörte zu den ersten, die auf Selbstbedienung setzten und die Geschäfte darauf ausrichteten. Die Einführung eines Frischdienstes für Obst und Gemüse und der Einsatz von wirksamen Marketing-Methoden und -Konzepten leiteten die erste Hochblüte der Österreichischen SPAR Ende der Sechzigerjahre ein.

Die Gründung der SPAR Österreichische Warenhandels-AG durch den Zusammenschluss aller damals bestehenden zehn Großhandelsfirmen, war 1970 ein weiterer Meilenstein in der Geschichte. Mit diesem Schritt übersiedelte auch die Spar Österreich-Zentrale von Wien nach Salzburg-Taxham.

Im Jahre 1990 wurde die ASPIAG (Austria SPAR International AG) mit ihrem Sitz in St. Margrethen in der Schweiz gegründet. Unter ihrer Beteiligung und fachlichen Führung entstanden in Italien, Slowenien, Ungarn, Tschechien und in Kroatien eigene SPAR-Landesorganisationen.[2]

Geschäftstypen im Lebensmittelhandel

Märkte, die von der SPAR AG selbst betrieben werden, sind in Geschäftstypen eingeteilt, die sich vorwiegend nach der Größe richten.

SPAR-Märkte und SPAR-Supermärkte, vorwiegend als klassische Nahversorger eingerichtet, sind mit einer Größe von bis zu 1.000 m2 die kleinsten Geschäftstypen. EUROSPAR-Märkte mit einem breiteren Produktangebot vor allem auch im Non-Food-Bereich haben Größen von etwa 1.000 m2 bis 2.500 m2. Die etwa 50 SPAR-Gourmet-Märkte sind vorwiegend im Großraum Wien angesiedelt und bieten ein breiteres Angebot an hochwertigen Lebensmitteln. Sie gingen aus Filialen der Julius Meinl AG hervor.

Die von der gleichnamigen 100%igen Tochterfirma betriebenen INTERSPAR-Hypermärkte bieten bis zu 45.000 Artikel (knapp die Hälfte davon Lebensmittel) auf etwa 2.500 m2 bis 6.000 m2. An fast alle der über 50 INTERSPAR-Märkte ist auch ein Selbstbedienungs-Restaurant (INTERSPAR-Restaurant) angeschlossen.

Die Maximarkt-Handels-Gesellschaft mbH, eine Tochter der INTERSPAR mit Sitz in Linz, betreibt sieben Märkte mit einer Fläche von 3.000 m2 bis 8.000 m2 in den Bundesländern Salzburg und Oberösterreich.

Am 23. September 2011 eröffnete ein Spar Markt auf 198 m² in Mozarts Geburtshaus.[3]

Internetauftritte

Neben den Unternehmenseiten der Vertriebsschienen vertreibt Interspar über Ihre Internetshops Wein, elektronische Geräte sowie Spielwaren.

Standorte

Der Hauptzentrale des Konzerns befindet sich in Salzburg-Taxham. Von diesem Standort aus werden alle unternehmensrelevanten Entscheidungen getroffen. Die Filialen in den österreichischen Bundesländern werden über die Lager in den sechs Zweigniederlassungen in Dornbirn, Wörgl, Marchtrenk, St. Pölten, Graz und Maria Saal beliefert. Auch das regional abgestimmte Marketing, die Belieferung der Märkte und der Betrieb des Tann Fleischwerkes liegen in der Verantwortung der jeweiligen Niederlassung.

In Wels befindet sich das Zentrallager, das die Zweigniederlassungen vor allem mit langsamdrehenden Produkten versorgt. (Produkte mit langem Haltbarkeitsdatum. Keine Aktionsware. etc.)[4]

Sparzentrale Vorarlberg, in Dornbirn

Inlandsbeteiligungen und Tochtergesellschaften

Die Spar Österreichische Warenhandels-AG besitzt Beteiligungen an:[5]

  • Hervis GmbH (100 %; Sportartikelhandel; Bruttoumsatz 2010: 0,46 Mrd. Euro)
  • SPAR European Shopping Centers GmbH (100 %; Immobilienverwaltungsgesellschaft, 2010: 2,41 Mrd. Euro)
  • Maximarkt Handelsges.m.b.H. (100 %)
  • Interspar GmbH (100 %)
  • Spar Finanz AG (50 %)
  • dm drogeriemärkte Österreich (32 %)
  • Metro Österreich (27 %)

Einkaufszentren

Die Spar Österreichische Warenhandels-AG ist mit Ihrer Tochtergesellschaft, der SPAR European Shopping Centers der größte Betreiber und Entwickler von Einkaufszentren in Österreich.

