St. Georg (Frohnleiten)

Nordseite der Georgskirche
Westseite der Georgskirche
Fresken von Joseph Adam Mölk
Baualtersystemplan nach F.Bouvier und H.Neuwirth

Die Kirche St. Georg ist eine römisch-katholische Filialkirche im Ort Adriach in der Gemeinde Frohnleiten in der Steiermark.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Kirche wurde etwa um 1050 von Markwart IV. von Eppenstein erbaut und wurde dem heiligen Georg geweiht. Zwischen 1060 und 1076 wurde ihr das volle Pfarrrecht verliehen. Um 1280 wurden der Chor, die Sakristei sowie die Josephskapelle errichtet. Im Jahr 1500 wurde die Annenkapelle und 1750 die Aloisiuskapelle angebaut. Die Kanzel wurde 1720 aufgestellt.[1] Vor allem im 18. Jahrhundert war die Kirche ein bekannter Wallfahrtsort. So wurde sie unter anderem mehrfach von Maria Theresia besucht. Durch Reformen unter Kaiser Joseph II. wurde die Kirche 1786 vom Servitenkloster übernommen und der Pfarre Frohnleiten unterstellt. Da die St.-Georg-Kirche damit nicht mehr benötigt wurde, kam es im Jahr 1787 zu einer Versteigerung. Sie wurde von drei Bauern ersteigert und später der Gemeinde Adriach übergeben. Adriach wurde später zu Frohnleiten eingemeindet und die Kirche der Frohnleitner Pfarrkirche als Filialkirche unterstellt.[2]

Baugeschichte

In der 1. Hälfte des 11. Jahrhunderts ließ Markwart IV. von Eppenstein hier eine Eigenkirche als romanische Saalkirche unter dem Patrozinium des hl. Georg errichten.

Unter der halbkreisförmigen Apsis wurde bei Grabungen im Zuge der Restaurierung 1978-87 eine kreisrunde Krypta freigelegt. Sie könnte einen älteren Kultplatz markieren.

Um 1285 erhielt der frühromanische Bau über dem Altarbereich einen Chorturm, einen polygonalen Chorschluss, als nördlichen Anbau eine Sakristei und gegenüber im Süden etwas erhöht eine Josephskapelle.

1350 wurde der Chorturm entfernt, der Chor mit 5/8-Schluss nach Osten verlängert. An der Nordwand des Kirchenschiffs wurde nahe der Westfassade der viergeschoßige Kirchturm errichtet (auch Wehrturm). Alle Räume wurden mit Kreuzrippengewölben versehen. Es entstanden das heutige Westportal, die Maßwerkfenster - im Chor noch teilweise erhalten) - und eine Westempore mit einem Verbindungsgang zum Pfarrhof.

Im frühen 16. Jahrhundert, wahrscheinlich nach der Zerstörung durch einen Türkeneinfall umfriedete man den Kirchhof mit einer wehrhaften Mauer. Auch musste die Halle neu eingewölbt werden (1512). An den Turm wurde an der Westseite die Annakapelle mit einem Netzrippengewölbe gebaut.

Um 1750 erfolgte schließlich eine komplette Barockisierung des Innenraums wie er heute zu sehen ist. Die gotischen Oberflächen und Einrichtung wurden durch barocke Elemente ersetzt.

Das Fastenbild sowie die vier Deckenfresken[1] im Langhaus der Kirche stammen aus der Zeit um 1764 und wurden wahrscheinlich von Josef Adam Mölk gemalt. Das Fastenbild wurde in den Jahren 1864 und 2006 restauriert. Es zeigt die Nacht der Gefangennahme Jesu am Ölberg. Rechts hinter Jesus steht ein Engel. Über ihm befindet sich ein weiter Engel der einen Kelch hält. Rechts im Hintergrund wird das Tor zum Garten Getsemani dargestellt und auch die schlafenden Jünger sind zu erkennen.[2]

Literatur

  •  Kurt Woisetschläger, Peter Krenn (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). Schroll, Wien 1982, ISBN 3-7031-0532-1, S. 7-8.

Weblinks

 Commons: St. Georg (Frohnleiten) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b St. Georgskirche. www.reisen.viamichelin.at, abgerufen am 28. November 2011 (deutsch).
  2. a b St. Georgs-Kirche - Adriach. www.dekanat.at, abgerufen am 28. November 2011 (deutsch).

47.26597215.306951Koordinaten: 47° 15′ 57″ N, 15° 18′ 25″ O