Sparsarg

Josephinischer Gemeindesarg im Bestattungsmuseum Wien

Sparsarg auch Josephinischer Gemeindesarg oder Klappsarg[1] bezeichnet einen wiederverwendbaren Sarg, den der Reformkaiser Joseph II. 1785 in Österreich einführte.

Dieser Sarg war an der Unterseite mit einer Klappe ausgestattet, die mittels eines Hebels geöffnet werden konnte.[2] Er wurde mit der Leiche über das offene Grab gestellt und geöffnet, der in einen Leinensack gehüllte Leichnam fiel in das Grab und wurde mit gelöschtem Kalk bedeckt. So konnte der Sarg wiederverwendet werden. Die Bevölkerung – insbesondere in Wien – protestierte jedoch erfolgreich gegen dieses „gottlose Vorgehen“, worauf Joseph II. seine Weisung nach einem halben Jahr wieder zurücknahm.

Hintergrund

Im Mittelalter war es üblich, die Toten möglichst sofort nach dem Ableben hauptsächlich in Tücher gewickelt, in Leinensäcke eingenäht oder in Behältnissen wie großen Krügen oder ausgehöhlten Baumstämmen zu beerdigen. Holzsärge waren nur der oberen Schicht vorbehalten, weshalb man oft nur einen Gemeindesarg nutzte, in dem man den Verstorbenen bloß zu seinem Grab brachte. Erst die Rituale im 18. und 19. Jahrhundert − wie beispielsweise die Aufbahrung des Toten für einige Tage − machten einen Sarg fast unerlässlich, was dazu führte, dass es kaum mehr Bestattungen ohne Sarg gab.

Einzelnachweise

  1. Sparsarg
  2. Foto eines Sparsarges (Bestattungsmuseum Wien)