Auslandsbeteiligungen

Im benachbarten Ausland ist Spar über die Austria Spar International AG (Aspiag), welche ihren Sitz im schweizerischen Widnau hat, vertreten:

  • Nordostitalien
  • Slowenien
  • Ungarn
  • Tschechien
  • Kroatien

Produktionsbetriebe

  • Regio Kaffee
    Im November 1991 ging in Marchtrenk die zu dieser Zeit modernste Kaffeerösterei Europas in Betrieb. Hergestellt werden etwa 20 Kaffeesorten aus 2.500 Tonnen Rohkaffee pro Jahr.
  • TANN Fleisch- und Wurstwerk
    Spar verfolgt unter der Marke TANN ein österreichweites Erzeugungskonzept von Fleisch- und Wurstwaren. Das Hauptwerk befindet sich im kärntnerischen Föderlach (Gemeinde Wernberg). Darüber hinaus ist an jede der sechs SPAR-Zweigniederlassung in Österreich ein modernes Fleischwerk angegliedert, wo ein zusätzliches, auf die Region abgestimmtes, TANN-Wurstsortiment erzeugt wird. Diese versorgen die Frischfleisch-Abteilungen in SPAR-, SPAR-Gourmet-, EUROSPAR- und INTERSPAR-Märkten. TANN ist der größte Verarbeiter von Fleisch und Wurstwaren in Österreich. Innerhalb der INTERSPAR-Märkte wird TANN als eigenständiges Unternehmen abgerechnet.
  • Weingut Schloss Fels
    Nach dem Weinskandal (1985) hat die SPAR Österreichische Warenhandels-AG 1986 das Weingut der Gebrüder Grill im niederösterreichischen Fels am Wagram samt den dazugehörigen Weingärten im Ausmaß von 34 Hektar erworben. Weil der Name Weingut Gebrüder Grill nach dem Weinskandal schwer beschädigt war, schließlich war dieses Weingut hauptbeteiligt, wurde es in Weingut Schloss Fels umbenannt. In den 1987 zur Gänze umgebauten und renovierten Kellern können ca. 5 Millionen Liter Wein gelagert werden. Mit 75 Hektar Ertragsfläche zählt das Weingut Schloss Fels heute zu den drei größten Weingütern Österreichs. In Fels am Wagram werden auch ausgezeichnete Spirituosen unter den Marken „Felser“ und „Desirée“ sowie Liköre unter der Marke „Cremona“ hergestellt und abgefüllt. Das Schloss Fels ist ein im 18. Jahrhundert errichtetes Gebäude ohne besondere Bedeutung.

Auszeichnungen

  • Beim CSR-Ranking 2009 (Corporate Social Responsibility) der CCC Austria belegte die Spar Österreichische Warenhandels-AG mit 60,0 von 100 Punkten den 11. Platz.[6]
  • Im Jahr 2007 wurde SPAR mit dem Schulprogramm "Check deinen Snack mit Jack the Snack" die höchste staatliche Auszeichnung für Kommunikationsprojekte vom Public Relations Verband Austria (PRVA) verliehen.
  • Weitere Auszeichnungen von SPAR Österreich findet man auf der CSR-Seite[7]

Einzelnachweise

  1. SPAR Österreich-Gruppe: Jahresbericht 2010. S. 7.
  2. Geschichte. auf: unternehmen.spar.at, Stand 11. Oktober 2009.
  3. Spar-Spezialgeschäft in Mozarts Geburtshaus, salzburg.orf.at, 22. September 2011
  4. Regionale SPAR-Zentralen. auf: unternehmen.spar.at, Stand 11. Oktober 2009.
  5. SPAR Österreich-Gruppe: Jahresbericht 2010. S. 8f.
  6. Das CSR‐Ranking 2009.
  7. CSR-Auszeichnungen und Preise der letzten Jahre. auf: unternehmen.spar.at

Weblinks